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SwissSkills – Imageplattform zu Gunsten der Dualen Berufsbildung

8 Feb

Hans-Ulrich Bigler, Direktor Schweizerischer Gewerbeverband sgv, Nationalrat FDP ZH

Es muss immer wieder unterstrichen werden: Die Berufsbildung ist der Königsweg in der Ausbildung unserer angehenden Fachkräfte. Rund zwei Drittel aller Schulabgänger entscheiden sich, eine Berufslehre zu absolvieren. Über 70% von ihnen werden innerhalb der Schweizer KMU ausgebildet. Dank der Durchlässigkeit unseres Bildungssystems stehen diesen angehenden Berufsleuten sämtliche Karrierewege offen. Von Beginn an ihrer Ausbildung stehen diese jungen Leute mitten in der Arbeitswelt. Dieses Kriterium ist für den Erfolg der Dualen Berufsbildung absolut zentral: unsere Lernenden werden arbeitsmarktfähig ausgebildet. Das ist der Grund für die europaweit tiefe Jugendarbeitslosigkeit.

Damit dieses Modell auch in den kommenden Jahren erfolgreich bleibt, muss die Kompetenz zur (Weiter)Entwicklung der Lehrberufe bei den Organisationen der Arbeitswelt (OdA) sein und bleiben. Sie bieten nämlich dank ihrer Praxisnähe die Garantie, dass bottom-up die Anforderungen der Arbeitswelt in den Lehrberufen abgebildet sind. Der Gesetzgeber hat dies erkannt und im Berufsbildungsgesetz mit «Verbundpartnerschaft» umschrieben, d.h. dem gleichwertigen Zusammenspiel von OdA, Bund und Kantone. Der Schweizerischen Gewerbeverband sgv steht dabei explizit als Interessenvertreter der OdA. Dort wird nämlich die Basis für den Erfolg in der Berufsbildung gelegt, weder in der Verwaltung noch in den Schulen noch sonst wo.

Wenn heute über eine neue Form von Public Private Partnership (PPP) informiert wird, so ist es für den sgv imperativ, dass sich dieses Konstrukt strikte an die vorgängig genannten Überlegungen hält bzw. sich diesen unterordnet.

Die Berufsbildung ist der Königsweg in der Ausbildung unserer angehenden Fachkräfte. Rund zwei Drittel aller Schulabgänger entscheiden sich, eine Berufslehre zu absolvieren. Über 70% von ihnen werden in Schweizer KMU ausgebildet. Dank der Durchlässigkeit unseres Bildungssystems stehen diesen angehenden Berufsleuten sämtliche Karrierewege offen.

Die Berufsbildung ist der Königsweg in der Ausbildung unserer angehenden Fachkräfte. Rund zwei Drittel aller Schulabgänger entscheiden sich, eine Berufslehre zu absolvieren. Über 70% von ihnen werden in Schweizer KMU ausgebildet. Dank der Durchlässigkeit unseres Bildungssystems stehen diesen angehenden Berufsleuten sämtliche Karrierewege offen.

Die Idee nationaler Berufsmeisterschaften hat der sgv bereits in den 1990er Jahren eingebracht und mit verschiedenen Branchen erfolgreich umgesetzt. Und wiederum der sgv war Ideengeber der ersten Stunde, gesamt­schwei­zerisch branchenübergreifende Berufsmeisterschaften zentral durch­zu­führen.  Der sgv begrüsst es deshalb ausdrücklich, dass nach der ersten Durchführung in Bern 2014 mit SwissSkills eine nationale Berufs­meisterschaft 2018 eine Fortsetzung findet. Mit dieser starken Plattform können wir die Duale Berufsbildung nachhaltig stärken und weiterhin bekannt machen. Es muss uns gelingen, dass noch mehr junge Leute und vor allem auch deren Meinungsbeeinflusser (Eltern, Verwandte, peers, etc.) auf die Vorteile und Möglichkeiten der Dualen Berufsbildung aufmerksam werden und sich für diesen Königsweg entscheiden.

Wenn wir nun die Chance haben, mit zwei namhaften Sponsoren im Rahmen von Berufswettbewerben zusammenzuarbeiten, so gehen wir davon aus, dass diese die geschilderten Rahmenbedingungen respektieren. Trotz Sponsoring und grundsätzlich zu begrüssendem PPP darf es zu keiner Kommerzialisierung der Berufsbildung kommen. Ebenso wenig darf die Balance der Verbundpartnerschaft gestört werden.

Damit SwissSkills ein Erfolg wird, darf diese nationale Plattform die Bodenhaftung – die Verbindung mit der KMU-Wirtschaft und der Berufs­bildung in den Betrieben an der Basis – nicht verlieren. SwissSkills muss eine von den Verbundpartnern getragene Plattform sein und bleiben. Insbesondere ist in der Stiftung das Bewusstsein zu schärfen, dass sie ausschliesslich Dienstleistungscharakter haben muss. Sie darf keinesfalls zu einer kommerziellen Show einzelner Sponsoren werden. Der Dienst an der Berufsbildung muss im Vordergrund stehen, nicht die Sponsoren und deren Geschäftsinteressen. Denn nur so gewinnt die Berufsbildung als Ganzes in der Öffentlichkeit und vor allem bei den Eltern an Bedeutung und weiterem Image. Und nur so werden insbesondere die SwissSkills als  Karriereschmiede für zielstrebige junge Berufsleute noch breiter bekannt.

