Swisscable lanciert erstmals einen Innovationspreis

25 Aug

Was bedeutet Digitalisierung? Wohin führt sie? Als Wirtschaftsverband der Schweizer Kommunikationsnetze, welche die Grundlage für die Digi­ta­li­sierung bilden, ist Swisscable im Zentrum des Geschehens und geht diesen Fragen nach. Um die Digitalisierung zu fördern, hat Swisscable einen Innovationpreis lanciert.

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Immer mehr Bereiche unseres Lebens werden durch die Digitalisierung erfasst. Das Internet der Dinge entwickelt sich. Die Art, wie wir mit Wissen umgehen, hat sich gewandelt – dank Online-Enzyklopädien, Suchmaschinen, Online-Atlas, Vergleichs- und Bewertungsportalen usw. sind wir jederzeit und überall im Bild. Aus den Ferien können wir unser Haus steuern – und zu Hause regeln wir die Unterhaltung über alle Zimmer auf Knopfdruck.

Dienste werden genauer und persönlicher

Digitales Fernsehen beispielsweise bietet nicht nur höhere Bild- und Ton­qualität, sondern zusätzlich interaktive Funktionen. Das klassische Pro­gramm­heft tritt in den Hintergrund, die Zuschauerinnen und Zuschauer entscheiden selbst, wann sie was schauen möchten. Aus der Digitalisierung und Vernetzung der Daten ergeben sich zudem folgende Chancen: Vieles funktioniert einheitlicher, damit auch schneller, Dienste werden genauer und persönlicher, die weltweite Auswahl ist umfassender und oft günstiger. Unser Wissen wächst.

Aufruf zur Partizipation am Swisscable Innovationspreis

Um die Digitalisierung weiter zu fördern, hat Swisscable einen Inno­va­tions­preis lanciert. Der Verband zeichnet damit Unternehmen oder Projekte für ihren ausserordentlichen Beitrag zur Digitalisierung aus. Bewertet werden Innovationsgrad, Markttauglichkeit und das Potenzial zur Verhinderung eines digitalen Grabens in der Schweiz. Der Preis ist mit CHF 20‘000 dotiert und wird 2015 erstmals verliehen. Die Eingabefrist läuft bis am 30. September 2015. Bewerbungen um den Preis werden ab sofort unter info@swisscable.ch entgegen genommen. Detailinformationen zum Innovationspreis:

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Chance Wahlen

24 Aug

Hans-Ulrich Bigler, Direktor Schweizerischer  Gewerbeverband sgv

Die Sommerferien sind vorbei, der (politische) Alltag hat uns wieder. Für Hunderte von Kandidatinnen und Kandidaten landauf, landab war die Urlaubszeit eine letzte, willkommene Verschnaufpause. Denn in diesen Tagen beginnt die heisse Phase des Wahlkampfes für National- und Ständerat. Mitte Oktober wird das Bundesparlament in Bern neu bestellt.

Auf den ersten Blick mag man es kaum glauben: Bereits in zwei Monaten sind die eidgenössischen Parlamentswahlen schon wieder Geschichte. Grund genug, um aus Sicht der KMU die «Chance Wahlen» entschlossen anzugehen. Die Botschaft seitens sgv ist einfach: «Es braucht mehr KMU-Vertreter in Bundesbern.»

Die abgedroschene KMU-Leier, mag man an dieser Stelle kritisch einwerfen. Die Wirtschaftszeitung «Bilanz» stellte dazu mit Blick auf die KMU nüchtern fest: «Mittelständische Unternehmen beschäftigen Millionen von Menschen im Land – und begründen damit den Reichtum der Schweiz. Manche verkörpern gar die Weltspitze. KMU, eine Schweizer Erfolgsgeschichte.»

