Urbanisierung und Internationalisierung: Chancen für Schweizer KMU

22 Jul

Erstmals in diesem Jahrhundert wird mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten respektive urbanen Gebieten leben. Der weltweite Urbanisierungstrend eröffnet Schweizer Unternehmen attraktive Wachstumsmöglichkeiten. In den Mega-Cities steigt die Nachfrage nach intelligenten Urbanisierungskonzepten, effizientere Mobilität, energiesparenden Baumaterialien, Systemen zur Lösung von Trink- und Abwasserproblemen sowie der Abfallproblematik.

Die Switzerland Global Enterprise (S-GE, ehemals OSEC) organisiert am 18. September eine Tagung zu diesem Thema. Kompetente Experten informieren und KMU erzählen aus ihrer Praxiserfahrung.

Erstmals überhaupt wird in diesem Jahrhundert über die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten leben. Dies eröffnet auch für Schweizer KMU ausserordentliche Wachstumschancen.

Erstmals überhaupt wird in diesem Jahrhundert über die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten leben. Dies eröffnet auch für Schweizer KMU ausserordentliche Wachstumschancen.

Unter anderem wird darin Beat Huber, Präsident des sgv Mitgliedsverbands SVUT (Schweizerischer Verband für Umwelttechnik), zum Thema «Neue Märkte für Abfall- und Recyclingtechnologien aus der Schweiz – kostengünstige Marktpräsenz und -Erkundung» referieren.

Damit wird deutlich gezeigt, dass Internationalisierung und Urbanisierung gerade auch für die Schweizer KMU-Wirtschaft eine Chance sind. Wie Schweizer KMU diese nutzen können, erfahren Sie am 18. September 2014 im Komplex 457 in Zürich-Altstetten.

Mehr Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier:
http://www.s-ge.com/schweiz/export/de/event/s-ge-impulse-infrastructure

Kein Steuergeld für linke Polit-Propaganda

15 Jul

Hans-Ulrich Bigler, Direktor Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Nicht objektive Informationsarbeit, sondern für Konsumenten häufig fragwürdige linke Propaganda: Das ist das Ergebnis der Aktivitäten der Stiftung für Konsumentenschutz. Zusammen mit ihren Alliierten kassiert die SKS dafür vom Bund fast eine Million Steuergelder. Dies steht im krassen Widerspruch zum Konsumenteninformationsgesetz. Der Schweizerische Gewerbeverband sgv fordert deshalb, dass den betroffenen Konsumentenorganisationen die Steuergelder entzogen werden, solange sie politischen Aktivismus betreiben.

Von wegen unabhängig…

Eine «unabhängige und kritische Anwältin der Konsumentinnen und Konsumenten» will sie sein, die SKS. Und SKS-Stiftungsratspräsidentin Prisca Birrer-Heimo streicht gerne heraus, dass Sara Stalder, die Geschäftsführerin der SKS, kein politisches Mandat innehaben dürfe. Hebt man aber dieses Deckmäntelchen der «objektiven Konsumentenorganisation» etwas an, wird klar, dass vor allem Politik und weniger objektive Information im Fokus der SKS steht. Auf der Homepage bezeichnet sich die SKS denn auch selbst als «Lobby» und preist ihre «Politik für Konsumenten» an. Und spätestens wenn die SKS Parlamentarierinnen und Parlamentarier auf eine von ihr verfasste politische Charta einschwören will, kommt der Charakter einer politischen Organisation deutlich zum Vorschein.

Die Luzerner SP-Nationalrätin Prisca Birrer-Heimo ist Präsidentin der Stiftung für Konsumentenschutz SKS. Gegen eine Million kassieren SKS und Alliierte jährlich vom Staat – und sollen dafür objektiv über Konsumfragen informieren. Tatsächlich betreibt die SKS mit diesen Steuergeldern knallhartes linkes Lobbying.

Die Luzerner SP-Nationalrätin Prisca Birrer-Heimo ist Präsidentin der Stiftung für Konsumentenschutz SKS. Gegen eine Million kassieren SKS und Alliierte jährlich vom Staat – und sollen dafür objektiv über Konsumfragen informieren. Tatsächlich betreibt die SKS mit diesen Steuergeldern knallhartes linkes Lobbying.

