Archiv | April, 2014

Der Club der roten Dichter

23 Apr

Hans-Ulrich Bigler, Direktor Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Was passiert, wenn den Initianten in der eigenen Initiative die Argumentation entgleitet, kann bei der aktuellen Mindestlohn-Initiative exemplarisch bei den Gewerkschaften, der SP, der Unia oder den Grünen beobachtet werden. Die Fakten der wirtschaftlichen Realität sprechen schlicht eine zu klare Sprache: Ein staatlich diktierter Mindestlohn von weltweit rekordhohen 22 Franken pro Stunde schadet insbesondere Menschen mit tiefen Einkommen, jugendlichen Berufseinsteigern, Frauen und Leuten, die wieder Anschluss ans Berufsleben suchen.

Im Wochenrhythmus melden sich betroffene Branchen und KMU-Unternehmerinnen und Unternehmer zu Wort, die glaubwürdig und nachvollziehbar aufzeigen können, dass die Forderungen der Initianten ihre Betriebe in der Existenz bedrohen, Arbeitsplätze kosten und gerade die Schwächsten in der Gesellschaft aus dem Arbeitsmarkt drängen. Selbst unter den Gewerkschaften ist die Initiative heftig umstritten und Arbeitnehmervertreter wie Angestellte Schweiz warnen vor den negativen Auswirkungen für die Mitarbeitenden. Genau die Leute, die die Herren und Frauen Genossen in Ihrer Kampagne gerne als Opfer der bösen Wirtschaft zugespitzt und emotionalisierend dargestellt hätten und die die grossen Nutzniesser ihrer Initiative sein sollten, nehmen den allergrössten Schaden und haben das grösste Interesse, dass die Initiative abgelehnt wird.

Starres Lohndiktat, welches Schwächere aus dem Arbeitsmarkt verdrängt und den Berufseinstieg erschwert? Der schweizweite Mindestlohn wirft alle Regionen, Branchen und Qualifikationen in einen Topf. Das ist falsch und kontraproduktiv. Darum am 18. Mai: Nein zum staatlich diktierten Mindestlohn!

Die Initianten sehen sich vor der schier unlösbaren Aufgabe, ihren eigenen Leuten eine Initiative verkaufen zu müssen, die diesen offensichtlich massiven Schaden zufügt. Und was tun die Genossen in dieser schwierigen Situation? Quasi als Club der roten Dichter fabulieren sie ihre eigenen Realitäten zusammen und politisieren schamlos gegen die eigene Basis.

Als Wortführer dieses Dichterclubs drängt sich SGB Chefökonom Daniel Lampart auf. Er schafft es, seiner eigenen Studie zu widersprechen, mit der er als Co-Autor selber vor dem Verlust von Arbeitsstellen gewarnt hat, sollten die Lohnkosten in exponierten Branchen weiter erhöht werden. Die eigenen wissenschaftlichen Fakten werden auf dem Altar der gewerkschaflichen Selbstprofilierung geopfert – und mit ihnen zahlreiche Arbeitsplätze.

Aber auch Herr Levrat ist gut im Kurs fürs Präsidentenamt bei den roten Dichtern. Er dreht besonders kühne Pirouetten, wenn er sich in einer dichterisch kreativen Argumentation verheddert, die darauf hinausläuft, dass mit einer höheren Kaufkraft zu rechnen ist, wenn die Arbeitslosigkeit wegen der schädlichen Mindestlohn-Initiative ansteigt.

Besonders fragwürdig wird die Dichterei, wenn wir damit unseren Kindern und Jugendlichen schaden. Hier wird Frau Alleva wird nicht müde, diese in die Armutsfall locken zu wollen, indem Sie ihnen einen weltweit rekordhohen Mindestlohn verspricht, unabhängig davon, ob jemand eine Ausbildung absolviert, Berufserfahrung gesammelt und sich weiterentwickelt. Unsere Jugendlichen haben etwas anderes verdient als solche Märchen, die in der Realität nicht erfüllt werden können. Sie sind darauf angewiesen, dass die Eltern, die Ausbildenden und die Gesellschaft und eben auch die Gewerkschaften sie darin bestärken, die Ausbildung ernst zu nehmen und sich zu engagieren. Mit der Mindestlohn-Initiative bewirken wir aber gerade das Gegenteil und lassen diese jungen Leute hängen.

Das Stimmvolk lässt sich nicht für dumm verkaufen und auch die gewerkschaftliche Basis wird die Märchen der profilierungssüchtigen Funktionäre und Politiker zu durchschauen wissen. Holen wir den Club der roten Dichter am 18. Mai mit einem deutlichen Nein zur schädlichen Mindestlohn-Initiative auf den Boden zurück.

Mindestlohn-Initiative: Ein Bärendienst für unsere Jugendlichen

16 Apr

Von Hans-Ulrich Bigler, Direktor Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Kann ich mir die Ferien mit meinen Kollegen in Italien leisten oder bleibe ich über den Sommer in der Dorfbadi? Liegt dieses Motorrad drin oder nehme ich weiterhin den Bus? Und was ist mit der neuen Generation der Smartphones?

Wer sich an seine eigene Jugend zurückerinnert oder sich in die Situation von Jugendlichen nach der obligatorischen Schulzeit hineinversetzt, weiss, dass solche Fragen innerhalb einer Gruppe und bei den einzelnen Jugendlichen wichtig sind. Klar kennt man die Argumente, dass man in seine Zukunft investieren und eine solide Ausbildung abschliessen soll. Die Versuchung, solche Sorgen auf später zu verschieben, ist aber zweifellos vorhanden. Jugendliche, die nicht selber überzeugt sind, dass ihre Ausbildung entscheidend wichtig und eine abgeschlossene Berufsbildung der beste Schutz vor Armut sind, brauchen unsere Unterstützung. Sie sind darauf angewiesen, dass die Eltern, die Ausbildenden und die Gesellschaft sie darin bestärken, die Ausbildung ernst zu nehmen und sich zu engagieren.

Starres Lohndiktat, das Schwächere aus dem Arbeitsmarkt verdrängt, Teilzeitstellen vernichtet und nicht zwischen Regionen, Branchen und Qualifikationen unterscheidet? Darum am 18. Mai: Nein zum schädlichen Mindestlohn!

Starres Lohndiktat, das Schwächere aus dem Arbeitsmarkt verdrängt, Teilzeitstellen vernichtet und nicht zwischen Regionen, Branchen und Qualifikationen unterscheidet? Darum am 18. Mai: Nein zum schädlichen Mindestlohn!

Wenn wir nun mit der Mindestlohn-Initiative aber Jugendlichen ohne Ausbildung und ohne Berufserfahrung einen staatlich diktierten Mindestlohn von 22 Franken pro Stunde  garantieren, versagen wir bei dieser Unterstützungspflicht komplett. Vielmehr noch: Wir stellen damit unseren eigenen Kindern eine Falle. Denn gross ist die Versuchung, sich bereits als Teenager mit einem Kollegen zusammen zu tun und mit den so gemeinsam verdienten 8000 Franken monatlich die finanzielle Unabhängigkeit zu zelebrieren. Viele werden sich nicht mehr motiviert fühlen, für viel weniger Geld eine Berufslehre zu absolvieren.

Latte für Berufseinstieg wird massiv höher gestellt

Nicht genug, dass die Initiative so unser erfolgreiches System der dualen Berufsbildung untergräbt. Zusätzlich gefährdet sie Arbeitsstellen im tieferen Lohnsegment, die gerade für Berufseinsteiger wichtig sind. Solche Stellen werden wegen den steigenden Lohnkosten wegrationalisiert und  verschwin-den. Gleichzeitig wird mit den staatlich diktierten Mindestlöhnen die Schwelle für eine Festanstellung in die Höhen geschraubt, weil viele Unternehmen am Anfang nicht soviel zahlen können. Den Schaden dieses unverantwortlichen Handelns baden die jungen Berufseinsteiger aus, die künftig von Praktika zu Praktika weitergereicht werden, ohne eine Festanstellung zu erhalten.

Schädlich auch für Studierende

Als weitere Gruppe trifft die Mindestlohn-Initiative auch die Studierenden, die sich mit einem Nebenjob das Studium finanzieren wollen. Studenten, die temporär arbeiten, können und sollen nicht gleich viel verdienen, wie die fest angestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Viele Firmen würden bei einer Annahme der Mindestlohn-Initiative keine Jobs mehr für Studierende anbieten, zum direkten Schaden der jungen Generation, die über diesen Weg ihre Ausbildungen mitfinanzieren muss.  Der Mindestlohn führt dazu, dass die Berufseinsteiger und Leute am unteren Ende der Leistungs- und Qualifikationsskala benachteiligt werden. Gewisse Gruppen von Leuten würden gar nicht mehr eingestellt.

Damit entpuppt sich die Initiative als sozialpolitischer Bumerang, weil sie die Arbeitsmarktintegration und den Berufseinstieg erschwert. In der Konsequenz riskieren wir Entlassungen und mehr Arbeitslosigkeit. Die Befürworter erreichen mit ihrer Initiative genau das Gegenteil von dem, was sie anstreben. Die Mindestlohn-Initiative ist deshalb abzulehnen.