Es braucht mehr KMU-Vertreter in Bundesbern: Darum am 18.10.2015 KMU-geprüft wählen! - www.kmu-wahlkandidaten.ch

Es braucht mehr KMU-Vertreter in Bundesbern: Darum am 18.10.2015 KMU-geprüft wählen! – http://www.kmu-wahlkandidaten.ch

Grund genug für unseren Präsidenten, Nationalrat Jean-François Rime, in den letzten Wochen beharrlich mehr KMU-Politiker für Bundesbern zu fordern. Denn die Fakten sind klar und eindeutig. 99,8 Prozent der Schweizer Unternehmen sind KMU. KMU bieten zwei Drittel  der Arbeitsplätze in der Schweiz an. KMU bilden über 70 Prozent der Lernenden aus. KMU sind das Rückgrat der Schweizer Volkswirtschaft.

KMU-Vertreterinnen und -Vertreter übernehmen Verantwortung in der Gesellschaft. Als Unternehmer, in Vereinen, bei der Feuerwehr, in Kirchgemeinden, im Sozialen… Als bodenständige, verlässliche und gradlinige Persönlichkeiten sind sie tragende Säulen unserer Gesellschaft.

In der nächsten Legislatur stehen wegweisende Dossiers mit weit­reichenden Folgen an. Zu denken ist etwa an die Sicherung unserer Altersvorsorge. Gesunde Finanzierung oder massive Mehrbelastungen unter anderem auch für Unternehmungen? Oder die Energiestrategie, wo neue Subventionen die Kosten in die Höhe treiben. Oder die Unter­nehmens­steuerreform III, die unseren Standort auch international wettbewerbsfähig halten soll. Ebenso betroffen sein werden die KMU aber auch von der Frage, wie die Massen­einwanderungs-Initiative schliesslich umgesetzt wird. Drängende Mobilitätsfragen – neuer Strassenfonds, Milchkuh-Initiative – harren der Lösung. Die Liste liesse sich beliebig verlängern.

Eines ist indessen klar: Unseren Wohlstand, die tiefe Arbeitslosigkeit und unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt verdanken wir massgeblich einer gesunden und starken KMU-Wirtschaft. Der Schweiz geht es gut, wenn es den KMU gut geht. Deshalb gilt es, die «Chance Wahlen» gezielt und entschlossen zu nutzen. Deshalb braucht es mehr echte KMU-Vertreter in der Bundespolitik in Bern. Wählen Sie deshalb am 18. Oktober 2015 echte KMU-Vertreter in den National- und Ständerat. Wählen Sie KMU-geprüft und vom Schweizerischen Gewerbeverband sgv unterstützt. Herzlichen Dank im Namen der KMU-Wirtschaft.

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www.kmu-wahlkandidaten.ch

Gewitter am Regulierungshorizont

17 Aug

Henrique Schneider, Ressortleiter Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Wer zu Berg geht weiss es: Das Wetter ist launisch. Was einmal sonnig und mild aussieht, kann leicht in ein Gewitter umschlagen. Launisch wie das Bergwetter scheint auch der Bundesrat zu sein. Einmal beschwört er die Senkung der Regulierungskosten; dann reguliert er drauf los.

Noch im Juli beschwörte die Regierung den Willen, unnötige Regulierungskosten zu reduzieren. Geortet wurden diese Kosten gerade in Energie- und Umweltrecht. Beispiele dort, wo KMU von der CO2 Abgabenbefreiung ausgeschlossen werden. Oder bei Regulierungen, welche energetische Sanierungen verunmöglichen. Diese wollte der Bundesrat abbauen, wie er sagte. Wie ein Sonnenstrahl im milden Bergsommer wollte die Regierung sogar mit Steueranreizen arbeiten. Biotreibstoffe aus besonders nachhaltiger Produktion sollten von der Mineralölsteuer befreit werden.

Anstatt Regulierungskosten zu senken, verfügt die Exekutive eine Erhöhung der CO2-Abgabe um 40 Prozent und weitet die adminstrativen Belastungen im Bereich der Umweltverträglichkeitsprüfungen aus.

Anstatt Regulierungskosten zu senken, verfügt die Exekutive eine Erhöhung der CO2-Abgabe um 40 Prozent und weitet die administrativen Belastungen im Bereich der Umweltverträglichkeitsprüfungen aus.

