Angriff auf die Unantastbarkeit der beiden Säulen

30 Aug

Jean-Pierre Wicht, Mitglied der Schweizerischen Gewerbekammer

Die Linken haben die 2. Säule seit der Diskussion um ihre Einführung stän­dig bekämpft, da sie das Verteilungssystem der AHV weiterentwickeln wol­lten. Indem sie bei jeder Gelegenheit, bei jeder Diskussion, an jeder Tagung ihre ideologischen Überzeugungen in einer Endlosschlaufe kundtun, sind sie nicht offen für Kompromisse. Diese Sturheit ist irgendwie bedauerlich. Bei jeder Abstimmung gibt es einen kleinen Schritt in die gewünschte Rich­tung, wie bei der altbekannten Salamitaktik. Das ist legitim, aber lassen wir uns nicht hinters Licht führen!

Die AHV-Reform ist ein Angriff der Linke auf die Berufliche Vorsorge.

Die AHV-Reform ist ein Angriff der Linke auf die Berufliche Vorsorge.

Die 2. Säule unterliegt Risiken im Zusammenhang mit der Lebenserwartung und der Rentabilität des Kapitals, und es gibt in diesem Bereich keinen Be­sitz­stand. Daher möchte die Vorlage der Altersvorsorge 2020 die Auswir­kungen der Risiken der beruflichen Vorsorge durch eine Erhöhung der AHV-Beiträge um 70 Franken im Monat abfedern. Hierbei handelt es sich um einen Angriff auf die Unantastbarkeit der beiden Säulen und um einen historischen Sieg der Linken in ihrem ständigen Kampf dafür, die AHV auf Kosten der beruflichen Vorsorge zu stärken. Einige Wirtschaftsverbände unterstützen diese Vorschläge, da sie der Meinung sind, dass dies ein erster Schritt sei, um einen Misserfolg zu verhindern, und dass der Betrag von 70 Franken akzeptabel sei.

Doch diese Vorschläge bringen langfristig nichts – die Lösungen müssen innerhalb der 2. Säule gefunden werden, wie das der Nationalrat vorge­schla­gen hatte, der sich der völlig unterschiedlichen Aufgaben dieser beiden Institutionen wohl bewusst ist.

Gemäss der Philosophie der Politik in den 70er-Jahren reihte sich die 2. Säule als Institution zwischen der Solidarität (AHV) und dem individuellen Sparen ein. Das Gesetz sah übrigens Rückzüge zur Finanzierung von Wohneigentum, zur Gründung eines eigenen Unternehmens oder den Bezug des Kapitals anstelle einer Rente vor. Die Reform bringt all diese liberalen Grundsätze ins Wanken. Es muss dafür gekämpft werden, damit die 2. Säule ihre ursprüngliche Bedeutung beibehält, nahe an der 3. Säule, die nur zum Sparen dient. Keinesfalls darf sie mit der 1. Säule vermischt werden. Eine vollständige Trennung zwischen 1. und 2. Säule ist uner­läss­lich.

LINKS

www.generationenallianz.ch

www.so-ungerecht.ch

 

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