Sichere und zuverlässige Stromversorgung für das Patientenwohl unabdingbar

10 Okt

Marcel Durst, Geschäftsführer Association Spitex privée Suisse ASPS

Als Vereinigung der privaten Spitex Anbieter in der Schweiz sind wir über die Atomausstiegsinitiative sehr besorgt. Die privaten Spitexanbieter verfolgen mit viel Engagement das Ziel, alten Menschen und Menschen mit Krankheiten und Gebrechen möglichst lange ein würdevolles und umsorgtes Leben zuhause im Kreise ihrer Familien zu ermöglichen. Die gewohnte und vertraute Umgebung, die Nähe zu ihren Liebsten und der tägliche Kontakt mit dem nächsten Umfeld sind für viele Menschen entscheidend – für ihre Lebensqualität ebenso wie für ihr körperliches und seelisches Wohl.

In vielen Fällen können wir alten Menschen diesen Wunsch, möglichst lange zuhause gepflegt zu werden, nur dank modernen technischen Hilfsmitteln erfüllen. Treppenlifte machen es für alte und gehbehinderte Menschen möglich, Treppen zu ihrer Wohnung zu überwinden und sich in ihren eigenen vier Wänden pflegen zu lassen. Gerade viele ältere Menschen sind auf elektronische Notfallsysteme angewiesen, mit denen sie, wenn sie umfallen oder sonst Hilfe brauchen, per Knopfdruck Hilfe holen können. Spezielle Betten, die sich elektronisch heben oder senken lassen, ermöglichen die kostensparende Pflege zuhause und ersparen den Menschen die Einweisung in ein Heim oder ins Spital. Dies sind nur ein paar Beispiele von technischen Hilfsmitteln, auf die wir uns in unserer Arbeit und die Klienten in ihrem Lebensalltag verlassen.

Kein Backup-System für jede Wohnung

Solche Einrichtungen sind in «normalen» Wohnungen eingebaut. Diese Wohnungen verfügen nicht über Notfallsysteme, die einspringen, wenn im normalen Stromnetz ein Problem auftritt und der Strom ausfällt. Es ist ganz einfach nicht möglich, jede Wohnung und jedes Treppenhaus mit einem Backup-System auszurüsten, wie sie in Spitälern oder auch Heimen anzutreffen sind. Ein funktionierendes und stabiles Stromnetz und eine permanente Stromversorgung sind zwingende Grundvoraussetzungen für die moderne Spitex-Pflege zuhause bei den Klienten.

Die privaten Spitexanbieter ermöglichen es alten Menschen, möglichst lange ein würdevolles und umsorgtes Leben zuhause zu führen. Dazu ist eine sichere und zuverlässige Stromversorgung unerlässlich. Ein überhasteter Ausstieg aus der Atomenergie gefährdet die Versorgungssicherheit völlig unnötig zulasten der Menschen, welche auf die Hilfe der Spitex zählen.

Die privaten Spitexanbieter ermöglichen es alten Menschen, möglichst lange ein würdevolles und umsorgtes Leben zuhause zu führen. Dazu ist eine sichere und zuverlässige Stromversorgung unerlässlich. Ein überhasteter Ausstieg aus der Atomenergie gefährdet die Versorgungssicherheit völlig unnötig zulasten der Menschen, welche auf die Hilfe der Spitex zählen.

Genau das aber wird jetzt mit der Atomausstiegsinitiative in Frage gestellt. Innert weniger Jahre sollen 40 Prozent des heute von Kernkraftwerken gelieferten Stroms vom Netz genommen sein. 40 Prozent – also fast die Hälfte! Es wird nicht möglich sein, solche grosse Mengen Strom bis 2029 mit alternativen Energiequellen zu ersetzen. Die neuen Energiequellen stellen höhere Anforderungen an die Stromnetze; sie müssen ausgebaut und verstärkt werden. Dies insbesondere auch deshalb, weil wir vermehrt Strom aus dem Ausland einkaufen müssen. Hierfür ist das Stromnetz in der Schweiz schlicht noch nicht vorbereitet. Stromausfälle aufgrund von Netzinstabilitäten drohen markant zuzunehmen. Es drohen Blackouts und eine Gefährdung der Versorgungssicherheit.

Sicherheit nicht aufs Spiel setzen

Für die Spitex-Anbieter ist es heute zum Glück selbstverständlich, dass wir uns schweizweit auf die Versorgung mit sicherem Strom verlassen können. Unsere Branche rechnet fest mit stetig verfügbarem Strom. Und mit ihr tausende von Patientinnen und Patienten, die dank den heute verlässlich funktionierenden Hilfsmitteln ihre Lebensqualität entscheidend verbessern können.

Es ist entscheidend, dass wir jederzeit und überall in der Schweiz auf ein sicheres zu zuverlässiges Stromnetz zählen können. Ein überhasteter Ausstieg aus der Atomenergie gefährdet diese Sicherheit völlig unnötig. Die Initiative ist eine gefährliche Hauruckübung mit weitreichenden negativen Konsequenzen. Unsere Sicherheit dürfen wir nicht aufs Spiel setzen – gerade weil unsere Patientinnen und Patienten auf ein stabiles Stromnetz angewiesen sind.

LINK
www.ausstiegsinitiative-nein.ch

2 Antworten to “Sichere und zuverlässige Stromversorgung für das Patientenwohl unabdingbar”

  1. Christian Baer 16. Oktober 2016 um 18:02 #

    Man kann zur Ausstiegsinitiative stehen wie man will, aber einen Bezug zur Spitex zu ziehen ist mehr als schräg; die Spitex hat ganz andere Sorgen als die Stromversorgung. Hr. Durst weiss das ganz genau. Deshalb stösst mir die obige Polemik mehr als sauer auf.

    Auch wer viel für einen Verein leistet hat noch lange nicht das Recht, im Namen dieser Organisation seine wie auch immer geartete Privatmeinung kundzutun.

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  2. Roy Thomas 16. Oktober 2016 um 16:50 #

    Nur erneuerbare Energieformen haben eine Daseinsberechtigung, alles andere ist Raub an zukünftigen Generationen. Bei der Atomkraft kommt noch die Anhäufung von über Jahrtausende hochgefährlichem Abfall dazu. Jeder Tag an dem solcher Müll produziert wird ist einer zu viel. Der Atomausstieg muss sein und hat Priorität. Jede Verzögerungstaktik ist verantwortungslos. Es ist natürlich bequem, wenn jederzeit billiger Strom aus der Dose kommt. Aber Bequemlichkeit kann kein Argument sein um sich vor notwendigen Aufgaben wie der Umstellung auf erneuerbare Energien zu drücken. Zu allerletzt eignet sich die Spitex als Deckmäntelchen für solche Pflichtverweigerung. Die Spitex ist ja kein besonders energieverbrauchender Dienstleistungsbereich. Sie ist personalintensiv und damit ist ihr Hauptproblem das Geld, das ihr zu wenig zugesprochen wird – hier drückt der Schuh nicht bei irgendeinem fiktiven Stromausfall. Spitex braucht keine Atomkraftwerke.
    Völlig inakzeptabel ist es aber, dass Herr Durst die Spitexorganisationen dazu missbraucht seine Denkfehler in ihrem Namen zu publizieren. Er kann dies gerne als Privatmann oder als Parteimitglied tun. Ich verlange als Mitglied der ASPS, dass Herr Durst seine politischen Ansichten nicht mit den Bedürfnissen der Spitex verwechselt und seine Stellungnahme als seine persönliche Meinung deklariert.

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