Klimagipfel in Paris: wird es etwas?

7 Dez

Henrique Schneider, Ressortleiter Schweizerischer Gewerbeverband sgv

In Paris ist die erste Woche des Weltklimagipfels vorbei. Die zweite bricht an. Kritische Leute mögen sich fragen: Wird etwas daraus?

Die Antwort ist klar: Ja. Schon alleine wegen der diplomatischen Ver­strickungen und der französischen Ambitionen wird es eine Übereinkunft geben. Nachdem am ersten Tag 151 Staatsoberhäupter das Wort ergriffen haben und danach abreisten, können ihre Verhandlerinnen und Verhandler nicht mit leeren Händen heimgehen.

Klimakonferenz in Paris: Viele Länder mit unterschiedlichen und teilweise widersprüchlichen Interessen. Die Schweizer Delegation nimmt eine Vermittlerrolle zwischen den Industriestaaten und den Entwicklungsländern ein.

Klimakonferenz in Paris: Viele Länder mit unterschiedlichen und teilweise widersprüchlichen Interessen. Die Schweizer Delegation nimmt eine Vermittlerrolle zwischen den Industriestaaten und den Entwicklungsländern ein.

Die Frage ist also nicht, ob etwas vereinbart wird, sondern was konkret. Und diese zweite Frage ist viel schwieriger zu beantworten.

Erstens haben Länder viele verschiedene, zum Teil widersprüchliche Interessen: Entwicklungsländer wollen sich entwickeln und industrialisieren können. Industrieländer wollen möglichst ambitiöse Klimaziele. Kleinst­insel­staaten möchten Zusicherungen über ihre Zukunft. Viele Länder wollen Entwicklungshilfe. Vom jeweiligen Standpunkt sind es nachvollziehbare, logische Positionen. Wie können sie nun in Übereinkunft gebracht werden?

Ein Vertrag, egal wie rechtlich bindend er ist, müsste folgende drei Elemente aufweisen:

  • Reduktion des CO2-Ausstosses (Mitigation): Hier würden sich alle Länder verpflichten, ihren Ausstoss zu reduzieren. Wie sie das machen und um wie viel, das wird dann Sache jedes einzelnen Landes sein.
  • Umgang mit Klimaerwärmung (Adaptation): Damit kommt man den Entwicklungsländern ent-gegen. Hier wird verhandelt, welche technologischen Lösungen der Welt erlauben, sich an eine moderate Klimaerwärmung anzupassen.
  • Finanzielle Mittel (Loss and Damage): Das ist die Frage, über welche Kanäle und unter welchen Bedingungen Entwicklungsländer Geld von Industriestaaten erhalten. Die Zahlen sind irgendwo zwischen 500 Milliarden bis zu einer Billion Dollars (500‘000‘000‘000‘000 – 1‘000‘000‘000‘000‘000). In Zukunft und natürlich nicht auf ein Mal…

Nach der ersten Woche, in der nach der Abreise der Staatsoberhäupter Technikerinnen und Techniker verhandeln, sind nun Ministerinnen und Minister in der zweiten Woche dran.

Und die Schweiz? Die Schweizer Delegation nimmt eine Vermittlerrolle zwischen den Industriestaaten und den Entwicklungsländern ein. Die Schweiz selbst will ein ambitioniertes Abkommen mit klarem Inhalt. Sie will vor allem verhindern, dass nur allgemeine Zielsetzungen und viel Geld im Dokument stehen.

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