Chinas Zukunft: Der Konsument

2 Mrz

Henrique Schneider, Ressortleiter Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Kann China einen funktionierenden Binnenmarkt entwickeln und damit seine Abhängigkeit von grossen Staatsbetrieben beenden? Es ist mindestens möglich, vielleicht sogar wahrscheinlich.

Die Detailhandelsumsätze in China beschleunigen sich nach einer Verlangsamung wieder – und auf längere Sicht wird sich die Verschiebung des Verbraucher-Geschmacks hin zu Waren westlichen Stils fortsetzen. Inländische Hersteller von Waren und Dienstleistungen lernen momentan, auf diese Vorlieben Rücksicht zu nehmen – daher konkurrieren sie nicht mehr nur beim Preis, sondern auch beim Branding und beim Design.

Die Regierung sagt, dass 120 Millionen chinesische Touristen im Jahr 2015 ins Ausland fuhren und so zu 12 Prozent der weltweiten Urlaubs-Ausgaben beitrugen

Die Regierung sagt, dass 120 Millionen chinesische Touristen im Jahr 2015 ins Ausland fuhren und so zu 12 Prozent der weltweiten Urlaubs-Ausgaben beitrugen

Wenn es um die Auswahl von Produkten geht, beherzigen die chinesischen Verbraucher ein Mantra – es heisst „ABC“ und steht für „Anything but Chinese“, also „Alles ausser Chinesisch“. Neben Autos, wo ausländische Marken den Markt komplett dominieren, ist man der Auffassung, dass chinesische Produkte gerade mal gut genug für den täglichen Gebrauch sind. Dazu gehören Bereiche wie Haushaltsgeräte. Doch wenn es etwas Besonderes sein soll, neigen Chinas Mittelschicht und reichere Bürger dazu, ausländische Waren und Dienstleistungen zu bevorzugen. In jüngster Zeit haben auch junge Verbraucher begonnen, beim Online-Shopping ausländische Lieferanten zu nutzen. Damit wird es für die inländischen Unternehmen schwieriger, der Nachfrage der Verbraucher gerecht zu werden.

Und dieser Marken- und Konsumhunger zeigt sich auch in den Zahlen: Der deutlichste Beweis dafür, dass ein Neuausrichtungsprozess hin zu mehr Konsum bereits im Gange ist, stammt aus dem Beitrag des Dienst­leistungs­sektors zum BIP-Wachstum. Nach dem zu erwartenden Einbruch infolge des Crashs von 2008 tragen die Dienstleistungen – insbesondere die Finanzdienstleistungen, aber auch jene im Gesundheits- und Bildungssektor – heute mehr zum BIP-Wachstum bei als die Herstellung – das ist etwas, das bisher nur einmal passiert ist, nämlich im Jahr 2001.

Diese Analyse wird in der GIS-Expertise hier vertieft – exklusiv für die Leserinnen und Leser des Gewerbe-Blogs.

LINK

GIS-Bericht „Chinas rapide wachsender Konsumenten-Markt wird das Land unumkehrbar verändern“ (PDF)


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