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Äpfel mit Birnen vergleichen

9 Nov

Henrique Schneider, stv. Direktor Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Kernstück des Übereinkommens von Paris ist die globale Anstrengung im Umgang mit der Klimaveränderung. Alle Länder sind aufgerufen, sich verbindliche Ziele zu geben. Doch Ziel ist längst nicht Ziel. Vielleicht ist dies nicht an sich ein Problem, doch es verursacht Handlungsbedarf.

Gemäss Paris geben sich alle Länder spezifische Emissionsreduktionsziele. Diese sind notwendig, um einerseits festzustellen, was jedes einzelne Land beiträgt. Und andererseits werden diese Ziele zusammengezählt, damit abgeschätzt werden kann, ob die Aktionen ausreichend sind. Ausreichend heisst: , die Klimaerwärmung auf unter 2 Grad Celsius beschränken.

Kernstück des Übereinkommens von Paris ist die globale Anstrengung im Umgang mit der Klimaveränderung. Alle Länder sind aufgerufen, sich verbindliche Ziele zu geben. Doch die unterschiedlichen Vorstellungen der einzelnen Länder, was Emissionsreduktionsziele sind, erschweren die Vergleichbarkeit enorm.

Kernstück des Übereinkommens von Paris ist die globale Anstrengung im Umgang mit der Klimaveränderung. Alle Länder sind aufgerufen, sich verbindliche Ziele zu geben. Doch die unterschiedlichen Vorstellungen der einzelnen Länder, was Emissionsreduktionsziele sind, erschweren die Vergleichbarkeit enorm.

Diese nationalen Ziele – in der Konferenzsprache heissen sie NDC, nationally determined contribution – sind sowohl technisch als auch politische bedeutend. Technisch sind sie notwendig, um zu bestimmen, welches Land wie viel Treibhausgasemissionen reduziert hat. Politisch geht es um den Dialog, der in bestimmten Abständen stattfindet und in dem die Länder einander Red und Antwort über unternommenen Anstrengungen stehen.

Das setzt voraus, die Ziele seien vergleichbar. Das sind sie aber gar nicht. Einige Länder – dazu gehört die Schweiz – geben sich absolute und globale Absenkungspfade. Der Schweizer Ausstoss an Treibhausgasen wird bis zum Jahr 2030 um 50 Prozent im Vergleich zu 1990 reduziert. Das gilt für die ganze Schweiz und unabhängig von anderen Grössen.

Doch andere Länder haben ein sogenanntes Intensitätsziel. Sie sagen beispielsweise, dass sich der CO2-Ausstoss in Funktion des Brutto­inlands­produkts reduzieren muss – oder wachsen darf. Noch andere Länder geben sogenannte BAU-Ziele vor. BAU bedeutet «business as usual», d.h. die Emissionen, die entstünden, wenn nichts unternommen würde. Sie nehmen also eine hypothetische Entwicklung an und bestimmen einen Emissions­ab­senk­pfad im Vergleich zu dieser Hypothese. Noch eine andere Gruppe von Ländern formuliert ihre Ziele schliesslich als das Ergebnis von Mass­nahmen. Mit anderen Worten, sie geben instrumentell an, was sie tun wollen und sagen, was auch immer rauskommt, sei das Ziel.

Diese unterschiedlichen Vorstellungen, was Emissionsreduktionsziele sind, führt zu grossen Unterschieden in ihrer Vergleichbarkeit. Die Klima­kon­ferenz ist sich dessen bewusst. Doch die meisten Länder wehren sich gegen die Entwicklung einer Vergleichbarkeitsmatrix oder von Kriterien für die Gegenüberstellung von Zielen.

Theoretisch sollte die Klimakonferenz in Bonn eine diesbezügliche Vorstellung erarbeiten. Doch bis jetzt ist noch kein Text dazu formuliert. Wenn die UN es nicht schafft, entsprechende Gegenüberstellungen zu machen, ist es wahrscheinlich, dass Länder bi- und multilateral die Sache angehen.

Der Handlungsbedarf ist also erkannt. Eine Handlung folgte aber noch nicht.

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