Selbstverständlich ist es legitim, als Lobbyorganisation Einfluss auf den Politbetrieb zu nehmen – solange man sich nicht gleichzeitig für eine Aufgabe bezahlen lässt, die mit dieser politischen Rolle in keiner Weise vereinbar ist. Genau das aber ist bei der SKS der Fall.

Konsumentenanliegen bleiben auf der Strecke

Häufig werden die Interessen der Konsumentinnen und Konsumenten den politischen Interessen der SKS schamlos untergeordnet. Das dokumentieren zahlreiche Beispiele von links geprägten Forderungen und Eingaben der SKS, die sich auch mit viel Goodwill nicht als Interesse der Konsumenten umdeuten liessen.

«Wer wird von der SKS denn vertreten, wenn sie die Forderung stellt, Konsumentinnen und Konsumenten mit Abgaben auf Plastiksäcken zu belasten, wenn sie im Laden ihre Einkäufe zusammenpacken wollen?»

Viele Konsumenten fühlten sich eher belästigt und desinformiert, wenn ihnen – wie von der SKS gewünscht – ganze Beipackzettel mit den Rohstoffdeklarationen auf Lebensmitteln zugemutet würden. Nach Meinung der SKS aber ist es offenbar im Interesse der Schweizer Konsumentinnen, seitenweise Kleingedrucktes zu lesen und dafür auch noch höhere Preise zu zahlen.

Unnützer, teurer Preisbarometer

Geht es nach der SKS, sollen die Konsumentinnen und Konsumenten mit einer neuen Recyclinggebühr munter weiterzahlen. Als Grosserfolg feiert die SKS auf ihrer Homepage weiter die Revision des Kartellgesetzes, mit der tausende sinnvolle Kooperationen zwischen KMU, von denen insbesondere auch die Konsumentinnen und Konsumenten profitieren, massiv erschwert oder verunmöglicht würden. Lokal verankerte Detaillisten verschwinden, wenn ihnen im Franchise-System Steine in den Weg gelegt werden und sie gegenüber Grossverteilern wie der Migros benachteiligt werden.

Wie wenig die Konsumentinnen und Konsumenten in der Realität von den Projekten der SKS halten, zeigt ihr fundamentales Desinteresse am teuren und unnützen Preisbarometer, der im Internet mehr zum Einkauftourismus anspornt, als brauchbare Informationen zu liefern. Mit mickrigen 300 000 Klicks seit seiner Einführung im Jahr 2012 ist die Konsumentenstimmung für dieses Portal in den Keller abgesackt. Gleichzeitig sind die Kosten pro Klick auf 2.30 Franken gestiegen. Wo private Vergleichsdienste im Internet Profiarbeit leisten verschwenden die SKS und ihre Alliierten 500 000 Franken Steuergelder.

Gleichschaltung der Konsumenten

Dass ein solches Vorgehen der SKS überhaupt möglich ist, entblösst die eklatanten Missstände im Eidgenössischen Büro für Konsumentenfragen, dessen Führung personell und ideologisch mit der SKS verbandelt ist und eifrig Geld in dessen Kassen leitet. So hat das «Büro» kurzerhand den Verteilschlüssel für die Subventionen geändert, nachdem sich mit dem liberalen Konsumentenforum kf eine Konsumentenorganisation erdreistet hat, von der «offiziellen» Linie abzuweichen und andere Konsumentenmeinungen einzubringen. Während die Allianz rund um das SKS munter 80 Prozent der Mittel einsteckt, sollen offenbar andere Stimmen zum Schweigen gebracht werden.

