Mit Apfel und Birne gegen AHV-Reform

5 Sep

Werner Scherrer, Präsident KGV Zürich und Messerschmied

Ich bin Messerschmied von Beruf, darum ist es naheliegend, dass ich ein Messer zu Hilfe nehme, um die Problematik der Altersreform 2020 zu er­klären.

Ich habe hier einen Apfel. Stellen Sie sich das so vor, dass dies der heutige AHV-Topf ist, mit all dem Geld, das verteilt werden darf.

An unserem Tisch haben wir vier Rentner. Ich zähle mich auch dazu. Und wir verteilen den Apfel so wie die heutige AHV-Rente: Für jeden einen gleich grossen Schnitz, wie sich das gehört. Das ist also das, was wir haben: Erstens einen Topf mit dem Geld und zweitens die Verteilung, wie sie heute stattfindet.

Mit der Altersreform 2020, die auf uns zukommen soll, haben wir nun plötz­lich das Angebot, noch ein bisschen mehr zu geben. Aber nicht jedem, son­dern nur den Neurentnern. Die Alten, also wir beide, bekommen davon nichts. Die Neurentner aber erhalten etwas. Zum Glück habe ich hier noch eine Birne, von der die Neurentner einen Teil, zusätzlich 70 Franken also, bekommen.
Nun haben wir also folgende Ausgangslage: Hans und ich haben je einen Viertel Apfel, unsere beiden Neurentner haben etwas mehr. Das ist die Idee dieser Reform.

Das Problem ist: Wie wir am Anfang gesehen haben, hatten wir einen Apfel. Das entspricht der bestehenden AHV. Weil ich neu aber den einen etwas mehr verteilen soll, muss ich von irgendwoher noch eine Birne zaubern, die ich vorher gar nicht hatte.

Es läuft darauf hinaus, dass es schlussendlich auch eine „bireweiche“ An­ge­legenheit ist. Wir verteilen etwas, das wir gar nicht haben. Das ist für mich als Unternehmer und als Wirtschaftsvertreter in keiner Art und Weise ver­tret­bar.  Im Übrigen habe ich die zwei, die zusätzlich einen Birnenschnitz erhalten haben, gar nicht gefragt, ob sie Lust haben auf Birne. Im Giess­kannen­prinzip werden also 70 Franken mehr verteilt, ob sie das wollen, brau­chen oder sinnvoll einsetzen können. Und woher nehmen wir das Geld? In erster Linie über Erhöhungen von Abgaben, die zu einem grossen Teil über die Wirtschaft läuft.

LINKS

www.generationenallianz.ch

www.so-ungerecht.ch

 

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