Und dann kam der Donner. Aus heiterem Himmel verfügte die Exekutive über eine 40-prozentigen Erhöhung der CO2 Abgabe. Sie klettert somit von heute 60 Franken pro Tonne Heizöl auf 82 ab dem Jahr 2016. Dann wurden auch die Verpflichtungen zu Umweltverträglichkeitsprüfungen erweitert. Das sind die mühseligen Berichte, die eine Firma machen muss, bevor sie eine Anlage bauen kann. Unweigerlich kommt es da zu Beschwerden und Einsprachen. Solche wird es künftig mehr geben.

Und da es schon am Regnen war: Das Bundesamt für Umwelt setzt Teile der Vorlage „grüne Wirtschaft“ um – noch bevor das Parlament die Vorlage überhaupt verabschiedet. Noch muss der Nationalrat die Gesetzesänderung beraten, noch müssen Differenzen zwischen den Kammern beseitigt werden; noch muss eine Schlussabstimmung stattfinden. Das Amt ist schneller. Am 14. August vermeldete es die Einrichtung der Plattform „grüne Wirtschaft“, einer Massnahme aus dem Gesetz. Was ist ihr Job? Vorschriften ausdenken, um die Wirtschaft „grüner“ zu machen.

Was wurde aus dem Sonnenschein der Regulierungskosten-Senkung? Schnell kehrte die bundesrätliche Grosswetterlage in einen Hagelsturm um.

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«Motivation zur Innovation stirbt» – Der Schweizer Gentechnik-Pionier Professor André R. Miserez sieht den Forschungsplatz Schweiz durch schädliche Regulierungen in Gefahr (Schweizerische Gewerbezeitung sgz)

Stolpersteine in Südamerika

12 Aug

Henrique Schneider, Ressortleiter Schweizerischer Gewerbeverband

Nicht nur die Schweiz hat es schwer. Seit Jahren versucht die Schweiz mit lateinamerikanischen Ländern Freihandelsabkommen abzuschliessen. Mit Chile, Peru Mexiko und Kolumbien sowie mit zentralamerikanischen Staaten ist dies bereits gelungen. Doch bei den Verhandlungen mit den Riesen Brasilien und Argentinien (zusammen mit Uruguay und Paraguay im Handelblock „Mercosur“) harzt es. Protektionismus, Bürokratie und politische Intrigen tragen dabei die Schuld. Doch nicht nur die Schweiz beisst im Süden auf Granit: Auch die EU kommt nicht weiter.

Von links: Paraguays Präsident Horacio Cartes, Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff und Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner bringen während des 48sten Gipfels der Staatschefs des 'Gemeinsamen Marktes des Südens' im Itamaraty Palast in Brasilia am 17. Juli 2015 einen Toast aus

Von links: Paraguays Präsident Horacio Cartes, Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff und Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner bringen während des 48sten Gipfels der Staatschefs des ‘Gemeinsamen Marktes des Südens’ im Itamaraty Palast in Brasilia am 17. Juli 2015 einen Toast aus

Der Juli-Gipfel der der Mercosur Gruppe brachte keinen Fortschritt in den Verhandlungen zu einem Handelsabkommen mit der Europäischen Union. Während die stagnierenden Volkswirtschaften auf beiden Seiten des Atlantiks von solch einem Abkommen profitieren könnten, müssen Brasilien und Argentinien, die ein höchst protektionistisches Regime verfolgt haben, zuerst ihre Differenzen beilegen. Eine neue Regierung in Argentinien könnte diesen Prozess beschleunigen, während die sich vertiefende politische Krise Brasiliens ihn scheitern lassen könnte. Diese Lagebeurteilung gilt sowohl für die Interessen der Schweiz als auch für jene der EU.

Der in der Schweiz exklusiv für die Leserschaft des Gewerbeblogs erscheinende Bericht der GIS gibt einen intimen Einblick in die komplizierte Lage.

