Die Zweiteilung der Welt

14 Nov

Henrique Schneider, stv. Direktor Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Die grösste Leistung des Übereinkommens von Paris war, ein Paket für alle Länder der Welt zu schnüren. Und nun drohen verschiedene Staaten, dieses Paket aufzubrechen. Warum wohl?

Vor Paris gab es schon Klimavereinbarungen. Dazu gehören beispielsweise das Protokoll von Kyoto, die Erklärung von Marrakech oder die Annexe von Kopenhagen. Doch bis Paris waren sämtliche Klimaprogramme von einem Dualismus geprägt:

Auf der einen Seite standen die entwickelten Länder. Sie mussten Treib­hausgas-Emissionen senken und Geldleistungen bezahlen. Auf der anderen Seite standen die Entwicklungsländer. Sie empfingen Zahlungen.

So vielfältig und verschieden wie einzelne Individuen sind, so unterschiedlich sind auch die Interessen einzelner Länder. Bei den Klimavereinbarungen lassen sich diese in zwei Gruppen unterteilen: Die entwickelten Länder, welche Treibhausgas-Emissionen senken und Geldleistungen bezahlen müssen, und die Entwicklungsländer, welche Zahlungsempfänger sind. Das grosse Verdienst des Pariser Übereinkommens war es, diesen Dualismus zu überwinden und ein Paket für alle Länder der Welt zu schnüren. Nun droht dieses wieder aufzubrechen.

So vielfältig und verschieden wie einzelne Individuen sind, so unterschiedlich sind auch die Interessen einzelner Länder. Bei den Klimavereinbarungen lassen sich diese in zwei Gruppen unterteilen: Die entwickelten Länder, welche Treibhausgas-Emissionen senken und Geldleistungen bezahlen müssen, und die Entwicklungsländer, welche Zahlungsempfänger sind. Das grosse Verdienst des Pariser Übereinkommens war es, diesen Dualismus zu überwinden und ein Paket für alle Länder der Welt zu schnüren. Nun droht dieses wieder aufzubrechen.

Mit Paris wollte man einen Teil dieser Teilung überwinden. Zwar erklärten sich die entwickelten Länder bereit, weiterhin Geld umzuverteilen. Sogar bis zu 100 Milliarden US Dollar. Doch dafür mussten sich alle Staaten anstrengen, Treibhausgasemissionen zu senken.

Das Übereinkommen von Paris schaffte es zum ersten Mal, dass sich die ganze Welt verpflichtete, gemeinsam dem Klimawandel zu entgegnen. Zumindest im Prinzip. Natürlich waren von Anfang an Bruchlinien vorge­zeichnet. Um ein annehmbares Dokument zu produzieren, liess die französische Präsidentschaft viele kompensatorische Kompromisse zu.

Schon in der Klimakonferenz von 2016 in Marrakech machten sich die Risse hier und da bemerkbar. Zum Beispiel meinten Entwicklungsländer, man könnte auf der Ebene der Kriterien und Messbarkeit einen Unterschied zwischen Ländergruppen machen. Oder entwickelte Länder wollten nicht ganz von der Idee loslassen, dass einige Staaten nur CO2 reduzieren, während andere Kompensationsmöglichkeiten schaffen.

Diese Differenzen konnten dann – wie immer – in letzter Minute – auch wie immer – mit viel Geld geklärt werden.

Nun droht der Dualismus wieder in Bonn. Und wieder kommen alte Mecha­nismen zum Tragen. Entwicklungsländer wollen separate Bestimmungen; entwickelte Länder beschwichtigen mit Geld. Diese Logik ist nicht im Sinne von Paris. Dort geht es nämlich um gemeinsame Anstrengungen. Doch diese Logik ist im Sinne eines Systems, das gerade diese Anreize setzt.

Noch ist es zu früh, zum Beurteilen, wie es weitergeht. Die zweite Woche der Konferenz – die Woche an der auf ministerieller Ebene verhandelt wird – hat erst begonnen.

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