Subventionen sofort einstellen

Der grösste Dachverband der Schweizer Wirtschaft fordert, dass diese Politsubventionierung sofort unterbunden oder mindestens solange sistiert wird, als die Konsumentenorganisationen politischen Aktivismus betreiben. Denn die aktuelle Situation verstosst gegen das Gesetz, das eine «objektive, neutrale Konsumenteninformation» verlangt. Gleichzeitig fordert der sgv eine generelle Überprüfung der Subventionierung im Rahmen des Konsumenteninformationsgesetzes. «Dank des Internets und privaten Anbietern sind die Konsumentinnen und Konsumenten heute besser informiert als je zuvor. Diesen veränderten Umständen muss Rechnung getragen werden. Wir müssen damit aufhören, Steuergelder für Leistungen aufzuwenden, die von unabhängigen privaten Organisationen besser und ohne Belastung der Steuerzahler erbracht werden.

Weiterführende Links:

Wider Alarmismus und Impertinenz!

7 Jul

Hans-Ulrich Bigler, Direktor Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Vor kurzem hat der Bundesrat seinen Umsetzungsvorschlag zur Masseneinwanderungs-Initiative präsentiert. Der Schweizerische Gewerbeverband sgv begrüsst das Konzept mehrheitlich. Der Volkswille einerseits und die Anliegen der Wirtschaft andererseits werden im Wesentlichen respektiert. Stellt sich nur die Frage, weshalb Kreise aus der Wirtschaft trotzdem auf falschen Alarmismus machen und die Linke einmal mehr mit Impertinenz glänzt.

Angesichts des Abstimmungsresultates anfangs Februar ging der sgv in der anschliessenden Diskussion zur Umsetzung entschlossen in den Lead. Der grösster Dachverband der Schweizer Wirtschaft forderte deren Interessen mit Nachdruck ein.

Bereits Mitte März skizzierte die Verbandsführung des sgv  erste konkrete Lösungsansätze. Im Kick-off-Meeting des Bundesrates waren die Sozialpartner, die Kantone und die Verwaltung  vertreten. Die Ausgangslage war klar: der Volksentscheid ist zu respektieren und entlang der Verfassungsbestimmung umzusetzen. Oberste Priorität hat die im Text erwähnte Berückichtigung der «gesamtwirtschaftlichen Bedürfnisse». Dies erfordert die Gewährleistung des freien Marktzugangs in die EU und die Beibehaltung der bilateralen Verträge.

Ebenso müssen jegliche Regulierungsschübe vermieden und Freiräume ausgenutzt werden. Die heutigen Stärken unseres flexiblen Arbeitsmarktes sollen unter Respektierung der Verfassung weitgehend beibehalten werden. Flexibilität ist insbesondere bei den Kurzaufenthaltern bis zu einem Jahr auszumachen, die aus Sicht des sgv nicht unter den Begriff der Zuwanderung fallen. Entgegen dem Vorschlag des Bundesrates sollten diese nicht nur während 90 Tagen, sondern während eines Jahres kontingentsfrei in der Schweiz arbeiten dürfen.

Diesen Forderungen entspricht das Umsetzungskonzept, wie es derzeit vorliegt. Massgebliche Ausnahme: Der Spielraum für Kurzaufenthalter über ein Jahr wird nicht vollumfänglich ausgeschöpft. Hier stellt sich die Frage, ob dies Anlass sein kann, um gleich den Untergang der Wirtschaft zu prognostizieren, wie dies teilweise aus Wirtschaftskreisen der Fall ist. Alarmismus ist zum heutigen Zeitpunkt der falsche Ratgeber. Zunächst gilt, dass wir erst am Anfang des politischen Prozesses stehen. Was momentan vorliegt, ist ein Umsetzungskonzept. Darauf basierend wird nun in den nächsten Monaten eine Vorlage ausgearbeitet, die anschliessend – wie in unserem Land üblich – in die Vernehmlassung geht. An dieser Stelle wird sich Gelegenheit bieten, auf mögliche Fehlentwicklungen hinzuweisen und Korrekturen auch während des parlamentarischen Entscheidprozesses anzubringen.

