Was will China in Afrika

10 Apr

Henrique Schneider, Ressortleiter Schweizerischer Gewerbeverband sgv

China ist mit einem Gesamthandelswert von 200 Milliarden US-Dollar Afrikas grösster Handelspartner. Peking hat eine Kreditlinie von 30 Milliarden Dollar an afrikanische Regierungen eröffnet, wie Gastexperte Brendan O’Reilly für den Informationsdienstleister Geopolitical Information Service AG (GIS) schreibt.

China verfolgt geschäftliche, politische und geostrategische Ziele im schwarzen Kontinent

Chinesische Unternehmen blicken zunehmend auf Afrika. Die relative Armut bietet wirtschaftliche Chancen. Die Arbeitskosten sind in den meisten afrikanischen Ländern extrem niedrig, während die Durchschnittslöhne in China im Laufe der letzten beiden Jahrzehnte rapide gestiegen sind. China braucht Afrika zudem als Rohstofflieferant. Doch das Reich der Mitte sieht im schwarzen Kontinent auch einen aufstrebenden Markt für eigene Produkte. Und einen Markt, den man mit Infrastrukturinvestitionen entwickeln kann.

Gerangel um Afrikas Reichtümer. Quellen: 'Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung' und IWF (Schätzungen ausgenommen)

Gerangel um Afrikas Reichtümer. Quellen: ‚Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung‘ und IWF (Schätzungen ausgenommen)

Pekings Ausdehnung seiner Aktivitäten nach Afrika hat auch politische Dimensionen. Da China darum bemüht ist, die zwischenstaatliche politische Stabilität und die Zusammenarbeit innerhalb Afrikas zu erhöhen, hat es für das neue Hauptquartier der Afrikanischen Union in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba bezahlt und dieses auch gebaut. Im Jahr 2012 sicherte Peking der Afrikanischen Union 95 Millionen US-Dollar über den Zeitraum der nächsten drei Jahre zu. Das ist mehr als zehn Prozent des Jahresbudgets der Afrikanischen Union. Warum eigentlich?

Die Konkurrenz der Supermächte wird sich sehr wahrscheinlich in Chinas Afrikapolitik widerspiegeln. Zurzeit sind die Vereinigten Staaten und China an einer freundschaftlichen Form der globalen Konkurrenz beteiligt. Während China seine Investitionen in Afrika erhöht hat, scheinen die Vereinigten Staaten in erster Linie eine militärische Herangehensweise zu wählen.

Der Ministerpräsident Chinas hat Afrika versprochen: „China wird niemals einen kolonialistischen Weg einschlagen, so wie einige Länder es taten, oder dem Kolonialismus, der der Vergangenheit angehört, erlauben, in Afrika wieder in Erscheinung zu treten.“ Mal sehen, wie ernst solche Zusagen genommen werden können.

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