Atomausstiegsinitiative: Bäckereien-Confiserien durch Kurzschlusshandlungen beim Atomausstieg gefährdet

18 Nov

Silvan Hotz, Präsident Schweizerischer Bäcker-Confiseurmeister-Verband SBC

Die Lippenbekenntnisse der Politiker kennen wir alle: KMU sind das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft. Oder noch besser: Wir müssen Sorge zu den KMU tragen. Die Realität indes ist eine andere. Unsere 1’600 Bäckereien und Confiserien mit über 3‘000 Verkaufsstellen stehen immer mehr Lenkungsmassnahmen, Regulierungen und höheren Abgaben gegenüber. Unsere Branche bietet rund 30‘000 Arbeitsplätze. Wir haben pro Tag 1,5 Millionen Kundenkontakte mit einem Jahresumsatz von 2,2 Milliarden Schweizer Franken. Ausserdem bieten wir jedes Jahr 3‘600 Lernenden in Produktion und Detailhandel einen Ausbildungsplatz.

Die Initiative zum Atomausstieg will einen unüberlegten Ausstieg, der unsere Betriebe massiv belasten würde. Gemäss Initiative müsste das Kernkraftwerk Beznau 1 ein Jahr nach der Abstimmung vom Netz gehen. Die Kraftwerke Mühleberg, das die BKW 2019 stilllegen will, sowie Beznau 2, beide seit 1971 in Betrieb, müssten rein rechnerisch bereits sofort nach Annahme der Initiative noch im Jahr 2016 vom Netz. Gösgen 2024 und Leibstadt als jüngstes Kraftwerk würde 2029 abgestellt. Wenn es die Sicherheit erforderte, könnte es zu einer früheren Abschaltung kommen. Dieser überhastete Ausstieg und der drohende Energieimport führen zu einer Explosion der Strompreise. In einem Schweizer Kernkraftwerk produzierter Strom kostet heute um die 5 Rappen pro Kilowattstunde. Bei der Wasserkraft sind es zwischen 5 und 15 Rappen.

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Die gleiche Menge Strom aus Windenergie kostet bald 19 Rappen und aus Photovoltaik-Produkten 37 Rappen. Der Import von Kohlestrom kostet um die 25 Rappen. Die Marktpreise sind heute tief, weil es eine Überproduktion von Strom gibt. Wird dieser knapper, gibt es automatisch einen Anstieg der Preise. Es ist anzunehmen, dass mit dem sofortigen Wegfall der Kernenergie und der überhasteten Umstellung des Strommixes auf Importe und teure Zufallseinspeisung die Strompreise sich verdoppeln würden. In unserer energieintensiven Branche würde dies zu einem weiteren Margendruck führen und zahlreiche Betriebe existenziell gefährden.

Gefahr von Stromausfällen

Mit dieser Forderung gefährden die Initianten die Stabilität des Schweizer Stromnetzes und die sichere Versorgung der Haushalte und Unternehmen mit Strom. Stromausfälle und Blackouts könnten die Folge sein. Die Konsequenzen eines instabilen Netzes sind verheerend. Die letzten Stromausfälle der Schweiz waren alle Folgen von Netzinstabilitäten und nicht von Produktionsverknappung.

Zum Beispiel: Im September 2016 ist um den Hauptbahnhof Zürich der Strom ausgefallen. Für über eine Stunde lag der Kreis 4 im Dunkeln. Nicht nur tausende von Haushalten, hunderte von Restaurants, Bäckereien-Confiserien und andere Geschäfte blieben ohne Strom, sondern auch die Trams und Busse mussten den Betrieb zum Teil einstellen. Im 2005 haben Netzinstabilitäten zu einem Blackout bei den SBB geführt. Der Zugverkehr in der gesamten Schweiz kam fast vollständig zum Erliegen. Tausende Passagiere strandeten mitten in der Rushhour des Feierabendverkehrs an Bahnhöfen oder sassen in Zügen, auch in Tunnels fest. Kostenpunkt? Um die 6 Milliarden Franken. Im Übrigen: In seinem jüngsten Risikobericht stuft das Bundesamt für Bevölkerungsschutz eine anhaltende Strommangellage im Winter als grösstes Risiko für die Schweiz ein. Es rechnet dabei mit einem Schaden von über 100 Milliarden Franken und die Backöfen wären kalt und die Kühlvitrinen warm. Sorge zu KMU und deren Arbeitsplätzen zu tragen heisst klar NEIN zur Atomausstiegsinitiative zu sagen.

LINK
www.ausstiegsinitiative-nein.ch

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