Doch nicht nur aus Wirtschaftskreisen werden aufgeregte Stimmen laut. Wie gewohnt versucht die SP die Gunst der Stunde zu nutzen und ihr Programm zur «Überwindung des Kapitalismus» umzusetzen. Präsentiert wird der übliche Forderungskatalog. Geradezu impertinent ist dabei die erneute Forderung nach Stärkung von Löhnen und Kaufkraft: «Existenzsichernde Mindestlöhne führen zu Rationalisierung und verhindern Lohndumping», steht da zu lesen.

Einmal mehr tritt die Linke hier die Meinung des Souveräns mit Füssen. Drei Viertel aller Stimmbürger haben gerade erst ein wuchtiges Nein zur Mindestlohn-Initiative in die Urne eingelegt. Dieses Verdikt möge bitte schön endlich auch von den Sozialisten zur Kenntnis genommen werden! Für unser Land gilt glücklicherweise unverändert: Das letzte Wort hat nach wie vor der Souverän.

Jeder Eintopf kann auch aufstossen

1 Jul

Henrique Schneider, Ressortleiter Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Finanzdienstleistungen – Der Finanzplatz Schweiz bleibt in Bewegung: Doch gleiche Regelungen für Ungleiches machen keinen Sinn – ganz besonders nicht für KMU.

Hinter den Kulissen wird seit geraumer Zeit am Finanzdienst­leistungs­gesetz herumgeköchelt. Dabei ist es wie bei einem Eintopf: Es wird ein grosses Gesetzesprojekt bearbeitet, das alle Finanzdienstleister – ob Banken oder Versicherungsbroker – in einem Topf mischt und durchreguliert. Zumindest war das so einmal gedacht.

Aus einem mach zwei

Doch die Vorlage, die voraussichtlich Ende Juni in die Vernehmlassung geht, wird anders aussehen. Erstens werden vermutlich aus einem zwei Gesetze gemacht. Das Finanzdienstleistungsgesetz (FIDLEG), welches die Produkte und den Anlegerschutz regelt und das Finanzinstitutsgesetz (FINIG), das die Anbieter reguliert. Zweitens wird die Vorlage wohl viel weniger ambitiös ausfallen, als ursprünglich geplant. Beispielsweise ist es unwahrscheinlich, dass es zu einer (weiteren) Beweislastumkehr kommt. Es ist auch davon auszugehen, dass die Selbstregulierungs­orga­ni­sa­tionen weiterhin eine Rolle spielen werden. Das ist alles positiv.

Wie viel EU?

Drittens – und das ist das Problem – wird die Vorlage eines ihrer selbstgesteckten Ziele vermutlich nicht erreichen. Die Idee war, mit einem Schlag eine volle Äquivalenz zur EU herzustellen, indem die Schweiz in Form des FIDLEG (und nun auch des FINIG) die europäische MIFID-II-Richtlinie – sie regelt Wertpapier- und Kapitalmärkte in Europa – übernimmt. Ob das geschehen wird, bleibt noch ­abzuwarten. In der Schweiz werden Gesetze bekanntlich vom Parlament gemacht und nicht von der EU. Und die Räte können noch vieles abändern. Viel wichtiger ist aber die Erkenntnis, dass selbst wenn 
die Schweiz alles umsetzt, was die EU vorgibt, die ­Äquivalenz immer 
noch nicht automatisch gewährleistet wird. Und selbst wenn es Äquivalenz gäbe, könnten Schweizer Finanzdienstleister nicht diskriminierungsfrei in der gesamten EU tätig werden, denn dort gibt es auch Länderrecht. Und das ist alles andere als harmonisch.

Was gut aussieht, schmeckt nicht jedem gleich: Vor allem für KMU ist eine Gesetzgebung nach der Eintopf-Methode ungeniessbar.

Was gut aussieht, schmeckt nicht jedem gleich: Vor allem für KMU ist eine Gesetzgebung nach der Eintopf-Methode ungeniessbar.

Überhaupt kann man kritisch anmerken: Der Finanzplatz Schweiz ist gerade deswegen erfolgreich geworden, weil man sich anders verhalten hat als Europa. Es ist bezeichnend, dass seitdem man sich unablässig um eine EU-Annäherung bemüht, der Finanzplatz an Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit einbüsst.

