KMU und Finanzplatz sind stark verknüpft

1 Nov

Hans-Ulrich Bigler, Direktor Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Liquidität ist das Blut in den Adern unserer KMU und entsprechend ist eine reibungslose Versorgung der Wirtschaft mit Krediten durch die Banken essenziell. Als 2008 die Finanzkrise ausbrach, hat der Schweizerische Gewerbeverband sgv auf der politischen Ebene umgehend interveniert und verlangt, dass auf diesen Aspekt ein besonderes Augenmerk gelegt wird. Es darf positiv vermerkt werden, dass trotz immer wieder aufklingender Warnung vor Kreditklemme bis heute kein Anlass zu Korrekturmassnahmen bestand.

Analysiert man die statistischen Bankendaten der jüngeren Vergangenheit, bestätigt sich dieser Befund. Das Zahlenmaterial seit 2010 – unterschieden nach Bankentyp und Unternehmensgrösse innerhalb der KMU – zeigt, dass keine der Letzteren an einer Kreditverknappung leiden. Bemerkenswert ist dabei, dass nur ein Drittel aller KMU auf Bankkredite zurückgreift. Alle anderen finanzieren sich über Dritte oder verfügen über das notwendige Eigenkapital.

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Ebenso ist die Kreditsumme insgesamt ausgeweitet worden. Dabei sind die Hypothekarkredite die wichtigste Quelle für die Mikro- (bis 10 Mitarbeitende) und die Kleinbetriebe (10 bis 50 Mitarbeitende). Anders sieht dies für die Mittelbetriebe aus, die vermehrt auf Geschäftskrediten basieren. Schliesslich folgen alle Bankentypen dem gleichen Vergabemuster, wobei Gross- und Kantonalbanken deutlich mehr ungedeckte Kredite im Vergleich zu kleineren Banken geben.

Insgesamt ergibt sich eine solide Ausgangslage und die Feststellung, dass das Zusammenspiel zwischen Werk- und Finanzplatz aus volkswirtschaftlicher Sicht funktioniert. Gerade die KMU-Wirtschaft muss vor diesem Hintergrund jedes Interesse daran haben, dass der Finanzplatz weiter gestärkt werden kann.

Konkret gilt es insbesondere auf das Freihandelsabkommen Schweiz–China zu verweisen, von dem langfristig wesentliche Impulse auf unsere Wirtschaftsentwicklung zu erwarten sind. Parallel dazu muss deshalb auch alles daran gesetzt werden, dass der Finanzplatz Schweiz zu einem internationalen Hub für den Handel mit der chinesischen Währung Renminbi werden kann. Einerseits eröffnen sich dadurch dem Finanzplatz neue Geschäftsfelder, die ihn stärken und voran bringen. Daneben profitiert ebenso unsere leistungsstarke Exportindustrie, für die sich die Transaktionskosten reduzieren und neue Investitionsanreize eröffnen. Darüber hinaus kann vor allem auch die besondere Position der Schweiz als Handels-Hub innerhalb von Europa herausgestrichen werden. Diese Überlegungen zeigen sowohl die wechselseitige Verknüpfung von KMU und Finanzplatz als auch die Wachstumsimpulse, die von beiden Seiten ausgehen und insgesamt Vorteile ergeben. Die KMU-Wirtschaft hat deshalb jedes Interesse an einem starken Finanzplatz.

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