Finanzplatzgesetze: Empörung der Nutzniesser

8 Apr

Henrique Schneider, Ressortleiter Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Wenn es nicht dramatisch wäre, wäre es niedlich: Die Finanzplatz-Akteure, die von der erhöhten Regulierung profitieren sind empört. Sie sind empört, weil die Kunden und die, welche aus dem Markt verdrängt werden, ein verhältnismässigeres Modell vorschlagen. Aber wie gesagt, es ist nicht niedlich, sondern dramatisch.

Das Drama ist die Vorstellung einiger Finanzplatz-Akteure, sie können mittels Regulierungen Finanz-KMU aus dem Markt drängen. Dramatisch ist die Einbildung dieser Finanzplatz-Akteure, sie können einfach so 300 Millionen Franken pro Jahr Regulierungskosten rechtfertigen. Dramatisch ist auch, wenn ebendiese Akteure diese Kosten eiskalt den Kunden überwälzen wollen. Am dramatischsten ist: Die Nettonutzniesser empören sich, wenn der sgv eine viel verhältnismässigere und kostengünstigere Variante vorschlägt.

Was will der sgv?

Zusammen mit den unabhängigen Vermögensverwaltern hat der sgv vorgeschlagen, auf der heute gültigen – und funktionierenden – gesetzlichen Grundlage aufzubauen. Bestehende Gesetze, etwa das Bankengesetz oder das Gesetz über Börsen und Effektenhandel, sollen in Richtung erhöhter Transparenz angepasst werden. Vermögensverwalter sollen neu in einem Vermögensverwaltungsgesetz reguliert werden.

Die grossen Nutzniesser der überdimensionierten Finanzdienstleistungsgesetze FIDLEG und FINIG, welche jährlich zusätzliche Regulierungskosten von 300 Mio. verursachen und Kunden wie Finanz-KMU aus dem Markt drängen: Die Banken und insbesondere die Grossbanken

Die grossen Nutzniesser der überdimensionierten Finanzdienstleistungsgesetze FIDLEG und FINIG, welche jährlich zusätzliche Regulierungskosten von 300 Mio. verursachen und Kunden wie Finanz-KMU aus dem Markt drängen: Die Banken und insbesondere die Grossbanken

Man mag sich nun die Frage stellen: Warum ist es besser so? Die technische Antwort lautet: Fidleg und Finig sehen grob vor, die Banken-Standards auf unabhängige Vermögensverwalter auszudehnen. Das ist nicht nur Überregulierung. Das verdrängt die Finanz-KMU aus dem Markt. d.h. Nettonutzniesser sind vor allem Banken.

Es gibt auch eine einfache Antwort: Keinem Menschen würde es einfallen, die gleichen Regeln für alle Ballspiele zu erlassen. Fussball und Basketball haben Eigenheiten und deshalb auch je eigene Regeln. Und sie stehen im Wettbewerb um die Zuschauergunst. So soll es ein.

Im Finanzplatz gibt es verschiedene Geschäftsmodelle. Diese sollen im Wettbewerb zueinander bestehen. Ein Modell mittels Regulierung eliminieren zu wollen, ist nicht nur egoistisch. Es ist auch unredlich.

LINK
Medienkonferenz „FIDLEG/FINIG: Gegenvorschlag des Gewerbes“ vom 7. April 2016

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