Nein zur Rentenreform

19 Sep

Prof. Dr. Martin Janssen, emeritierter Professor für Finanzmarktökonomie Uni Zürich

In wenigen Tagen stimmt das Schweizer Stimmvolk über die Altersreform 2020 ab. Der Abstimmungskampf wurde intensiv geführt. Von der JA-Kampagne liessen sich auch zwei Direktoren des Instituts für Versicherungswirtschaft des Universität St. Gallen vor den Karren spannen. Dass sich Professoren nach dem Motto „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“ wie Minnesänger verhalten, ist betrüblich, überrascht aber nicht wirklich. (Das war schon bei der Abstimmung über die Energiestrategie nicht anders.)

«Es stimmt nicht, dass ein doppeltes Nein einem Reformstillstand gleichkommt und die Altersvorsorge für mehrere Jahre stabilisiert. Im Gegenteil: Erst das doppelte Nein ermöglicht es, rasch eine durchdachte Lösung zu finden, um eine weitere nicht wieder gut zu machende Destabilisierung zu vermeiden.» Prof. Dr. Martin Janssen, emeritierter Professor für Finanzmarktökonomie Uni Zürich

«Es stimmt nicht, dass ein doppeltes Nein einem Reformstillstand gleichkommt und die Altersvorsorge für mehrere Jahre stabilisiert. Im Gegenteil: Erst das doppelte Nein ermöglicht es, rasch eine durchdachte Lösung zu finden, um eine weitere nicht wieder gut zu machende Destabilisierung zu vermeiden.» Prof. Dr. Martin Janssen, emeritierter Professor für Finanzmarktökonomie Uni Zürich

Überraschend ist hingegen, dass Wissenschaftler in ihrer Stellungnahme die wichtigsten Probleme dieser Vorlage nicht einmal erwähnen: die falschen Anreize, sich frühzeitig pensionieren zu lassen; die implizite Schuld in der AHV, zu deren Begleichung wir fast zwei volle Jahre gratis arbeiten müssten; den Umwandlungssatz im Obligatorium, der auch nach einer Reduktion noch 50 Prozent zu hoch ist.

Am meisten stört, dass den Experten die konsequente Desinformations­kampagne von Bundesrat und Bundesamt kein Wort wert ist. Wie können Stimmbürger, die so in die Irre geleitet werden, die Verantwortung über­nehmen, ihren Kindern und Enkeln eine destabilisierte Altersvorsorge zu überlassen?

Es stimmt nicht, dass ein doppeltes Nein einem Reformstillstand gleich­kommt und die Altersvorsorge für mehrere Jahre stabilisiert. Im Gegenteil: Erst das doppelte Nein ermöglicht es, rasch eine durchdachte Lösung zu finden, um eine weitere nicht wieder gut zu machende Destabilisierung zu vermeiden. Die Altersvorsorge jetzt mit roter Farbe zu übertünchen ist etwa das Dümmste, was man machen kann.

Prof. Dr. Martin Janssen ist emeritierter Professor für Finanzmarktökonomie an der Universität Zürich und seit 30 Jahren Unternehmer. In seinen Firmen werden Pensionskassen beraten und Sammelstiftungen geführt.
Der Beitrag erschien in der NZZ am Sonntag vom 17.9.2017.

Eine Antwort to “Nein zur Rentenreform”

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  1. Volksabstimmung AV2020 – Call for Action – YPA – Young Professionals Association - 20. September 2017

    […] Janssen hat bereits in der NZZ am Sonntag und in der Schweiz am Wochenende Position gegen die AV2020 […]

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