Internationale Klimapolitik – Warum eigentlich?

19 Dez

Henrique Schneider, Ressortleiter Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Die Ergebnisse von der Klimakonferenz in Lima und ihre Einordnung für den weiteren internationalen Verhandlungsprozess waren Gegenstand der letzten zwei Blogbeiträge. Beides, die Ergebnisse und der Prozess, sind ernüchternd. Man mag sich fragen, ob sich globale Klimapolitik überhaupt lohnt.

Internationale Klimapolitik – Warum eigentlich?

Internationale Klimapolitik – Warum eigentlich?

Aus der Perspektive der Schweizer Wirtschaft ist die Frage leicht zu beantworten: Ja. Und dies aus zwei Gründen.

  1. Der Klimawandel ist ein globales Phänomen, das nur mit internationaler Koordination angegangen werden kann. Der Anteil der Schweiz an den weltweiten CO2-Emissionen beträgt rund 0.2 Prozent. Es wäre also wirklich egal, wie sich die Schweiz im Umgang mit dem Klimawandel engagiert, wenn sie dies isoliert alleine tun würde. Wirksam wird das Ganze nur, wenn auch grosse CO2 Emittenten wie China, die USA, Indien und Brasilien mitmachen.
  2. Die Schweiz hat wohl eine der weltweit ambitioniertesten Klimaregulierungen. Und: Ambitionierte Klimapolitik kostet. Wenn die Schweiz alleine ambitionierte Klimapolitik betreibt, entstehen Wettbewerbsnachteile für die Schweizer Wirtschaft. Es gilt, in einer weltweiten Angelegenheit weltweit gleich lange Spiesse zu schaffen. Der Schweizer Wirtschaft sollen nicht wegen Alleingängen Nachteile entstehen.

Ergeben sich unternehmerische Chancen?

Und für die einzelnen Unternehmen? Entstehen durch die internationale Klimapolitik auch Chancen? Die ehrliche Antwort lautet: nur in Nischen. Zwei Institutionen sind Teil der globalen Klimapolitik: der Klimafonds und die Technologieplattform. Diese unterstützen und finanzieren Unternehmen, die sich in den Bereichen der Klimatechnologie, Umwelttechnik, Architektur und Bau international engagieren.

Internationale Klimapolitik ist eben nicht eine betriebswirtschaftliche Angelegenheit. Aber es ist wichtig, den Prozess effizient und unternehmensfreundlich zu gestalten. So erklärt sich auch das Interesse der Wirtschaft daran. Und wie gesagt: Nur wenn möglichst viele Industrie- und Schwellenländer Ambitionen haben, gelingt der effiziente und wirksame Umgang mit dem Klimawandel.

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