Strom ist Rohstoff

10 Nov

Franz Grüter, VR-Präsident der green.ch-Gruppe und Nationalrat SVP LU

Die Schweiz ist international zu einem der bedeutendsten Standorte für die Beherbergung von IT-Systemen und Daten geworden. Gemäss einer Credit Suisse Studie werden rund 20% des europäischen Datenvolumens heute in der Schweiz in modernen Rechencentern gespeichert. Unternehmen aus der ganzen Welt bringen heute ihre IT-Systeme in die Schweiz.

Alleine in den letzten sechs Jahren wurden über die ganze Schweiz verteilt Infrastrukturen für mehr als 1 Milliarde Franken erstellt. Die Green Gruppe hat am Standort Schweiz in den letzten Jahren mehr als 170 Millionen Schweizerfranken investiert.

Grosse Datencenter sind modernste Lagerhallen, in denen Computer in Netzwerken rechnen. Über diese Computer gehen E-Mails ein und aus. Versicherungsdaten werden ausgetauscht. Finanzinformationen werden verwaltet und geschäftskritische Informationen grosser und kleiner Unternehmen im Millisekunden-Takt bereitgestellt. Vom funktionierenden Datenfluss hängt die Zukunft vieler Unternehmen ab. Und auch für Privatpersonen sind digitale Informationen unverzichtbar. Und es ist der Strom, der diesen Datenfluss erst ermöglicht.

Green Rechenzentrum mit Photovoltaik-Anlage

Green Rechenzentrum mit Photovoltaik-Anlage

Fragt man die Industrie und die Kunden aus der ganzen Welt, weshalb Sie die Daten in der Schweiz speichern wollen, so wird nebst anderen Gründen immer die sichere, hoch zuverlässige, stabile und bezahlbare Stromver­sorgung der Schweiz gelobt.

Aber für ein Rechenzentrum ist Elektrizität viel mehr als nur die Quelle für den Betrieb. Der Datenfluss ist nichts anderes als der Stromfluss. Damit eine E-Mail raus kann muss eine Serie elektrischer Impulse in einem Schaltkreis im Computer stattfinden. Für ein Rechenzentrum gilt daher: Mein Betrieb ist Strom. Jeder digitale Dienst wird nur durch Strom ermöglicht. Und gerade deswegen ist die Ideologisierung der Stromver­sorgung nicht nur falsch, sondern auch äusserst gefährlich. Denn damit riskieren wir sehr viel – und ohne, dass es überhaupt notwendig wäre.

Wer viel Strom verarbeitet, weiss auch: Solarpanels sind aktuell nicht annähernd fähig, den gesamten Strombedarf zu decken. Das ist eine Frage der Technologie, welche schlicht nicht so effizient ist, wie wir es uns wünschen. Und Strom lässt sich nicht speichern. Er steht also oft nicht dann zur Verfügung, wenn man ihn braucht. Bis wir so weit sind, den eigenen Strom komplett alleine zu produzieren, beziehen wir elektrische Energie von den Elektrizitätsversorgern.

Die Ideologisierung der Stromversorgung ist nicht nur falsch, sondern auch äusserst gefährlich.

Der heutige technologische Mix des Schweizer Stroms besteht aus Wasser- und Kernkraft sowie Erzeugnissen aus neuen erneuerbaren Energien. Und das ist gut so. Der Anteil von Wind und Sonne wird immer grösser. Auch das ist gut. Genau diesen Mix braucht es.

Jetzt kommt die Atomausstiegsinitiative und will einen grossen Teil des Mix jäh abschneiden. Die Initiative verlangt damit, entweder auf Rohstoff zu verzichten – was einer Aufgabe meines Geschäfts gleichkäme oder sie will meinen Rohstoff massiv verteuern – was meine Marktsituation auch erheblich erschwert.

Gerade in einer Zeit, in der wir aufgrund der Euro-Schwäche mit Konkurrenten aus Irland und Holland mithalten müssen, ist dies besonders schädlich. Statt meinen Einsatz für Stromeffizienz und für neue erneuerbare Stromproduktion zu würdigen, wirft mir die linke Ausstiegsinitiative Knüppel zwischen die Beine. Alles, weil sie den Strom ideologisiert.

Bieten die Ausstiegs-Initianten eine Alternative an? Nein, im Gegenteil. Durch unendlich viele Einsprachen verbauen sie sogar die Möglichkeit, alternative Stromerzeugungsquellen zu erschliessen. Warum? Weil die Atomaussteiger ideologisch verblendet sind.

Aus diesen Gründen kann es zur radikalen Stromausstiegsinitiative am 27. November nur eine Antwort geben: Ein entschiedenes NEIN!

LINK
www.ausstiegsinitiative-nein.ch

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