Gewerkschaften als Arbeitplatzvernichter

4 Mrz

Hans-Ulrich Bigler, Direktor Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Konkrete Branchenbeispiele wie die kürzlich in den Medien diskutierte Taxibranche zeigen es glasklar auf: Ein staatlich diktierter Mindestlohn, der weder Unterschiede bei den Branchen noch in den Regionen berück­sichtigt, schadet insbesondere denen, welche die Gewerkschaften mit ihrer schädlichen Initiative zu schützen vorgeben: Berufseinsteigern, Jugendlichen, Frauen und Menschen mit tiefen Einkommen. Was nützt einem Taxifahrer ein in der Vefassung festgeschriebener Mindestlohn von 22 Franken pro Stunde, wenn er deswegen seinen Job verliert und künftig als selbstständiger Taxifahrer weniger verdient als heute. Dank Gewerkschaftsfunktionären wie Herrn Pardini hat er am Ende des Monats nicht nur weniger Geld in der Tasche sondern kann auch nicht mehr von Qualitätsstandards und Synergien profitieren, die er als Taxifahrer in einem Unternehmen automatisch hatte.

Es muss einen auch sehr bedenklich stimmen, wenn selbst von den Gewerkschaften mobilisierte Einzelpersonen – nachdem sie schön alle theoretisch ideologischen Argumente der Gewerkschaften aufgezählt haben – zu Recht zu bedenken geben, dass sie wohl ihren Arbeitsplatz verlieren, wenn die Mindestlohn-Initiative angenommen würde. Aber auch diese kritischen Äusserungen aus den eigenen Reihen werden von den Gewerkschaften überhört und weggewischt. Die wirtschaftliche Realität wird ignoriert. Der Schaden an den eigenen Leuten wird in voller Kenntnis der fatalen Auswirkungen der Mindestlohn-Initiative in Kauf genommen.

Dasselbe Bild in der Gastrobranche: Mit ihrem staatlich diktierten rekordhohen Mindestlohn nehme die Gewerkschaften bewusst in Kauf, dass tausende Betriebe eingehen. Mit ihnen gehen noch mehr Arbeitsplätze verloren. Dies insbesondere in ländlichen Regionen, in denen die Menschen heute um jede Stelle kämpfen und in denen sich der Verlust von Arbeitsplätzen direkt negativ aufs Dorfleben und die Gesellschaft niederschlägt. Es grenzt an Hohn, wenn auf die Äusserung dieser Sorgen ganzer Branchen und weiter Teile der Schweiz von Gewerkschaftsseite lapidar erklärt wird, Betriebe, die keine höheren Löhne zahlen könnten, würden eh der strukturellen Bereinigung zum Opfer fallen und eingehen.

Einsatz für den Erhalt von Arbeitsplätzen in der Schweiz sieht anders aus! Anstatt sich mit schädlichen Initiativen als nationale Arbeitsvernichter zu betätigen sollten sich die Gewerkschaften darauf besinnen, dass sie die Interessen der Arbeitnehmenden vertreten und nicht gegen diese arbeiten. Schliesslich wollen sie Arbeitnehmer und nicht Arbeit-weg-Nehmer sein.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: