Finfrag ja – aber ohne Vermögensverwalter

13 Mrz

Henrique Schneider, Ressortleiter Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Finfrag ist die Abkürzung für Finanzmarktinfrastrukturgesetz – und dieses Werk wird nächste Woche im Nationalrat beraten. Die gute Nachricht ist: es handelt sich um ein vernünftiges Gesetz für Börsen und ähnliche Einrichtungen. Man muss sich das so vorstellen: Es ist als ob man der lokalen Fussballmannschaft einen neuen Fussballplatz geben würde. Es spielt sich einfach besser auf der neuen Infrastruktur.

Doch das Finfrag hat noch zwei Fehler, die vom Nationalrat korrigiert werden müssen. Erstens: Das Gesetz unterlässt es, zwischen systemrelevanten Playern und solchen, die es nicht sind, zu unterscheiden. Dieser Fehler wird in einem späteren Beitrag im Gewerbeblog diskutiert. Heute geht es um den zweiten Punkt: Das Gesetz reguliert Teilnehmer, die es bei Finfrag gar nicht gibt.

Finanzmarktinfrastrukturgesetz: Der sgv fordert, Vermögensverwalter kollektiver Anlagen vom Regulierungsgegenstand im Artikel 92 des Finfrag zu streichen.

Finanzmarktinfrastrukturgesetz: Der sgv fordert, Vermögensverwalter kollektiver Anlagen vom Regulierungsgegenstand im Artikel 92 des Finfrag zu streichen.

Denn mit Finfrag werden Vermögensverwalter kollektiver Kapitalanlagen in Tätigkeiten reguliert, die sie aufgrund anderer Gesetze gar nicht ausüben dürfen. Die Regulierung nach den EU-Richtlinien und -Verordnungen, zu denen mit dem Finfrag „Gleichwertigkeit“ der hiesigen Regeln hergestellt werden soll, beziehen sich ausschliesslich auf Banken und Wertpapierfirmen.

Diese sind selbstschuldnerisch tätig, d.h. sie treten selbst in eigenem Namen als Gegenpartei bei Finanzgeschäften für Rechnung von Kunden auf. Gerade dies aber ist den Vermögensverwalter kollektiver Anlagen ja schon durch das Kollektivanlagegesetz verboten. Sie tätigen ihre Geschäfte – auch mit Derivaten – immer über Finanzintermediäre, die der Aufsicht unterstellt sind (Banken, Effektenhändler).

Wenn Vermögensverwalter kollektiver Anlagen den vorgeschlagenen Regulierungen unterworfen werden, tragen sie die Regulierungs­kosten, ohne dass sie die entsprechende Aktivität ausüben könnten. Der sgv fordert deshalb, Vermögensverwalter kollektiver Anlagen vom Regulierungsgegenstand im Artikel 92 des Finfrag zu streichen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: