Frankreich ersetzt ineffiziente durch teure Regulierung des Arbeitsmarktes

15 Okt

Henrique Schneider, Ressortleiter Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Die Arbeitslosigkeit in Frankreich befindet sich auf einem Allzeithoch. Obwohl fast eine halbe Million subventionierter Arbeitsplätze geschaffen wurden, sind die Reihen der Arbeitslosen in den vergangenen drei Jahren seit der Wahl Präsident François Hollandes um circa 1,2 Millionen auf 6,4 Millionen angeschwollen. Bereits seit geraumer Zeit wird der französischen Öffentlichkeit mitgeteilt, dass der Trend im Begriff ist, sich umzukehren. Monat für Monat jedoch sind die Hoffnungen der Menschen zunichte gemacht worden.

Im September 2015 argumentiert der französische Präsident François Hollande während seiner sechsten zweimal im Jahr stattfindenden Pressekonferenz für eine Vereinfachung des Arbeitsgesetzbuches des Landes und für eine Dezentralisierung des Entscheidungsprozesses bezüglich der Arbeitsvorschriften.

Im September 2015 argumentiert der französische Präsident François Hollande während seiner sechsten zweimal im Jahr stattfindenden Pressekonferenz für eine Vereinfachung des Arbeitsgesetzbuches des Landes und für eine Dezentralisierung des Entscheidungsprozesses bezüglich der Arbeitsvorschriften.

Seitdem Präsident Hollande versprochen hat, sich nicht zur Wiederwahl zu stellen, wenn es ihm nicht gelingt die Arbeitslosigkeit zu reduzieren, kann er sich nicht mehr vor dem Problem drücken. Auf einer Pressekonferenz im September hat der Präsident das Thema direkt angesprochen. Er beharrte darauf, dass die übermässige Komplexität des französischen Arbeits­gesetz­buches teilweise Schuld hat und er verlangte dessen Reform, um die Leistungskraft der Unternehmen zu verbessern, während gleichzeitig der Schutz der Arbeiter garantiert wird.

Die Methode, die er hierzu wählt, ist die Verlagerung der Aufsicht vom zentralisierten System der staatlichen Regulierung hin zu Regelungen, die zwischen den Arbeitgebern und den Gewerkschaften auf lokaler Ebene ausgehandelt werden. Die Inspiration hierfür kommt ganz eindeutig vom deutschen und nordischen System. Wer hier aber meint, der Arbeitsmarkt werde flexibler, irrt sich. Denn anders als in der Schweiz werden in Frankreich ziemlich alle GAV allgemeinverbindlich. Die Folge? Die Regulierung wird zwar effizient, aber weil mehr Akteure daran beteiligt sind, viel teurer.

Die Vorzüge und Probleme des Modells werden im GIS Report diskutiert. Der Report steht exklusiv den Leserinnen und Leser des Gewerbe-Blogs zur Verfügung.

LINK
GIS-Bericht „Hollande lanciert das nordische Modell als Heilmittel für Frankreichs komplexes Arbeitsgesetzbuch“ (PDF-Datei)


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