Doppelte Schattenrechnung führt zu höheren Verwaltungskosten

22 Aug

Toni Lenz, Präsident Berner KMU

Die Altersreform sollte eigentlich unsere Altersvorsorge finanziell wieder ins Lot bringen und nachhaltig sichern. Das Ziel wird komplett verfehlt. Die Sanierungsvorlage ist zu einer AHV-Ausbauvorlage verkommen. Doch nicht nur das. Sie bringt für die AHV-Ausgleichskassen, die Vorsorgeeinrich­tungen und für die Unternehmerinnen und Unternehmen einen Berg von administrativem Mehraufwand mit sich. Doppelte Schattenrechnungen und undurchsichtige und aufwändige Berechnungen. Die ungerechte AHV-Re­form ist gerade auch deswegen kontraproduktiv und anzulehnen.

Vorsorgeeinrichtungen, deren Reglemente überobligatorische Komponenten enthalten ( was bei vielen Vorsorgeeinrichtungen der Fall ist), müssen heute neben der ordentlichen Rechnung eine Schattenrechnung erstellen. Dies um sicherzustellen ist, dass den Versichernten die gesetzlichen Mindest­ansprüche garantiert sind. Der Prozess ist bereits heute aufwendig.

Anstatt zu sanieren, schafft die ungerechte AHV-Reform einen Berg an bürokratischem Mehraufwand.

Anstatt zu sanieren, schafft die ungerechte AHV-Reform einen Berg an bürokratischem Mehraufwand.

Doppelte Schattenrechnung für Vorsorgeeinrichtungen

Mit der Altersvorsorge 2020 würde die Verwaltung eine Pensionskasse noch viel komplizierter. Für die ganze Übergangsgeneration und somit für zwan­zig Jahrgänge müssten die Vorsorgeeinrichtungen eine zweite Schatten­rech­nung führen. Das macht die komplizierte AHV-Ausbau-Vorlage nötig. Denn für die Übergangsgeneration gilt für die Senkung des Mindestum­wand­lungssatzes eine Besitzstandgarantie für die obligatorisch Versi­cher­ten. Um hier den Überblick wahren zu können, braucht es eine aufwen­dige doppelte Schattenrechnung, die die Verwaltungskosten abermals in die Höhe treibt. Und das zum Leidwesen der Ver­si­cherten, da jeder zusätzlich für die Verwaltung ausgegebene Pensionskassenfranken nicht mehr für Leistungsverbesserungen zur Verfügung steht.

Anpassungen beim Koordinationsabzug: undurchsichtig und aufwändig

Verkompliziert wird unser Vorsorgesystem aber auch durch undurchsichtige und aufwändige Anpassungen beim Koordinationsabzug. Was in der poli­tischen Diskussion unter Details abgehandelt und kaum beachtet wird, scha­det in der Realität. Denn das heute relativ einfache System zur Berech­nung des koordinierten Lohnes wird verbürokratisiert.

Der neu gewählte Ansatz ist wesentlich komplizierter, indem nun ein varia­bler Koordinationsabzug mit einer unteren und einer oberen Begrenzung zum Einsatz kommt. Bei Jahreseinkommen zwischen 21’150 und 35’250 Franken soll der Koordinationsabzug inskünftig fix 14’100 betragen. Bis zu einem Jahreseinkommen von 52’875 Franken soll der Koordinationsabzug anschliessen 40% des Jahreslohns entsprechen. Zwischen 52’875 und 84’600 Franken Jahreseinkommen soll dann ein Koordinationsabzug von fix 21’150 Franken gelten. Für alle darüber liegenden Jahreseinkommen beliefe sich der koordinierte Jahreslohn dann auf 63’450 Franken.

Dieser neue Ansatz ist sowohl aus Sicht der Versicherten, der Betriebe und der Pensionskassen schwer durchschaubar und in der Umsetzung aufwän­diger und fehleranfälliger. Wie die meisten Punkte der vorliegenden Reform sind diese Anpassungen nicht eine Verbesserung sondern eine Verschlech­te­rung gegenüber der heutigen Situation. Sowohl die technischen Details wie auch die grossen Linien der Reform überzeugen nicht. Deshalb Nein am 24. September 2017.

LINKS

SRF Rendez-vous «Die Haltung der Pensionskassen zur Altersvorsorgereform 2020», Freitag, 12:30 Uhr

www.generationenallianz.ch

www.so-ungerecht.ch

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