LINK (PDF-Datei):

GIS-Bericht „Handelsabkommen zwischen Mercosur und der Europäischen Union – Abschluss in Sicht?“


Logo Geopolitical Information Service GISGeopolitical Information Service AG (GIS) ist ein international aufgestellter Informa­tions­dienstleister, der Interessierten tiefe Einblicke in den Bereichen Geopolitik, Wirtschaft, Verteidigung, Sicherheit und Energie erlaubt. Ein weltweites Team von ausgewiesenen Experten verfasst unabhängige Reports, die die Faktenlage ergänzen, analysieren und Hintergründe liefern. Ferner äussern sich die GIS-Experten in Szenarien zu signifikanten geopolitischen Entwicklungen. Somit bieten die Reports nicht nur ein expertengestütztes “big picture”, sondern auch wertvolle Einschätzungen über künftige Geschehnisse. Damit wird die langfristige Entschei­dungs­findung von Unternehmen auf Basis gesicherter und breiter Informationen unterstützt.

Regulierungskosten: Wenn der Bundesrat in Routine verharrt

17 Jul

Hans-Ulrich Bigler, Direktor Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Pünktlich zu Beginn der Sommerhitze publizierte der Bundesrat seine Lageanalyse zur Frankenstärke. Das Gremium fühlt sich in früheren Einschätzungen bestätigt, es drohe keine schwere Krise, allerdings – so der O-Ton – dürfte das Wirtschaftswachstum in den nächsten Quartalen sehr schwach sein. Es drohe in den vom Frankenkurs betroffenen Branchen ein erheblicher Verlust an Arbeitsplätzen.

Der Bundesrat tut routiniert das vermeintlich Naheliegende: Runde Tische werden einberufen, Sondermassnahmen für die Innovationsförderung beschlossen und die Bewilligungspflicht für Kurzarbeit erleichtert. Nur – ist das Naheliegende immer auch das Richtige?

Szenenwechsel. Gegen Ende Juni – also noch vor der Sommerhitze – traf auf unserer Geschäftsstelle eine E-Mail mit folgendem Betreff ein: «Aktuelle Lage: Hilfeschrei!», um dann in der Anrede fortzufahren «Die metall­ver­arbeitende Industrie und das Gewerbe befinden sich im freien Fall!!!!!!».

«Les extêmes se touchent» – gewiss. Und trotzdem lohnt es sich, etwas genauer hinzuschauen. Zunächst: der Schweizerische Gewerbeverband sgv teilt die letzte Woche veröffentlichte Lageeinschätzung des Bundesrates zu den Folgen der Frankenstärke. Allerdings sei deutlich und mehrfach unterstrichen: Den betroffenen Unternehmungen helfen Runde Tische und weitere Berichte nicht weiter. Gefragt sind Massnahmen der Politik, die in den Betrieben dazu beitragen, den durch die Aufhebung des Mindestkurses entstandenen Fixkostensprung von bis zu 15 Prozent zu lindern.

Die ausserordentliche Frankenstärke stellt viele KMU vor grosse Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, dass der Abbau unnötiger Regulierungskosten rasch vorangetrieben wird. Der Bundesrat selbst hat Massnahmen vorgeschlagen, verharrt jetzt aber im Stillstand und lässt die Amtsmühlen im Leerlauf weiterdrehen.

Die ausserordentliche Frankenstärke stellt viele KMU vor grosse Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, dass der Abbau unnötiger Regulierungskosten rasch vorangetrieben wird. Der Bundesrat selbst hat Massnahmen vorgeschlagen, verharrt jetzt aber im Stillstand und lässt die Amtsmühlen im Leerlauf weiterdrehen.

Die Antwort hat der Bundesrat im Dezember 2013 – also bereits vor mehr als eineinhalb Jahren und lange vor der Aufhebung des Mindestkurses – in seinem Bericht zur Messung der KMU-Regulierungskosten selber gegeben. Wachstum aus eigener Kraft, fernab von Frankenschock und hartem, inter­nationalen Wettbewerb, kann durch die Senkung unnötiger Regulierungs­kosten geschaffen werden. Nachzulesen an dieser Stelle schon seit vielen Jahren. Nun auch vom Bundesrat amtlich bestätigt.