Titelgebung: Auf dem richtigen Weg?

27 Nov

Christine Davatz, Vizedirektorin Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI schlägt bezüglich des englischen Titels für Abschlüsse der Berufsbildung einen eigenwilligen Weg ein. Der Schweizerische Gewerbeverband sgv akzeptiert dies nicht und wehrt sich vehement.

Noch im Juli ging der sgv davon aus, dass Bundesrat und das SBFI seine Anliegen zur Stärkung der höheren Berufsbildung ernst nehmen würden. Der Entscheid aus Sicht des Bundes scheint jedoch nun gefällt zu sein. Wenn es nach dem SBFI geht, wird es definitiv keinen «professional Bachelor» und keinen «professional Master» bei den englischen Übersetzungen der Titel in der höheren Berufsbildung geben. Die Berufsverbände sind aber weiterhin für die Bezeichnungen ihrer Berufsabschlüsse verantwortlich. Es stellt sich die Frage: Geht das überhaupt auf, und wird das SBFI wirklich zustimmen, wenn sich ein diplomierter Bäcker-Konditor – in der Umgangssprache wohl immer noch Bäckermeister genannt – plötzlich Master Baker nennen will?

Kein „professional Bachelor“ und kein „professional Master“ bei den englischen Titeln in der höheren Berufsbildung? Das SBFI hat da seine ganz eigenen Ansichten.

Kein „professional Bachelor“ und kein „professional Master“ bei den englischen Titeln in der höheren Berufsbildung? Das SBFI hat da seine ganz eigenen Ansichten.

sgv kämpft für seine Unternehmerinnen und Unternehmer

Als grösster Dachverband der Schweizer Wirtschaft vertritt der sgv 250 Verbände und gegen 300 000 Unternehmen. Die Berufsbildung und insbesondere die Stärkung der höheren Berufsbildung gehören zu seinen Kerngeschäften. Das erklärte Ziel des sgv ist es, dass der Wert dieses Bildungswegs endlich anerkannt wird. Dazu gehört auch ein anständiger englischer Titel der Berufsabschlüsse in der höheren Berufsbildung. Der sgv hat von den Unternehmerinnen und Unternehmern den Auftrag, für die Anerkennung der Gleichwertigkeit der Berufsbildung zu kämpfen, selbst wenn einige Verbandsvertreter dies offenbar nicht gleich sehen.

«Der sgv fordert attraktive englische Titel der Berufsabschlüsse in der Höheren Berufsbildung.»

Der sgv will die höhere Berufsbildung stärken, für Junge und Eltern als Karrieremöglichkeit attraktiv machen und im Ausland den Wert dieses Bildungswegs verdeutlichen. Da unser Bildungssystem ausgesprochen durchlässig ist und beide Wege – der rein schulisch-akademische und der Berufsbildungsweg mit beruflicher Grundbildung und höherer Berufsbildung – gemäss Verfassung gleichwertig sind, soll dies auch bei den englischen Titeln zum Ausdruck kommen.

Das englischsprachige Ausland kennt als höhere Bildungsabschlüsse ohnehin nur diejenigen der akademischen Welt – also Bachelor und Master. Analog zum Hochschulbereich, wo Niveau 6 «Bachelor» und Niveau 7 «Master» bedeuten, kann dies gemäss sgv auch für die englischen Übersetzungen der Titelbezeichnungen in der höheren Berufsbildung übernommen werden.

Es geht nicht darum, die höhere Berufsbildung zu verakademisieren oder die heute geltenden Titel in den drei Amtssprachen abzulösen. Es muss aber das Ziel sein, für den englischsprachigen Raum die Niveaus dieser Abschlüsse klar erkennbar zu machen. Nur so wird die höhere Berufs­bildung auch als eigenständiger Weg gestärkt, denn es braucht dann keinen Wechsel in die akademische Laufbahn, um mit dem gleichen Niveau einen analogen Titel und damit Ansehen zu erlangen. Zudem wird mit den englischen Übersetzungen «Professional Bachelor» oder «Professional Master» den Jugendlichen aufgezeigt, dass sie mit einer Berufslehre und der höheren Berufsbildung gleichwertige Karrierechancen zum gymnasialen Weg haben, was zweifellos auch auf die Eltern wirkt. Mit der Ergänzung Professional (Professional Bachelor oder Professional Master) ist auch die Abgrenzung zu den Hochschulabschlüssen deutlich gemacht.


