5G in schwierigen Zeiten

24 Apr

Henrique Schneider, stv. Direktor Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Die Schweiz braucht und will ein 5G Mobilfunknetz. Dazu herrscht breiter Konsens. Doch der Weg dorthin, ist alles andere als klar. Denn die Schweiz wirft sich ständig Knüppel zwischen die Beine. Die eidgenössische Kommunikationskommission ComCom setzt überhaupt die Einführung von 5G leichtfertig aufs Spiel.

Damit das 5G Netz funktioniert, brauchen die Mobilfunkanbieter Frequenz­bänder. Als Sektorregulator entscheidet die ComCom über ihre Zuteilung. Und der Entscheid, der nun konsultiert wird, fällt komisch aus. Bei der Neuvergabe von Mobilfunkfrequenzen wird grundlos die Kapazität verknappt – im Wissen, dass 5G höhere Kapazitäten braucht. Was sind die Folgen für die Zukunft? Höhere Preise und schlechtere Qualität der Mobilfunkverbindungen – vielleicht auch der Verzicht auf das 5G Netz.

Worum geht es?

Die eidgenössische Kommunikationskommission möchte die Mobil­funk­frequenzen neu vergeben. Als Sektorregulator fällt dies in ihren Kompetenz­bereich. Nach ihrer Selbst­deklaration will sie Voraussetzungen für das kommende 5G Netz schaffen. Sie will auch, dass alle drei Mobilfunkanbieter eine vollständige geographische Grundversorgung mit allen Anwendungs­funktionen von 5G sicherstellen.

Die Schweiz braucht und will ein 5G Mobilfunknetz. Dazu herrscht breiter Konsens. Mit einer massiven Überregulierung und künstlicher Kapazitätsverknappung gefährdet die eidgenössische Kommunikationskommission nicht nur den Nutzen einer modernen Telekommunikationsinfrastruktur, sondern setzt überhaupt die Einführung von 5G leichtfertig aufs Spiel.

Die Schweiz braucht und will ein 5G Mobilfunknetz. Dazu herrscht breiter Konsens. Mit einer massiven Überregulierung und künstlicher Kapazitätsverknappung gefährdet die eidgenössische Kommunikationskommission nicht nur den Nutzen einer modernen Telekommunikationsinfrastruktur, sondern setzt überhaupt die Einführung von 5G leichtfertig aufs Spiel.

Sowohl Fachleute als auch die Erfahrungen aus dem Ausland zeigen: Um die von der Kommunikationskommission gesetzten Ziele zu erreichen, müssen Mobilfunknetzbetreiber Zugang zu verschiedenen Frequenz­bändern haben. (Sie sind: 2×10 MHz im 700 MHz FDD Band; 10 MHz im Kernband von 1400 MHz und 100 MHz im 3.6 GHz Frequenzband.)

Hausgemachte Probleme

So weit so gut. Doch dann vollzieht die Kommunikationskommission eine erstaunliche Kehrtwende. Statt jene Bänder den Mobilfunkanbietern zuzuteilen, schränkt die Kommission die Bänder ein. D.h. sie – vor allem das 3.6 GHz Band – werden regulatorisch verknappt. Das steht doch im krassen Widerspruch zum Ziel der flächendeckenden Versorgung.

Dann geht die Kommunikationskommission noch weiter. Für die Zuteilung der Frequenzbänder erfindet sie ein kompliziertes Verfahren. Es besteht sage und schreibe aus Elementen aus fünf verschiedenen Auktionen mit einer Vielzahl von Untervarianten, Ein- und Ausstiegsoptionen, Behelfs­regeln und Angebotseinschränkungen. Dabei wäre die Sache so einfach: Im In- und Ausland gibt es genügend Erfahrung mit einfachen Auktions­formaten. Diese haben sich auch bewährt.

Nur Verlierer

Die von der Kommunikationskommission angerichtete Vergabe von Mobilfunknetzen produziert nur Verlierer:

  • Zunächst verlieren Bevölkerung und Wirtschaft. Sie werden höhere Preise für weniger Leistungen bezahlen.
  • Dann verlieren die Mobilfunkanbieter. Das Flickwerk von Auktionen und Einschränkungen führt zu nicht zielführendem taktischen Verhalten, zu höheren Kosten und zu schlechterem Service.
  • Zuletzt verliert auch der Wettbewerb und damit der Standort Schweiz. Sowohl Infrastrukturen als auch Nutzungsmöglichkeiten werden künstlich verknappt.

Der gesamte volkswirtschaftliche Schaden, der das vorgeschlagene Vergabeverfahren verursacht, ist um die 3 Milliarden Franken. Mehr noch: Die Kommunikationskommission gefährdet eigenhändig die Ein­führung von 5G insgesamt.

Lösungen

Das Problem lässt sich lösen. Das Vergabeverfahren muss angepasst werden. Auf künstliche Verknappungen ist zu verzichten, es ist mehr Spektrum der Auktion zuzufügen, die Auktion selber soll nach bewährtem Format erfolgen und es sind die Lehren aus der Erfahrung im In- und Ausland zu ziehen. Man muss das Rad – in diesem Fall: das Frequenzband – schliesslich nicht neu erfinden.

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