In der Beantwortung des Postulates Fournier schlug der Bundesrat im Jahr 2013 selber verschiedene Senkungs­massnahmen vor. Beispielsweise mit einem Einheitssatz der Mehrwertsteuer, mit der Harmonisierung der Bau­normen oder mit gezielten Vereinfachungen im Zoll- und Umweltverfahren.

Doch anstatt diese Massnahmen umzusetzen, wurde abgewartet. Nun ist es endlich an der Zeit, diese unnötigen Regulierungskosten zu senken – und nicht noch einen weiteren Bericht zu erstellen. Das verlangt sgv-Vize­präsident Jean-René Fournier in einer erneuten Motion. Für den sgv ist es völlig unverständlich, dass der Bundesrat diese ablehnt und stattdessen die Amtsmühlen im Leerlauf weiterdrehen lassen will. Wie bereits dargelegt: Von der Senkung unnötiger Regulierungskosten profitiert die ganze Schweiz: Der Wettbewerb wird gefördert und intensiviert, die Produktivität kann gesteigert werden und Unternehmen sichern Arbeits­plätze. Vor diesem Hintergrund unterstützt der sgv den bürgerlichen Schulterschluss nach Kräften.

Wenn nun der Parteipräsident der SP, Ständerat Levrat, in der Sonntags­presse dagegen polemisiert und vor einem billigen Marketingtrick warnt, sollte dies aufhorchen lassen. Offenbar stimmt die Marschrichtung und es bleibt zu hoffen, dass insbesondere im Herbst bürgerliche Parlamentarierinnen und Parlamentarier gewählt werden, die diese Stossrichtung nach Kräften mit­tragen.

Umwelt: Der Raschelsack bleibt

7 Jul

Henrique Schneider, Ressortleiter Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Die bewegte Geschichte eines gut gemeinten, schlecht umgesetzten und erst noch ­falschen Ansatzes zur Rettung der Welt ist – vorerst – zu Ende. Zunächst sprach man von einer Gebühr. Später wollte man alle Raschelsäcke verbieten; dann wieder nur einige. Der Schweizerische Gewerbeverband sgv hat alle diese Vorschläge von Anfang an bekämpft. Nach über zwei Jahren Hin und Her musste sogar die Verwaltung zugeben: Verbot und Gebühr lassen sich nicht realisieren. Ein Sieg? Mitnichten.

Ein Grundlagenirrtum

Als im Jahr 2012 das Parlament eine Motion annahm, die Massnahmen gegen die Abgabe von Raschelsäcken verlangte, unterlag es einem Grundlagenirrtum. Es herrschte damals die Idee, Raschelsäcke seien besonders umweltschädlich, weil sie meist als Einwegtaschen gebraucht werden. Zumal sind sie aus Plastik. Und Plastik hat nicht den besten Ruf.

Ob im Grossverteiler oder im Laden an der Ecke: Kundinnen und Kunden dürfen ihren Einkauf weiterhin im Raschelsack nach Hause tragen.

Ob im Grossverteiler oder im Laden an der Ecke: Kundinnen und Kunden dürfen ihren Einkauf weiterhin im Raschelsack nach Hause tragen.

Diese Sicht erwies sich aber als falsch. Kunststoff kann genauso umwelt­schonend sein wie etwa Papier oder Holz. Dies wurde kurz nach der Annahme der Motion bestätigt. Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt EMPA stellte die Ökobilanz verschiedenster Tragtaschen zusammen. Betrachtet man ihren gesamten Lebenszyklus, d. h. Entstehung, Verwendung und Entsorgung, schneiden die Plastiksäcke sehr gut ab. Sie sind umweltschonender als manche Papiertragtasche und ohnehin viel besser als Baumwolle.

Roland Hischier, der die Empa-Studie erstellt hat, geht sogar noch weiter: «Durch die Raschelsäcklein entsteht wegen deren geringerem Gewicht eine noch viel geringere Umweltbelastung.»