„Steigende Arbeitslosenzahlen haben noch nie zu mehr Wohlstand geführt, Herr Levrat!“

4 Apr

Von Hans-Ulrich Bigler, Direktor Schweizerischer Gewerbeverband sgv

  • „Falls die Initiative durchkommt, werde ich die begehrten Sommerjobs für Studenten in meinem Geschäft zusammenstreichen müssen.“ – René Doswald; Detailhändler Brissago
  • „Schon nach der Geburt meiner Kinder war es schwierig, wieder einen Teilzeitjob zu finden und den Wiedereinstieg in den Beruf zu schaffen. (…) Mit der Mindestlohn-Initiative würden diese Hürden nochmals höher werden“ – Cornelia Schaffner; Schuhverkäuferin Gelterkinden
  • „Mit der Mindestlohn-Initiative setzen wir gegenüber unseren Jugendlichen völlig falsche Anreize und locken Sie in die Armutsfalle“ – Alfons Kaufmann, Malermeister in Wallbach
  • „Für uns, sowie für viele andere Rand- und Berggebiete hätte die Initiative nur negative Konsequenzen. (…) Ein Lohn von 22 Franken pro Stunde ist bei uns im Tourismus- und Dienstleistungssektor einfach nicht bezahlbar. (…) Ich habe keine Ahnung, wie unser Betrieb dieses Problem lösen könnte.“ – Jean-Claude Schuwey; Gemeindepräsident Jaun und Präsident der Bergbahnen Jaun-Gastlosen

Das ist nur eine Auswahl von Unternehmerstimmen, von Stimmen von Mitarbeiterinnen, Studenten und Behördenvertretern, die in der aktuellen Ausgabe der Schweizerischen Gewerbezeitung , die ab heute Freitag an alle Schweizer Haushalte verteilt wird, anhand ihrer Situationen vor der Mindestlohn-Initiative warnen.

Schweizer Erfolgs­modell nicht gefährden: Die Abstimmungs­zeitung gegen den schädlichen Mindestlohn ist jetzt online!

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Die Liste liesse sich beliebig erweitern. Beispielsweise mit der überdeutlichen Warnung der Zürcher Regierung vor negativen Auswirkungen auf die Erwerbsquote und die Arbeitslosigkeit, wenn sie schreibt: „Die Initiative würde also jenen Menschen schaden, die eigentlich geschützt werden sollen.“ Die Luzerner Regierung stösst ins gleiche Alarmhorn, wenn sie „fatale Folgen“ für die gewerblich geprägte Luzerner Wirtschaft prophezeit, sollte die Mindestlohn-Initiative am 18. Mai angenommen werden.  Und auch die Schweizer Gemüseproduzenten schreiben: „Ein Mindestlohn von 22.-/Stunde würde die saisonabhängige und personalintensive Gemüsebranche lahmlegen.“

Die Fakten gegen die schädliche Mindestlohn-Initiative, die mit einem weltrekordhohen staatlich diktierten Mindestlohn zahlreiche Arbeitsplätze kosten und viele KMU in ihrer Existenz bedrohen, sind erdrückend. Gerade Menschen mit tieferen Einkommen, Jugendliche, Frauen und Leute, die wieder ins Berufsleben einsteigen wollen, werden als erste getroffen.

Dieser wirtschaftlichen Realität kann offenbar auch SP Präsidenten Christian Levrat in seiner Pressekonferenz nichts anderes als eine theoretische aber wirtschaftlich komplett an den Haaren herbeigezogene Argumentation entgegensetzen. Wenn er behauptet, diese Job-Vernichtungsmaschinerie würde die Kaufkraft ankurbeln und die Volkswirtschaft stärken sieht man, wie wenig die Initianten über die schädlichen Folgen ihres Tuns nachgedacht haben. Steigende Arbeitslosenzahlen haben noch nie zu mehr Wohlstand geführt, Herr Levrat!

Wie die Gewerkschaftsfunktionäre der Unia und des SGB, die mit dieser Initiative wohl nur die eigene Profilierung im Sinn haben, würde sich auch der SP-Präsident besser darum kümmern, dass die Jugendarbeitslosigkeit in der Schweiz weiterhin tief gehalten werden kann. Statt mit solch verantwortungslosen Initiativen Frauen und Jugendliche aus dem Arbeitsprozess zu drängen sollte er sich besser bemühen, dass die Erwerbsquote von über 80 Prozent weiter zu steigern, die insbesondere dank der guten Integration der Frauen in den Arbeitsmarkt so hoch ist. Und anstatt ländliche Regionen und Berggebieten mit einem einheitlichen staatlichen Mindestlohn ausbluten zu lassen, wäre er besser beraten, sich um die hart erkämpften Arbeitsplätze in diesen Regionen zu kümmern, anstatt diese noch zusätzlich unter Druck zu setzen.

Starres Lohndiktat, das Schwächere aus dem Arbeitsmarkt verdrängt, Teilzeitstellen vernichtet und nicht zwischen Regionen, Branchen und Qualifikationen unterscheidet? Darum am 18. Mai: Nein zum schädlichen Mindestlohn!

Starres Lohndiktat, das Schwächere aus dem Arbeitsmarkt verdrängt, Teilzeitstellen vernichtet und nicht zwischen Regionen, Branchen und Qualifikationen unterscheidet? Darum am 18. Mai: Nein zum schädlichen Mindestlohn!

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