Der Club der roten Dichter

23 Apr

Hans-Ulrich Bigler, Direktor Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Was passiert, wenn den Initianten in der eigenen Initiative die Argumentation entgleitet, kann bei der aktuellen Mindestlohn-Initiative exemplarisch bei den Gewerkschaften, der SP, der Unia oder den Grünen beobachtet werden. Die Fakten der wirtschaftlichen Realität sprechen schlicht eine zu klare Sprache: Ein staatlich diktierter Mindestlohn von weltweit rekordhohen 22 Franken pro Stunde schadet insbesondere Menschen mit tiefen Einkommen, jugendlichen Berufseinsteigern, Frauen und Leuten, die wieder Anschluss ans Berufsleben suchen.

Im Wochenrhythmus melden sich betroffene Branchen und KMU-Unternehmerinnen und Unternehmer zu Wort, die glaubwürdig und nachvollziehbar aufzeigen können, dass die Forderungen der Initianten ihre Betriebe in der Existenz bedrohen, Arbeitsplätze kosten und gerade die Schwächsten in der Gesellschaft aus dem Arbeitsmarkt drängen. Selbst unter den Gewerkschaften ist die Initiative heftig umstritten und Arbeitnehmervertreter wie Angestellte Schweiz warnen vor den negativen Auswirkungen für die Mitarbeitenden. Genau die Leute, die die Herren und Frauen Genossen in Ihrer Kampagne gerne als Opfer der bösen Wirtschaft zugespitzt und emotionalisierend dargestellt hätten und die die grossen Nutzniesser ihrer Initiative sein sollten, nehmen den allergrössten Schaden und haben das grösste Interesse, dass die Initiative abgelehnt wird.

Starres Lohndiktat, welches Schwächere aus dem Arbeitsmarkt verdrängt und den Berufseinstieg erschwert? Der schweizweite Mindestlohn wirft alle Regionen, Branchen und Qualifikationen in einen Topf. Das ist falsch und kontraproduktiv. Darum am 18. Mai: Nein zum staatlich diktierten Mindestlohn!

Die Initianten sehen sich vor der schier unlösbaren Aufgabe, ihren eigenen Leuten eine Initiative verkaufen zu müssen, die diesen offensichtlich massiven Schaden zufügt. Und was tun die Genossen in dieser schwierigen Situation? Quasi als Club der roten Dichter fabulieren sie ihre eigenen Realitäten zusammen und politisieren schamlos gegen die eigene Basis.

Als Wortführer dieses Dichterclubs drängt sich SGB Chefökonom Daniel Lampart auf. Er schafft es, seiner eigenen Studie zu widersprechen, mit der er als Co-Autor selber vor dem Verlust von Arbeitsstellen gewarnt hat, sollten die Lohnkosten in exponierten Branchen weiter erhöht werden. Die eigenen wissenschaftlichen Fakten werden auf dem Altar der gewerkschaflichen Selbstprofilierung geopfert – und mit ihnen zahlreiche Arbeitsplätze.

Aber auch Herr Levrat ist gut im Kurs fürs Präsidentenamt bei den roten Dichtern. Er dreht besonders kühne Pirouetten, wenn er sich in einer dichterisch kreativen Argumentation verheddert, die darauf hinausläuft, dass mit einer höheren Kaufkraft zu rechnen ist, wenn die Arbeitslosigkeit wegen der schädlichen Mindestlohn-Initiative ansteigt.

Besonders fragwürdig wird die Dichterei, wenn wir damit unseren Kindern und Jugendlichen schaden. Hier wird Frau Alleva wird nicht müde, diese in die Armutsfall locken zu wollen, indem Sie ihnen einen weltweit rekordhohen Mindestlohn verspricht, unabhängig davon, ob jemand eine Ausbildung absolviert, Berufserfahrung gesammelt und sich weiterentwickelt. Unsere Jugendlichen haben etwas anderes verdient als solche Märchen, die in der Realität nicht erfüllt werden können. Sie sind darauf angewiesen, dass die Eltern, die Ausbildenden und die Gesellschaft und eben auch die Gewerkschaften sie darin bestärken, die Ausbildung ernst zu nehmen und sich zu engagieren. Mit der Mindestlohn-Initiative bewirken wir aber gerade das Gegenteil und lassen diese jungen Leute hängen.

Das Stimmvolk lässt sich nicht für dumm verkaufen und auch die gewerkschaftliche Basis wird die Märchen der profilierungssüchtigen Funktionäre und Politiker zu durchschauen wissen. Holen wir den Club der roten Dichter am 18. Mai mit einem deutlichen Nein zur schädlichen Mindestlohn-Initiative auf den Boden zurück.

Eine Antwort to “Der Club der roten Dichter”

  1. Damebergen 19. Dezember 2014 um 14:31 #

    Genau diese Auswirkugen werden auch in Deutschlabd aktuell schön geredet und die Folgen will niemand wahrhaben bzw. wenn die Schweiz als Vorbild heran gezogen wird, werden diesen Aspekten keine Bedeutung beigemessen.

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