Archiv | April, 2013

Recherche imprécise

26 Apr

Hans-Ulrich Bigler, directeur de l’Union suisse des arts et métiers usam

La concurrence doit en principe être saluée. Et de ce point de vue, il est réjouissant que les éditeurs se livrent une concurrence acharnée à travers les journaux du dimanche. Une concurrence qui se révèle par la chasse aux meilleurs scoops. Soit la poursuite de la nouvelle flambant neuve, à lire exclusivement le week-end et propre à susciter un niveau élevé d’indignation publique. Ce système fonctionne différemment dans le style et le ton selon le tempérament de la rédaction du dimanche, mais, au vu de leurs tirages, apparemment plutôt bien.

Lorsqu’une fois ou l’autre on ne parvient pas à dénicher la primeur tant espérée, il reste toujours la possibilité de construire une histoire accrocheuse. Tel ce qui s’est passé dans l’édition de la NZZ am Sonntag de dimanche dernier. Une fois de plus, on y remuait la thématique des rémunérations abusives et proclamait à grands titres que la majorité des chefs des entreprises cotées en bourse gagnaient plus d’un million de francs. Et de plus, la majorité des PME aussi serait de la partie. A titre de preuve était produit un tableau avec une liste de 20 entreprises, et dans un commentaire, sous le titre «Salaires des managers: les PME aussi se servent», on échauffait les émotions indignées.

Toutefois, cette apparente histoire alléchante a aussi deux revers. En examinant ladite liste de près, il ne s’agit certes que d’entreprises cotées en bourse, appelées «small-caps». Leur signe distinctif est bel et bien qu’elles sont plus petites que les grandes multinationales. Malgré cela, prévaut le constat que la question des salaires des managers a été définitivement tranchée par le souverain, avec l’acceptation de l’initiative Minder. Celle-ci concernait les firmes cotées en bourse – dont justement les «small caps». De surcroît, le Conseil fédéral a expliqué qu’il voulait rapidement créer des conditions claires avec une ordonnance d’application correspondante.

Un manque de précision dans la recherche journalistique apparaît également dans la définition des PME. Selon l’Office fédéral de la statistique, ce n’est pas la bourse qui est déterminante ici, mais les données suivantes  98% de toutes les entreprises ont moins de 50 collaborateurs et sont considérées comme petites entreprises. Le 1,7% supplémentaire emploie jusqu’à 250 personnes et fait partie de la catégorie des moyennes entreprises. Seul quelque 0,3% de toutes les entreprises tombe dans celle des grandes entreprises, dont aussi celles de la liste de la NZZ am Sonntag mentionnée plus haut.

Au vu de ces faits, il est inadmissible d’accuser les PME de rémunérations abusives. Effectivement, les patrons des PME se distinguent par le sens des réalités et de leur responsabilité envers leurs employés – justement parce qu’ils ont investi leur fortune personnelle et supportent le risque entrepreneurial avec leur propre porte-monnaie. Avec l’initiative 1:12 au contraire, on assiste à l’attaque frontale socialiste du principal avantage économique de notre pays dans la concurrence internationale. La Suisse est le pays le plus innovant du monde, en particulier parce que nous disposons d’un marché du travail flexible, qui garantit des emplois, le plein emploi et la prospérité.

La liberté présuppose la responsabilité. L’initiative socialiste veut des contrôleurs des salaires et une économie planifiée, la redistribution par l’acceptation de pertes de prospérité. A cela, il n’est qu’une réponse possible: un NON retentissant.

Den Wald, nicht bloss die Bäume betrachten

22 Apr

Von Henrique Schneider, Ressortleiter Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Wir verstecken uns hinter Bäumen, wissen aber nicht, in welchem Wald wir stecken. So lässt sich die Schweizer Finanzplatzpolitik ganz kurz beschreiben. Im Übrigen ist es schon falsch, von Finanzplatzpolitik zu reden. Eigentlich geht es um den Wirtschaftsstandort Schweiz und um den Platz der KMU darin. Doch langsam: Zuerst müssen wir herausfinden, in welchem Wald wir uns befinden.

Es ist weder ein Geheimnis noch eine Erkenntnis, dass sich die Schweiz in der Defensive befindet. Ob es ums Verbot von Bargeld oder um den automatischen Informa­tionsaustausch geht, die Schweiz findet sich leicht damit ab, dass diese Finanzvorschriften und viele weitere kommen, und versucht nur noch, Details zu beeinflussen. Man sagt sich wohl, dass das Schlimmste abgewendet wird, indem man sich hinter dem Baum verdrückt. Doch das Ziel müsste ja sein, aus dem Wald herauszukommen. Das bedingte aber, dass man ihn kennt.

Der Bundesrat versucht zwar immer wieder, sich (und uns) Finanzplatzstrategien zusammenzuzimmern. Oft werden diese als pauschalisierend, widersprüchlich oder benachteiligend – beispielsweise für KMU – zu Recht kritisiert. Selten wird jedoch gefragt, für welche Probleme sie eine Lösung sein sollen.

Worum geht es in Tat und Wahrheit? Dass der Schweizer Finanzplatz angegriffen wird, ist nicht die Frage – es ist eine Tatsache. Warum er angegriffen wird, ist die Frage. Wenn sich viele und starke Länder verschulden, dann brauchen sie Geld, um ihre Verpflichtungen zu bewirtschaften. Diese Länder treiben das benötigte Geld über Steuern ein. Wenn sie aber sehen, dass ihre Steuerbürger nach Alternativen suchen, nach Orten, wo sie eine geringere Last tragen müssen, werden die Länder versuchen, diese Alternative zu bekämpfen.