Für KMU wichtig

Ob FIDLEG oder FINIG: beide Vorlagen sind für KMU wichtig. Für die Finanz-KMU, die den grössten Teil des Finanzplatzes ausmachen, können Überregulierungen existenziell bedrohlich sein. Wenn ein Grossunternehmen einen Franken für die Umsetzung von Finanzmarktregulierungen ausgeben muss, verursacht das gleiche Massnahmenbündel bei mittleren Unternehmen Zusatzkosten von vier Franken und bei kleinen Unternehmen solche von zehn Franken. Und genau gegen diese Marktverzerrung tritt der Schweizerische Gewerbeverband sgv an.

Der grösste Dachverband der Schweizer Wirtschaft tritt deswegen entschieden für nach Grössen und Geschäftsfeldern differenzierte Regulierung ein. Wenn eine Grossbank unbedingt den Marktzugang zur EU braucht, dann bedeutet dies nicht gleichzeitig, dass jede Vermögensverwalterin einen solchen auch braucht.

Das FIDLEG und das FINIG, an denen derzeit im Hintergrund geköchelt wird, werden bald angerichtet werden. Auch wenn eine gewisse Modernisierung der Finanzplatzgesetzgebung in der Schweiz sicher sinnvoll wäre, wird der sgv darauf achten, dass keine neuen, für KMU ganz besonders schädlichen Giftmischungen entstehen.

 

Privatsphäre unter Angriff: Hungriger Datenstaat

17 Jun

Henrique Schneider, Ressortleiter Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Schon wieder sind die Zeitungen mit Indiskretionen im Nachrichtendienst des Bundes (NDB) voll. Ob nun ein Mitarbeiter eine gesamte Festplatte entwendet oder Bürger ausspioniert; der NDB kann keine Gewähr bieten, dass die Informationen, die er hat, geschützt werden.

Privatsphäre unter Angriff: Der Datenhunger des Staates scheint keine Grenzen zu kennen.

Privatsphäre unter Angriff: Der Datenhunger des Staates scheint keine Grenzen zu kennen.

Das ist vor allem deswegen ein Problem, weil der NDB noch mehr Informationen will. Mit dem Entwurf des Nachrichtendienstgesetztes werden die Bundesspione ihren Datenhunger nach Belieben stillen können. Sie können im In- und Ausland verdeckt vorgehen. Und falls der Hunger in Gefrässigkeit endet, sieht das Gesetz keinerlei wirksame Mittel vor, um die Rechte der Bürgerinnen und Bürger auf ihre eigene Daten zu schützen. Der fliessende Übergang von Spionage und Polizei wird im Gesetzesentwurf geradezu zelebriert.

Der Datenstaat lauert überall

Der staatliche Datenhunger wird aber nicht nur im Nachrichtendienstgesetz verankert. In vielen aktuellen Gesetzesrevisionen erhalten die Behörden nahezu uneingeschränkten Zugang zu personenbezogenen Informationen. Der Schutz der Privatsphäre scheint dabei bestenfalls zweitrangig zu sein. Beispiele gefällig?

  • Der automatische Informationsaustausch in Steuersachen ist ein Beschluss des Bundesrates. Mit ihm werden Steuerdaten ohne Wissen der betreffenden Personen an ausländische Behörden geliefert.
  • Mit dem Abkommen mit der EU in Wettbewerbsangelegenheiten können die entsprechenden Kartellbehörden Informationen zu Firmen austauschen, ohne sie zu informieren (bei Paralleluntersuchungen). Wie es von den Verteidigern dieses Abkommens immer wieder heisst, geht es um die „Freiheit der Behörden“.
  • Das neue Bundesgesetz zur Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (BüPF) erlaubt die Installation von Bundestrojanern auf Computern und Mobiltelefonen, die Speicherung auf Vorrat aller Verbindungsdaten während 12 Monaten (E-Mail, Handy, IP-Adressen, usw.) sowie eine intrusive Überwachung der Mobiltelefonie.
  • Das Zollgesetz erlaubt neu die Personenüberwachung inklusive Beschattung (d.h. das unerkannte Verfolgen). Brisant ist dabei, dass der Zoll dies bereits tat, bevor dafür eine gesetzliche Grundlage vorhanden war, wie der Bundesrat zugibt.
  • Und selbst im neuen Sportgesetz soll eine automatische Verarbeitung von Personeninformationen vorgenommen werden. Warum? Während andere Gesetze zumindest versuchen, einen Rechtfertigungsgrund für den stets wachsenden Datenhunger zu finden, wird dies im neuen Sportgesetz gar nicht erst versucht.

Der hungrige Datenstaat ist nicht die CIA oder die NSA oder gar ein Gespenst ausgefallener Fantasiefilme, sondern eine Realität in der Schweiz.

Wachstumsmarkt Asien: Qualität und Premium voll im Trend

16 Jun

Wolfgang Schanzenbach, Regional Director Asia-Pacific Switzerland Global Enterprise (ehemals Osec)

Die wachsende Mittelschicht wird anspruchsvoller – Schweizer Unternehmen sind prädestiniert, um diese Bedürfnisse zu erfüllen.

Asien und Billigware, das war einmal. Heuer kommt auch auf dem grössten Kontinent immer mehr Klasse vor Masse. Eine zahlungskräftige Mittelschicht wächst heran, mit höheren Ansprüchen an die Qualität und Sicherheit der Produkte, die sie erwerben, und der Dienstleistungen, die sie in Anspruch nehmen. Für Schweizer Unternehmen, die in Asien vor allem als Nischen- und Premiumanbieter bekannt sind, eine willkommene Entwicklung, die ihnen auf dem Kontinent mehr Geschäftsmöglichkeiten denn je eröffnet.

Ein Beispiel: Indonesien, mit 250 Mio. Einwohnern die viertgrösste Nation der Welt. Rund 45 Mio. Indonesier gehören dem Mittelstand an, der sich bis 2030 verdreifachen dürfte. Bis 2015 sollte das im vergangenen Jahr etwas schwächelnde Wirtschaftswachstum wieder auf 6 Prozent steigen. Vielleicht liegt ja auch noch mehr drin, denn die ASEAN, zu deren Mitgliedern Indonesien gehört, hat auf 2015 die schrittweise Einführung von Liberalisierungsmassnahmen angekündigt. Ziel ist es, den Waren- und Personenverkehr zu vereinfachen – und so Handelshemmnisse abzubauen.

Asien und Billigware, das war einmal: Eine zahlungskräftige Mittelschicht wächst heran, mit höheren Ansprüchen an die Qualität und Sicherheit von Produkten und Dienstleistungen.

Asien und Billigware, das war einmal: Eine zahlungskräftige Mittelschicht wächst heran, mit höheren Ansprüchen an die Qualität und Sicherheit von Produkten und Dienstleistungen.

Zu den Kernbedürfnissen der neuen Mittelschichten gehört eine qualitative Gesundheitsversorgung – doch wie in den meisten asiatischen Schwellenländern weist das indonesische Gesundheitswesen noch viel Nachholbedarf auf. Die Nachfrage nach medizinischen Geräten dürfte sich weiterhin stark erhöhen, kann aber nur durch Importe gedeckt werden. Deren Quote in Indonesien bei 97,2 Prozent liegt.

So arbeitet ein führender Anbieter von Zahnimplantaten aus Basel etwa gemeinsam mit einem lokalen Distributionspartner in Indonesien; ein häufiger Schritt vieler Firmen, um schneller Bekanntheit im Markt zu gewinnen. Weiterhin lohnt es sich, viel Aufwand ins Coaching der Angestellten zu stecken. 2013 wuchs das Basler Unternehmen so deutlich. Schweizer Präzision und Qualität überzeugen.

