Monitor der Glaubwürdigkeit

9 Aug

Hans-Ulrich Bigler, Direktor Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Pünktlich kurz vor den Sommerferien publizierte das Meinungsforschungs-Institut gfs den Finanzmonitor 2013. Das erstmals vor sechs Jahren erstellte Informationssystem dient der längerfristigen Beobachtung zu Aspekten der Finanzpolitik aus Sicht der Stimmberechtigten.

Eine Fragestellung, die den Schweizerischen Gewerbeverband sgv immer auch interessiert, ist diejenige nach der Glaubwürdigkeit der Akteure innerhalb der finanzpolitischen Diskussion. Hier erstaunt es zunächst nicht, wenn «Leute wie Sie und ich» mit Abstand die Spitze der Rangliste zieren. Die Befragten schreiben sich mit 79 Prozent die höchste Kompetenz in den politischen Entscheiden zu (sehr oder eher glaubwürdig). Mit 72 Prozent folgt der Bundesrat als Ganzes an zweiter und mit 70 Prozent das Parlament als Ganzes an dritter Stelle.

Diesem Spitzentrio dicht auf den Fersen ist der sgv, der mit 68 Prozent in knappem Abstand  bereits auf Platz vier und damit praktisch auf gleichem Niveau mit den politischen Behörden liegt. Dabei wird der Gewerbeverband in allen Lagern als glaubwürdig eingestuft, wobei überraschenderweise der Wert bei den Anhängern der Grünen Partei am höchsten ist. Interessant ist weiter die Beobachtung, wonach die Gewerkschaften bloss einen Wert von 59 Prozent erzielen, währenddem sämtliche Parteien unter der 50-Prozent-Limite liegen.

Selbstverständlich dürfen solche Umfragewerte nicht zum absoluten Nennwert genommen werden, da immer auch Momentaufnahmen eine Rolle spielen. Trotzdem fällt doch auf, dass der sgv seit Beginn der Erhebung im Jahr 2008 seinen Wert markant steigern konnte. Damals lag die Zustimmung gerade mal bei 56 Prozent.

Wichtiger noch ist aber die Feststellung, wonach diese Glaubwürdigkeit immer wieder unter Beweis gestellt werden muss. Ein Prüfstein dazu ist die Abstimmung zur 1:12-Initiative vom kommenden Herbst. Und hier sieht sich das Erfolgsmodell Schweiz einem beispiellosen Angriff von Links ausgesetzt. Die Schweiz steht inmitten von kriselnden Staaten erfolgreich, stabil und sozial ausgeglichen da. Während die umliegenden europäischen Länder mit hohen Arbeitslosenzahlen, Inflation und mangelnder Wettbewerbsfähigkeit zu kämpfen haben, verzeichnen wir als innovativstes europäisches Land Vollbeschäftigung und praktisch keine Jugendarbeitslosigkeit.

Diese beneidenswerte Position wurde möglich, weil wir auf die Stärken unserer Bürgerinnen und Bürger gesetzt, das Unternehmertum gefördert und Arbeitsplätze und Wohlstand für die gesamte Gesellschaft geschaffen haben. Entscheidend waren Eigenverantwortung, gezielte Risikobereitschaft zu unternehmerischen Investitionen und damit die Schaffung von Zukunftsperspektiven.

Unsere beneidenswerte Position ist denn auch alles andere als selbstverständlich. Wenn wir beginnen, unseren Wohlstand, die prosperierende Wirtschaft und die soziale Stabilität als gegeben zu betrachten, werden wir verlieren. Arbeit, Einsatz und unternehmerisches Engagement müssen weiterhin als wichtiger gesellschaftlicher Wert und als unabdingbare Bedingung für eine erfolgreiche Schweiz geschätzt und gefördert werden. In krassem Gegensatz dazu steht die 1:12-Initiative, mit der der Staat per Lohndiktat in die Unternehmen eingreifen soll. Auslagerungen von Jobs, mehr Arbeitslosigkeit, höhere Steuern und Abgaben und staatliche Lohnkontrolleure und Bürokratie wären die Folgen. Dies gilt es mit einem Nein am kommenden 24. November zu verhindern.

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