Fintech: Innovation statt Strukturen

26 Jul

Henrique Schneider, stv. Direktor Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Am vergangenen Treffen der G-20 Finanzminister verlangte Bundesrat Ueli Maurer einen besonderen Fokus auf digitale Entwicklungen in der Finanz­branche. Wer so etwas sagt, denkt in Strukturen. Entscheidend sind sie aber nicht. Was zählt, ist die Innovation.

Fintech ist eine Art der Erbringung von Finanzdienstleistungen, welche in besonderem Masse Informationstechnologie IT einsetzt. Gestandene Banken können genauso Fintech sein, wie Jungunternehmerinnen, die den Zahlungsprozess mit einer App umkrempeln. Fintech kann sowohl bei bestehenden Finanzdienstleistern als auch bei Neugründungen von Firmen geschehen.

Der Erfolg der Fintech-Unternehmen lässt sich insbesondere an den folgenden vier Kriterien messen: Personalisierung der Kundenbeziehung, Schnelligkeit der Transaktion, Relevanz der Lösung und Vermeidung von Medienbrüchen.

Der Erfolg der Fintech-Unternehmen lässt sich insbesondere an den folgenden vier Kriterien messen: Personalisierung der Kundenbeziehung, Schnelligkeit der Transaktion, Relevanz der Lösung und Vermeidung von Medienbrüchen.

Sieht man von der strukturellen Perspektive auf Fintech ab – die Schweiz scheint zu sehr damit beschäftigt zu sein: Wie funktioniert Fintech? Und was macht den Erfolg von Fintech aus?

Aus der Perspektive der Innovation, kann Fintech vorwiegend an vier kombinierbaren Elementen arbeiten:

  • Daten: Fintech-Applikationen, die auf Daten fokussieren, bündeln Daten und legen sie kunden- oder anbietergerecht aus. Beispiele hierfür sind die berühmten Kryptowährungen, das automatisierte Handeln an der Börse oder das Robo-Advisory in der Vermögens­verwaltung.
  • Frontend: Hier geht es darum, die Kundenbeziehungen insgesamt zu vereinfachen. Einerseits können Kunden ihre eigenen Bedürfnisse befriedigen und andererseits entfallen Transaktionskosten. Beispiele hierfür sind Plattformlösungen wie Crowdlending oder Zahlungs­abwicklungen.
  • Operationen: Das sind Fintech-Anwendungen, die hinter den Kulissen spielen. Bei ihnen wird IT eingesetzt, um Prozesse einfacher, günstiger und besser zu machen. Der altbekannte Bancomat gehört zu dieser Kategorie – dieses Beispiel zeigt im Übrigen, wie alt Fintech schon ist. Auch die online-Eröffnung eines Bankkontos gehört dazu.
  • Infrastruktur: Natürlich braucht Fintech eine ganze Reihe unter­stützender Infrastrukturen. Diese sind sowohl Hardware als auch Software. Es braucht beispielsweise neue Vernetzungskonzepte, um die wachsende Menge dezentraler Transaktionen zu bewältigen. Und es braucht auch Sicherheitskonzepte. Auch das gehört zu Fintech.

Der Erfolg der Fintech-Unternehmen lässt sich insbesondere an den folgenden vier Kriterien messen:

  • Personalisierung der Kundenbeziehung: Kunden empfinden die Betreuung als auf die jeweiligen Bedürfnisse zugeschnitten.
  • Schnelligkeit der Transaktionen: Je schneller die Transaktion erledigt ist, desto besser.
  • Relevanz der angebotenen Lösung: Die Gegenseite muss die Fintech-Applikation als praktisch und situationsspezifisch optimal erleben.
  • Keine Medienbrüche: Was online/IT-gestützt angefangen hat, muss bis zuletzt online/IT-gestützt bleiben.

Und nun kann man sich fragen: Was ist neu an der ganzen Sache? Sind diese Elemente und Merkmale nicht ohnehin Teile eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses? Die Antwort ist: Ja. Warum Minister darüber nachdenken sollen – das ist vielmehr die Frage.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: