„Steigende Arbeitslosenzahlen haben noch nie zu mehr Wohlstand geführt, Herr Levrat!“

4 Apr

Von Hans-Ulrich Bigler, Direktor Schweizerischer Gewerbeverband sgv

  • „Falls die Initiative durchkommt, werde ich die begehrten Sommerjobs für Studenten in meinem Geschäft zusammenstreichen müssen.“ – René Doswald; Detailhändler Brissago
  • „Schon nach der Geburt meiner Kinder war es schwierig, wieder einen Teilzeitjob zu finden und den Wiedereinstieg in den Beruf zu schaffen. (…) Mit der Mindestlohn-Initiative würden diese Hürden nochmals höher werden“ – Cornelia Schaffner; Schuhverkäuferin Gelterkinden
  • „Mit der Mindestlohn-Initiative setzen wir gegenüber unseren Jugendlichen völlig falsche Anreize und locken Sie in die Armutsfalle“ – Alfons Kaufmann, Malermeister in Wallbach
  • „Für uns, sowie für viele andere Rand- und Berggebiete hätte die Initiative nur negative Konsequenzen. (…) Ein Lohn von 22 Franken pro Stunde ist bei uns im Tourismus- und Dienstleistungssektor einfach nicht bezahlbar. (…) Ich habe keine Ahnung, wie unser Betrieb dieses Problem lösen könnte.“ – Jean-Claude Schuwey; Gemeindepräsident Jaun und Präsident der Bergbahnen Jaun-Gastlosen

Das ist nur eine Auswahl von Unternehmerstimmen, von Stimmen von Mitarbeiterinnen, Studenten und Behördenvertretern, die in der aktuellen Ausgabe der Schweizerischen Gewerbezeitung , die ab heute Freitag an alle Schweizer Haushalte verteilt wird, anhand ihrer Situationen vor der Mindestlohn-Initiative warnen.

Schweizer Erfolgs­modell nicht gefährden: Die Abstimmungs­zeitung gegen den schädlichen Mindestlohn ist jetzt online!

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Die Liste liesse sich beliebig erweitern. Beispielsweise mit der überdeutlichen Warnung der Zürcher Regierung vor negativen Auswirkungen auf die Erwerbsquote und die Arbeitslosigkeit, wenn sie schreibt: „Die Initiative würde also jenen Menschen schaden, die eigentlich geschützt werden sollen.“ Die Luzerner Regierung stösst ins gleiche Alarmhorn, wenn sie „fatale Folgen“ für die gewerblich geprägte Luzerner Wirtschaft prophezeit, sollte die Mindestlohn-Initiative am 18. Mai angenommen werden.  Und auch die Schweizer Gemüseproduzenten schreiben: „Ein Mindestlohn von 22.-/Stunde würde die saisonabhängige und personalintensive Gemüsebranche lahmlegen.“

Die Fakten gegen die schädliche Mindestlohn-Initiative, die mit einem weltrekordhohen staatlich diktierten Mindestlohn zahlreiche Arbeitsplätze kosten und viele KMU in ihrer Existenz bedrohen, sind erdrückend. Gerade Menschen mit tieferen Einkommen, Jugendliche, Frauen und Leute, die wieder ins Berufsleben einsteigen wollen, werden als erste getroffen.

Dieser wirtschaftlichen Realität kann offenbar auch SP Präsidenten Christian Levrat in seiner Pressekonferenz nichts anderes als eine theoretische aber wirtschaftlich komplett an den Haaren herbeigezogene Argumentation entgegensetzen. Wenn er behauptet, diese Job-Vernichtungsmaschinerie würde die Kaufkraft ankurbeln und die Volkswirtschaft stärken sieht man, wie wenig die Initianten über die schädlichen Folgen ihres Tuns nachgedacht haben. Steigende Arbeitslosenzahlen haben noch nie zu mehr Wohlstand geführt, Herr Levrat!

Wie die Gewerkschaftsfunktionäre der Unia und des SGB, die mit dieser Initiative wohl nur die eigene Profilierung im Sinn haben, würde sich auch der SP-Präsident besser darum kümmern, dass die Jugendarbeitslosigkeit in der Schweiz weiterhin tief gehalten werden kann. Statt mit solch verantwortungslosen Initiativen Frauen und Jugendliche aus dem Arbeitsprozess zu drängen sollte er sich besser bemühen, dass die Erwerbsquote von über 80 Prozent weiter zu steigern, die insbesondere dank der guten Integration der Frauen in den Arbeitsmarkt so hoch ist. Und anstatt ländliche Regionen und Berggebieten mit einem einheitlichen staatlichen Mindestlohn ausbluten zu lassen, wäre er besser beraten, sich um die hart erkämpften Arbeitsplätze in diesen Regionen zu kümmern, anstatt diese noch zusätzlich unter Druck zu setzen.

Starres Lohndiktat, das Schwächere aus dem Arbeitsmarkt verdrängt, Teilzeitstellen vernichtet und nicht zwischen Regionen, Branchen und Qualifikationen unterscheidet? Darum am 18. Mai: Nein zum schädlichen Mindestlohn!

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Eine Antwort to “„Steigende Arbeitslosenzahlen haben noch nie zu mehr Wohlstand geführt, Herr Levrat!“”

  1. Daniel Schlatter 7. April 2014 um 09:36 #

    Im Blatt schweizerisches Erfolgsmodell das ich heute im Briefkasten habe, ist ein Artikel über Frau Cornelia Schaffner, die im Schuhgeschäft Herr Dieter Spiess in Gelterkingen arbeitet. Für ein Teizeitpensum von 30 Prozent erhält sie einen Lohn von Fr. 1500, das ist auf 100 Prozent aufgerechnet ein schöner Zahltag von Fr. 5000. Toll das Herr Spiess seine Angestellten fair entlöhnt. Ich möchte nicht von einer Verkäuferin, einem Kellner oder einer Coiffeuse bedient werden, die nur einen Hungerlohn bekommt. Herr Spiess beweist, dass auch in der Schuhbranche ein guter Lohn möglich ist. Für hohe Mieten an besten Lagen ist genug Geld vorhanden, hur bei den Löhnen muss gespart werden. Darum JA zum Mindestlohn.
    Daniel Schlatter, Winterthur

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