Konkret: Der internationale Druck will nicht den Schweizer Finanzplatz, sondern den Steuerwettbewerb an sich beseitigen. Es geht nicht um Schwarzgeld, Kundenschutz oder gar um Vorbeugung von Kriminalität. Diese Argumente sind nur Instrumente in einem Grossangriff auf jene Länder, die durch besonders tiefe Steuern international attraktiv sind. Und weil die verschuldeten Staaten in der Gruppe stärker sind, benützen sie internationale Institutionen wie die OECD als Regulierungskartell.

Das Ergebnis: Indem der Schweizer Finanzplatz unter Druck gesetzt wird, verliert unser Land an Attraktivität im internationalen Vergleich. Doch das geht auch zu Lasten unserer Bevölkerung und unserer KMU. Mittelfristig wird auch vom Ausland darauf eingewirkt, den Steuerwettbewerb zwischen den Kantonen einzudämmen und die Mehrwertsteuer zu erhöhen. Das ist der Wald, in dem wir uns befinden.

Nur wenn wir den Wald kennen, können wir einen Ausweg finden. Und dieser besteht nicht darin, sich hinter den einzelnen Bäumen des Finanzplatzes zu verstecken. Der Ausweg führt über eine durchdachte Positionierung eines fiskal stabilen Landes vis-à-vis der nordatlantischen Schuldenwirtschaft. Der Ausweg bedingt aber auch einen harten Willen – und viel Durchsetzungskraft!

Klartext ist angesagt

5 Apr

Von Hans-Ulrich Bigler, Direktor Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Wie für einen KMU-Unternehmer üblich hat Nationalrat Philipp Müller kürzlich an der Parteibasis Klartext zu den inakzeptablen Abzockersalären geredet. Zugegeben, in der Wortwahl hat er sich vergriffen. Allerdings hatte er umgehend die Grösse, sich dafür zu entschuldigen. Die Message hingegen ist klar: eine zahlenmässig kleine, abgehobene Managerkaste gefährdet den gesellschaftspolitischen Zusammenhalt unserer Gesellschaft.  Vergessen geht, dass der sozialpolitische Ausgleich unter Berücksichtigung der Interessen unterschiedlicher Stakeholder die Schweiz starkgemacht hat und unser Erfolgsmodell auszeichnet.

Das hinderte die Ständeratskollegin aus dem gleichen Kanton wie Philipp Müller nicht, umgehend seine Wortwahl medienwirksam als «grusig» zu bezeichnen. Anstatt Klartext zu sprechen, schwieg sie sich dafür zu der völlig inakzeptablen Äusserung des Jungsozialisten David Roth lieber aus. Dieser wiederum hielt es im Twitter für gerechtfertigt, auf den Tod der früheren Premierministerin Maggie Thatcher mit einem Bier anzustossen. Eine menschenverachtende und pietätlose Äusserung, die – orchestriert von linker Empörungsrhetorik – jeden bürgerlichen Politiker im vergleichbaren Fall zum Rücktritt gezwungen hätte. Der Jungsozialist bemerkte dazu nur zynisch, er habe sich keine strafrechtliche Verfehlung zuschulden kommen lassen. Der Altsozialist Helmut Hubacher aus Basel ereiferte sich gar – wiederum medienwirksam inszeniert – ein Jungsozialist dürfe doch auch mal rebellisch sein, während die SP-Parteileitung hofft, die Sache durch Stillschweigen möglichst aussitzen zu können …

Trotzdem wurde auch in diesem Fall – wenn auch «ohne Worte» – Klartext gesprochen. Haltung und Aussage entlarven nämlich die dahinterstehende, linke Ideologie in brutaler Deutlichkeit. Das SP-Parteiprogramm postuliert es auch ganz eindeutig: Überwindung des Kapitalismus, gemeint ist nach sozialistischer Lesart nichts anderes als eine irreversible Umverteilungspolitik. Ob 1:12, Mindestlohn oder Erbschaftssteuer-Initiative, immer läuft derselbe Mecano ab. Zuerst wird versucht, die öffentliche Empörung über angebliche Missstände zu schüren, dann wird kräftig die Moralkeule geschwungen und schliesslich wird daraus eine Lösung generiert, die «gerecht» sein soll, in Tat und Wahrheit aber nichts anderes als das «Erfolgsmodell Schweiz» frontal angreift.

Dass die Linke seit je ihre ausserordentlichen Stärke im Ausgeben von Geld anderer Leute bewiesen hat, ist an sich nichts Neues. Dass nun aber auch aus der politischen Mitte die Erfolgspfeiler unseres Landes in Frage gestellt werden, muss schon mehr zu denken geben. Angesprochen ist die Absicht der Finanzministerin, Hand in Hand mit ihrem Parteipräsidenten den automatischen Informationsaustausch und damit den gläsernen Bürger zu realisieren.

Auch hierzu ist Klartext angesagt. Deshalb hat der Vorstand des Schweizerischen Gewerbeverbandes sgv angesichts dieser politischen Kampfansage beschlossen, die seitens SVP, FDP und CVP lancierte Initiative «Ja zum Schutz der Privatsphäre» aktiv zu unterstützen. Damit soll verfassungsmässig garantiert werden, was bisher selbstverständlich war: der Anspruch eines jeden Bürgers auf den Schutz seiner Privatsphäre. Ausdrücklich miteingeschlossen wird damit auch die Vertraulichkeit der finanziellen Verhältnisse. In der Schweiz ist die Selbstverantwortung der Bürger tief verwurzelt. Das setzt voraus, dass die Bürger nicht unter Generalverdacht gestellt werden – diesem liberalen Grundsatz gilt der Einsatz des sgv.

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