Argentinien – wie weiter?

5 Jan

Henrique Schneider, Ressortleiter Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Kaum zu glauben: Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Argentinien eines der reichsten Länder der Welt. Hätte es schon damals eine G-8 gegeben, wäre Buenos Aires ein Schwergewicht darin gewesen. Heute ist die Situation ganz anders. Die Wirtschaft liegt brach; die Arbeitslosigkeit explodiert, das einzige, das wächst, ist der Schattensektor. Nach den neuerlichen Präsidentschaftswahlen machen sich aber einige Hoffnungen. Zu Recht?

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‚Lasst uns etwas verändern’ – Cambiemos, – geführt vom ehemaligen Bürgermeister von Buenos Aires, Mauricio Macri, hat die Präsident­schaftsstichwahlen in Argentinien mit weniger als 3 Prozent Vorsprung bei der Abstimmung gewonnen. Die Schlagzeilen in Europa, den Vereinigten Staaten und Lateinamerika kündigten den Sieg der Oppositionskoalition als Kehrtwende an, weg von der ‚marea rosa’, dem Schwenk nach Links, der die südamerikanische Politik im Verlauf der letzten zwei Jahrzehnte dominiert hat. Es gab laute Seufzer der Erleichterung, dass Argentinien zu internationalen Normen zurückkehren würde. Dass es den Populismus, der die Regierungen von Nestor Kirchner (2003-2007) und seiner Nachfolgerin und Witwe Cristina Fernandez de Kirchner (2007-2015) gekennzeichnet hat, hinter sich lassen würde. Einige behaupteten sogar, dass die Wahl von Mauricio Macri die Rolle des Kontinents in den internationalen Beziehungen verändern würde.

Dieser Enthusiasmus ist übertrieben. Es wird damit zumindest in zweierlei Hinsicht verkannt, was in Argentinien tatsächlich geschieht. Erstens: Herr Macri ist nur im lateinamerikanischen Quervergleich ein Liberaler – dort heissen sie konservativ. Im Vergleich mit der Schweizer Politik wäre er etwa im rechten SP Flügel anzusiedeln. Zweitens: Der Kircherismo sitzt tief in allen staatlichen Strukturen. Macri wird sich eher mit ihm arrangieren müssen, als dass er ihn überwinden kann. Aber wie geht es weiter?

Der beiliegende GIS Expertenbericht geht auf diese und weitere komplexe Zusammenhänge ein. Der Bericht steht in der Schweiz exklusiv den Leserinnen und Lesern des Gewerbeblogs zur Verfügung.

LINK

GIS-Bericht „Argentiniens neuer Präsident wird sich mit einem Neustart schwer tun“ Dezember 2015 (PDF)


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