Offener Brief an die EPF Lausanne: Schweizer Wirtschaft – Grüne Wirtschaft

18 Apr

Hans-Ulrich Bigler, Direktor Schweizerischer Gewerbeverband sgv, Nationalrat FDP/ZH

In der Ausgabe der Zeitung „Die Zeit“ vom 14. April 2016 beklagt sich der ehemalige Direktor des Bundesamtes für Umwelt Bruno Oberle über die Schweizer Wirtschaft. Sie blockiere verschiedene Gesetzesprojekte im Umweltbereich. Die Wirtschaft sei eben gegen Innovation und Umwelt­schutz. Die Begründung für diese falsche Aussage bleibt der neu in Lausanne an der EPFL forschende Wissenschaftler schuldig.

Darüber hinaus ist die Anschuldigung für einen Vertreter der Wissenschaft, welche massiv mit öffentlichen Mitteln subventioniert wird, stark normativ vorbelastet und unnuanciert. Die von Professor Oberle aufgestellte Gleichung „Gegner eines bestimmten regulatorischen Vorstosses sind Langsame und Untüchtige, die ohnehin bald verschwinden werden“ ist nicht nur falsch; sie ist auch unredlich.

Es gibt viele andere, bessere Gründe, gegen bestimmte Regulierungen zu opponieren: Die Regulierung kann unverhältnismässig sein; die Technologie hat sich anders entwickelt, als die Regulierung es vorsah; die unter­neh­merische Gestaltungs- und Entdeckungsfreiheit – die Innovation also – wird von einer Regulierung verteuert oder verunmöglicht. All diese Gründe spielen eine viel wichtigere Rolle in der Schweizer Wirtschaft als jenes Argument, das von Professor Oberle angeführt wird.

Die Schweizer KMU haben grösstes Interesse daran, ihre Ressourcen effizient einzusetzen. Unsere Wirtschaft kann diesbezüglich eine bedeutende Erfolgsbilanz ausweisen. So konnten beispielsweise die im Rahmen der Energieagentur der Wirtschaft gesteckten Ziele bezüglich Steigerung der Energieeffizienz von der Wirtschaft nicht nur erfüllt, sondern übertroffen werden. Die Schweizer Wirtschaft ist weltweit bezüglich Energie- und Ressourceneffizient eine der fortschrittlichsten Volkswirtschaften. Marktwirtschaftliche Anreize sind dabei ein entscheidender Hebel, um bei der Energie- und Ressourceneffizienz weitere Fortschritte zu erzielen.

Der Schweizerische Gewerbeverband sgv will die undifferenzierten und diffamierenden Behauptungen von Professor Oberle nicht einfach so auf sich beruhen lassen. In einem offenen Brief an die EPF Lausanne fordert er eine Stellungnahme der EPFL, als deren Repräsentant Professor Oberle seine Aussagen machte. Lesen Sie mehr hier.

LINK
Brief an die EPFL bezüglich Aussagen von Prof. Bruno Oberle in „Die Zeit“ vom 14.04.2016 zu den Themen Energie, Umweltschutz und Innovationsfähigkeit der Schweizer KMU (PDF)

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