Verwaltung blieb unbeeindruckt

Dieser Befund vermochte aber die Verwaltung nicht sonderlich zu beein­drucken. Emsig machte man sich an neue Modelle. Ob eine zusätzliche Gebühr oder ein flächendeckendes Verbot: Die Vorschläge wurden immer absurder. Zunächst wollte man Massnahmen für einige, dann für alle Branchen. Dann «Lösungen» ab einer bestimmten Verkaufsfläche, später für kleinere Flächen. Man kann es sich vorstellen: Die Raschelsack-Motion, an sich schon ein toter Fisch, drohte in den Händen der Verwaltung zum bürokratischen Monster zu mutieren.

Verschiedene gewerbliche Verbände aus dem Handel haben zusammen mit dem sgv Konter gegeben. Wenn schon eine Gebühr oder ein Verbot einge­führt werden sollte, dann nur über das Parlament, so der Tenor. Denn es geht nicht an, dass irgendwelche Kreise sich zu Absprachen treffen und eigen­mächtig Verordnungen ändern.

Die Abwehr hat sich gelohnt

Zu Beginn sah die Lage schlecht aus. Doch aus der wilden Entschlossenheit, noch mehr zu regulieren, wurde zunehmende Skepsis. Und nach zwei Jahren kam auch die Verwaltung zur Erkenntnis, die eigentlich logisch ist: Eine Änderung der rechtlichen Grundlage kann nur über das Parlament erreicht werden.

«WILDE ENTSCHLOSSENHEIT, DANN SKEPSIS UND AM ENDE DIE ERKENNTNIS: ALLES HALB SO SCHLIMM.»

Nun verzichtet die Verwaltung darauf, eigenmächtig eine neue Gebühr oder ein Verbot einzuführen. Doch damit ist die Vorlage nicht definitiv am Ende. Im Laufe der nächsten Legislatur soll dem Parlament eine Gesetzesänderung unterbreitet werden. Der Kampf des sgv gegen Gebühren, Verbote und Belastungen geht damit weiter.

Ab dem 1. Juli: Aktiengesellschaften aufgepasst

3 Jul

Henrique Schneider, Ressortleiter Schweizerischer Gewerbeverband

Am 1. Juli 2015 ist das „GAFI-Gesetz“ in Kraft getreten. Dieses legt neue Eintragungs- und Deklarationspflichten für Aktiengesellschaften, Gesellschaften mit beschränkter Haftung und Stiftungen fest. Das Gesetz unterscheidet nicht zwischen Grossunternehmen und KMU; deshalb sind potenziell alle o.g. juristische Personen betroffen.

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Seit dem 1. Juli 2015 gilt das neue GAFI-Gesetz; die darin festgelegten Deklarations- und Eintragungspflichten gelten für AGs, GmbHs und Stiftungen. Eine Unterscheidung zwischen Grossunternehmen und KMU wird nicht gemacht.

Konkret: Alle Inhaberaktiengesellschaften sind betroffen. Darüber hinaus können auch Namensaktiengesellschaften und Gesellschaften mit beschränkter Haftung betroffen sein. Was ändert sich? Man muss verschiedene Deklarationspflichten erfüllen und das Aktienbuch nachführen bzw. eines einführen. Es können sich auch Statu­­ten­­änderungen aufdrängen. Die Merkblätter anbei infomieren über den Anpassungsbedarf.

Das Perfide: Wenn man es nicht anpasst, drohen Konsequenzen.

Die Mitgliedschaftsrechte (insbesondere das Stimmrecht) ruhen, solange der Aktionär/Anteilsinhaber der Meldung nicht nachgekommen ist.

Die Vermögensrechte (z. B. Dividenden) kann der Aktionär/Anteilsinhaber erst geltend machen, wenn er seiner Meldepflicht nachgekommen ist. Wird die Meldung innerhalb eines Monats nicht vorgenommen, ruhen die Vermögensrechte ebenfalls. Kommt er der Meldepflicht später nach, leben die Vermögensrechte erst ab diesem Zeitpunkt wieder auf, wobei bis dahin aufgelaufene Vermögensrechte verwirkt sind.

Für Informationen ist das Schreiben des Bundesamtes für Justiz empfehlenswert. Der sgv hat eine Kurzzusammenfassung in Form eines Merkblattes zusammengestellt.

Weiterführende Informationen (PDF-Dokumente):

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