Am „S-GE Impulse: Asia“ am 23. und 24. Juni führen ausgewiesene Asien-Experten durch Länder, Märkte und Branchen mit hohem Attraktivitätspotenzial für Schweizer KMU.
Mehr Informationen und Anmeldung unter www.s-ge.com/impulseAsia

Die zentrale Rolle der Frauen in den Schweizer KMU

4 Jun

Nationalrat Jean-François Rime, Präsident Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Unternehmerinnen und Frauen in Kaderpositionen spielen in der KMU-Wirtschaft eine viel wichtigere Rolle als in grossen Unternehmen oder in der Verwaltung. Diese Rolle könnte jedoch Schaden nehmen, wenn man den KMU allgemeine, auf Grossunternehmen ausgelegte Regeln auferlegt. Die Diskussion über die Stärkung der Frauen war bisher einzig auf die grossen Unternehmen ausgerichtet und muss dringend in neue Bahnen gelenkt werden.

In den KMU nehmen 35 % der Frauen eine Vorgesetztenfunktion ein. Fast jede zweite Einzelfirma wird von einer Frau geführt. Und mit einem Anteil von 22 % sind Frauen in der KMU-Wirtschaft im Vergleich zum Schnitt über alle Unternehmen (15 %) auch im Verwaltungsrat überdurchschnittlich häufig in Führungspositionen tätig. Diese erfolgreiche Integration der Frauen in die Führungsebene ist sehr wertvoll. Das beweist auch die Tatsache, dass Familienbetriebe mit 58 % Frauenanteil mehrheitlich von Frauen geführt werden.

Unternehmerische Flexibilität: 70% der Frauen in KMU arbeiten Teilzeit – auch in Führungspositionen.

Unternehmerische Flexibilität: 70% der Frauen in KMU arbeiten Teilzeit – auch in Führungspositionen.

Diesen offensichtlichen Unterschieden wird aber in der Hauptdiskussion zum Thema Frauenförderung keinerlei Rechnung getragen. Sie dreht sich ausschliesslich um Quoten und organisatorische Zwangsmassnahmen, die in grossen Unternehmen und in der Verwaltung umgesetzt werden sollen. Die Realität in den KMU wird im besten Fall ausgeblendet. Oft werden jedoch undifferenzierte, auf grosse Organisationen ausgerichtete Ideen verallgemeinernd auch den KMU übergestülpt.

Die Diskussion über die Frauenförderung muss dringend in neue Bahnen gelenkt werden.

Die Frauen profitieren heute von der unternehmerischen Flexibilität in kleinen Firmen und Familienunternehmen. Sie finden dort oft individuelle Lösungen, die ihnen die Möglichkeit bieten, Karriere und Familie unter einen Hut zu bringen. Als Beweis: 70 % der Frauen in KMU arbeiten Teilzeit – auch in Führungspositionen. Der Handlungsspielraum dieser Frauen würde eingeschränkt, wenn die KMU dazu verpflichtet würden, starre Quoten und organisatorische Zwangsmassnahmen anzuwenden.

Wenn man die KMU-Unternehmerinnen wirklich fördern will, müssen vielmehr zuallererst die Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es den selbstständigen Unternehmerinnen, treibenden Kräften in einem Familienunternehmen oder Teilzeit angestellten Kaderfrauen ermöglichen, effizient und ohne unnötige administrative Belastungen arbeiten zu können. Diese Bedingungen sind umso notwendiger, als dass diese Frauen daneben häufig noch zahlreiche Aufgaben in der Familie übernehmen.

Anstatt die Frauen in KMU mit starren Quoten und Vorgaben auszubremsen, verlangt der Schweizerische Gewerbeverband sgv eine bewusste Stärkung der Frauen in der höheren Berufsbildung. Trotz ihrer zentralen Rolle in den KMU verfügen mit 12 % nämlich nur wenige dieser Frauen über einen Bildungsabschluss auf Tertiärstufe und damit über eine ihrer Verantwortung entsprechende Ausbildung. Es ist deshalb dringend notwendig, dass der Bund die höhere Berufsbildung auch für die KMU-Frauen stärkt und finanziell unterstützt. Nur so können die Frauen in den KMU wirklich gefördert werden! Es ist Zeit, die Diskussion über die Frauenförderung, die bisher einzig auf Grossunternehmen ausgerichtet war, in neue Bahnen zu lenken.

Quellen (PDF-Dateien):

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