Bürokratiewahn durch Lohnanalysen

9 Dez

Dieter Kläy, Ressortleiter Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Der Bundesrat will Arbeitgeber gesetzlich dazu verpflichten, in ihrem Unternehmen Lohnanalysen durch externe Kontrollstellen durchzuführen. Anschliessend müssen die Arbeitgeber die Mitarbeitenden über das Ergebnis dieser Kontrolle informieren. Wer nicht spurt, wird an den Pranger gestellt. Als grösster Wirtschaftsverband der Schweiz lehht der sgv lehnt diese weitere bürokratische Belastung der Unternehmen ab. Gegen Lohndiskriminierung ist eine Lohnpolizei der falsche Weg.

Bereits mit der Frauenquote in Verwaltungsräten signalisierte der Bundesrat, dass er von einer wirtschaftsfreundlichen Politik Abschied genommen hat. Mit der nun vorgesehenen Schaffung einer Lohnpolizei schickt er von neuem eine unsinnige Vorlage in die Vernehmlassung.

Bürokratiewahn durch Lohnanalysen: Lohngleichheit kann nur in Zusammenarbeit mit den Arbeitgebern erreicht werden. Eine Lohnpolizei dagegen ist nicht zielführend und ein inakzeptabler Eingriff in den liberalen Arbeitsmarkt, der die unsinnige bürokratische Belastung der Unternehmen weiter ansteigen lässt.

Bürokratiewahn durch Lohnanalysen: Lohngleichheit kann nur in Zusammenarbeit mit den Arbeitgebern erreicht werden. Eine Lohnpolizei dagegen ist nicht zielführend und ein inakzeptabler Eingriff in den liberalen Arbeitsmarkt, der die unsinnige bürokratische Belastung der Unternehmen weiter markant ansteigen lässt.

Lohngleichheit ist in der Verfassung verankert. Gleiche Arbeit – bei gleicher Qualifikation und Erfahrung – muss gleich entlohnt werden. Der Schweize­rische Gewerbeverband sgv steht dazu, weshalb er sich am Lohngleich­heits­dialog beteiligt hat. Um Lohnungleichheit zu bekämpfen und zu minimieren hat sich die KMU-Wirtschaft im Rahmen dieses Lohn­gleich­heits­dialogs zu umfangreichen Aufklärungs- und Sensibilisierungsmassnahmen verpflichten lassen. Die vereinbarten Ziele wurden erfüllt. Auf grosse Anerkennung gestossen ist das Engagement des sgv allerdings nicht.

Der Bundesrat will trotzdem mit einer Änderung des Gleich­stellungs­gesetzes Arbeitgeber mit 50 und mehr Mitarbeitenden dazu verpflichten, regelmässig eine Lohnanalyse zur Bekämpfung von „Lohndiskriminierung“ zwischen den Geschlechtern durchzuführen und diese extern kontrollieren zu lassen. Unternehmen, die dieser neuen Verpflichtung nicht nach­kommen, sollen an einen Pranger gestellt werden, der in Form einer Liste öffentlich einsehbar wäre.

In einer für die Wirtschaft schwierigen Zeit der Frankenstärke und des zunehmenden Fachkräftemangels ist es inakzeptabel, dass der Bundesrat die Unternehmen mit zusätzlichen bürokratischen Hürden belasten will. Letztlich liegt es im Interesse der Unternehmen selbst für die gleiche Leistung auch den gleichen Lohn zu bezahlen. Nur so können sie ihr qualifiziertes Personal halten. Lohndiskriminierung kann nur zusammen mit den Arbeitgebern und nicht mit teuren Überregulierungen bekämpft werden.

Lohnpolizei und administrative Eingriffe in den liberalen Arbeitsmarkt hingegen sind das falsche Mittel. Auch die Pflicht zur Publikation in Geschäftsberichten lehnt der sgv ab. Jeder einzelne Lohnunterschied müsste ausführlich erklärt werden. Nicht alle unerklärbaren Lohn­unter­schiede kommen jedoch einer Diskriminierung gleich. Im Endeffekt kommt die vom Bundesrat vorgeschlagene Überprüfung der Lohngleichheit von Unternehmen einem staatlichen Lohndiktat gleich. Der liberale Arbeitsmarkt soll einer aufwändigen und teuren Bürokratieübung geopfert werden. Als grösster Dachverband der Schweizer Wirtschaft wird sich der sgv entschieden dagegen zur Wehr setzen.

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