Energiestrategie? Energieeffizienz!

31 Mrz

Hans-Ulrich Bigler, Direktor Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Die Erhöhung der Energieeffizienz ist ein wirtschaftlicher Prozess, der die allgemeine Wettbewerbsfähigkeit aller Unternehmen erhöht. In der Beratung der Vorlage Energiestrategie 2050 hat der Schweizerische Gewerbeverband sgv deshalb die Energieeffizienz in den Mittelpunkt gestellt. Es ist das grundlegende betriebswirtschaftliche Interesse jedes Unternehmens, die Ressource Energie möglichst wirkungsvoll einzusetzen. Das ist der grösste Hebel in der gesamten Vorlage der Energiestrategie 2050.

So einfach dieser Zusammenhang auch ist, er wird häufig übersehen. Anstatt dort anzusetzen, wo die grösste Wirkung erzielt werden kann, verzettelt sich die Vorlage – ja die ganze Diskussion um Energie – immer wieder in Mass­nahmen, die zwar gut tönen aber wenig bringen – oder die Energieeffizienz sogar behindern. Es lauern beträchtliche Gefahren auf dem Weg der energieeffizienten Wirtschaft.

Energieeffizienz ist der zentrale Hebel für die Umsetzung der Energiestrategie 2050

Energieeffizienz ist der zentrale Hebel für die Umsetzung der Energiestrategie 2050

Um vorne anzufangen. Warum ist die Erhöhung der Energieeffizienz ein Anliegen der Wirtschaft? Dafür sprechen drei Gründe.

  1. Je höher die Energieeffizienz, desto sicherer die Versorgung. Unternehmen können nicht ohne den stetigen Zugriff auf möglichst günstigen Strom und auf andere Energieträger arbeiten.
  2. Je energieeffizienter das Unternehmen, desto tiefer sind seine Betriebskosten. Firmen haben ein natürliches Anliegen in der Erhöhung der Energieeffizienz ihrer Prozesse. Denn das spart Kosten und macht sie wettbewerbsfähiger.
  3. Energieeffizienz verbindet Klima- und Energiepolitik. Die Schweizer KMU sind in Sachen Klima-schutz vorbildlich. Dafür haben sie hart gearbeitet, indem sie ihren CO2 Ausstoss massiv gesenkt haben. Dieser Erfolg soll nicht riskiert, sondern weiter ausgebaut werden. Wenn nicht mehr einzelne Bestandteile (CO2, Strom) im Vordergrund stehen, sondern die Energieeffizienz als Ganzes betrachtet wird, ist der Erfolg garantiert.

Wie kann man nun die Energieeffizienz erhöhen? Die Energiestrategie 2050 bietet einige Ansatzpunkte. Steuerliche Anreize über mehrere Jahre hinweg, die Gleichberechtigung von energetischer Gebäudesanierung und Ersatz­neubauten, Vereinfachungen in der Planung und Erstellung von Strom­leitungen sind Schritte in die richtige Richtung. Sie alle geben mit markt­wirt­schaftlichen Anreizen den Unternehmen einen weiteren Schub und Moti­va­tion, den Weg der Energieeffizienz noch konsequenter und wirksamer zu gehen. Sie beschleunigen eine bereits laufende Entwicklung. Diese Kontinuität ist zum Vorteil aller.

Aber die Vorlage birgt auch Gefahren, die das Potenzial haben, die Energie­effizienz aufs Spiel zu setzen. Noch sind fiskalische Massnahmen zu stark. Noch setzt man auf die künstliche Verteuerung von Energie. Noch spielen Subventionen eine grosse Rolle. Noch ist der Technologie­wett­bewerb nicht gewährleistet. Noch gibt es zu viel Umverteilung. Noch gibt es zu viel  regulatorischen Reibungsverlust. Diese bringen uns auf dem Weg zu einer energieeffizienten Gesellschaft nicht weiter.

Die grösste Gefahr ist aber die: Eine übermässige Ambition, die nicht realistisch ist und nur gegenteilige Effekte hat. Sie würde alle Akteure überfordern und die Schweiz zurückwerfen. Und sie wäre unzumutbar teuer.

Was braucht es nun, damit die Energieeffizienz erhöht wird? Es braucht Anreize, planbare Rahmenbedingungen, eine möglichst geringe steuerliche Belastung und viel unternehmerischen Spielraum. Eigentlich ganz einfach.

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