DAS FORDERT DER SGV

Verbundpartnerschaftlich klären

  • dass die Inkraftsetzung der vorgeschlagenen Empfehlung bezüglich der englischen Titelbezeichnungen zurückgestellt wird;
  • dass sämtliche offenen Fragen (z.B. die Umsetzung der «Zertifizierung» durch die Trägerschaften, Verbindlichkeit der englischen Übersetzungen, Bezeichnung der HF-Abschlüsse oder Abstimmung bezgl. Diplomanerkennung) vorgängig verbund­partner­schaftlich geklärt werden und auch Berufsbildungsexperten und -expertinnen aus dem deutschsprachigen Ausland beizuziehen sind;
  • dass umgehend eine Zusammenführung der beiden Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR-BB und NQR-HS) angegangen wird. Nur ein einziger Qualifikationsrahmen für das gesamte Bildungssystem ist europakompatibel und macht unser Bildungssystem für die übrigen Länder verständlich.

RANDNOTIZ

Eigenwillige Zwängerei des SBFI

Auch Einwände von englischsprachigen Übersetzungsprofis wurden vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI nicht zur Kenntnis genommen. Mit wenigen Worten wurden sie als altbacken und frech abgetan und ihr Gegenvorschlag zur wenig schmeichelhaften Abkürzung PET (Professional Education and Training für Titel der höheren Berufsbildung) oder für das jetzt vom SBFI favorisierte «Diploma of Higher Education» einfach in der Schublade versteckt. Wieso wohl? Weil der Gegenvorschlag genau dem entsprach, was der sgv immer wollte: professional Bachelor’s degree (für Abschlüsse der HBB auf dem NQR-Niveau 6) und professional Master’s degree (für NQR-Niveau 7).

LINK

Vernehmlassungsantwort sgv „Englische Titelbezeichnungen für Abschlüsse der Berufsbildung“ (PDF)

Mindestlohn-Initiative: Ein Bärendienst für unsere Jugendlichen

16 Apr

Von Hans-Ulrich Bigler, Direktor Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Kann ich mir die Ferien mit meinen Kollegen in Italien leisten oder bleibe ich über den Sommer in der Dorfbadi? Liegt dieses Motorrad drin oder nehme ich weiterhin den Bus? Und was ist mit der neuen Generation der Smartphones?

Wer sich an seine eigene Jugend zurückerinnert oder sich in die Situation von Jugendlichen nach der obligatorischen Schulzeit hineinversetzt, weiss, dass solche Fragen innerhalb einer Gruppe und bei den einzelnen Jugendlichen wichtig sind. Klar kennt man die Argumente, dass man in seine Zukunft investieren und eine solide Ausbildung abschliessen soll. Die Versuchung, solche Sorgen auf später zu verschieben, ist aber zweifellos vorhanden. Jugendliche, die nicht selber überzeugt sind, dass ihre Ausbildung entscheidend wichtig und eine abgeschlossene Berufsbildung der beste Schutz vor Armut sind, brauchen unsere Unterstützung. Sie sind darauf angewiesen, dass die Eltern, die Ausbildenden und die Gesellschaft sie darin bestärken, die Ausbildung ernst zu nehmen und sich zu engagieren.

Starres Lohndiktat, das Schwächere aus dem Arbeitsmarkt verdrängt, Teilzeitstellen vernichtet und nicht zwischen Regionen, Branchen und Qualifikationen unterscheidet? Darum am 18. Mai: Nein zum schädlichen Mindestlohn!

Starres Lohndiktat, das Schwächere aus dem Arbeitsmarkt verdrängt, Teilzeitstellen vernichtet und nicht zwischen Regionen, Branchen und Qualifikationen unterscheidet? Darum am 18. Mai: Nein zum schädlichen Mindestlohn!

Wenn wir nun mit der Mindestlohn-Initiative aber Jugendlichen ohne Ausbildung und ohne Berufserfahrung einen staatlich diktierten Mindestlohn von 22 Franken pro Stunde  garantieren, versagen wir bei dieser Unterstützungspflicht komplett. Vielmehr noch: Wir stellen damit unseren eigenen Kindern eine Falle. Denn gross ist die Versuchung, sich bereits als Teenager mit einem Kollegen zusammen zu tun und mit den so gemeinsam verdienten 8000 Franken monatlich die finanzielle Unabhängigkeit zu zelebrieren. Viele werden sich nicht mehr motiviert fühlen, für viel weniger Geld eine Berufslehre zu absolvieren.

Latte für Berufseinstieg wird massiv höher gestellt

Nicht genug, dass die Initiative so unser erfolgreiches System der dualen Berufsbildung untergräbt. Zusätzlich gefährdet sie Arbeitsstellen im tieferen Lohnsegment, die gerade für Berufseinsteiger wichtig sind. Solche Stellen werden wegen den steigenden Lohnkosten wegrationalisiert und  verschwin-den. Gleichzeitig wird mit den staatlich diktierten Mindestlöhnen die Schwelle für eine Festanstellung in die Höhen geschraubt, weil viele Unternehmen am Anfang nicht soviel zahlen können. Den Schaden dieses unverantwortlichen Handelns baden die jungen Berufseinsteiger aus, die künftig von Praktika zu Praktika weitergereicht werden, ohne eine Festanstellung zu erhalten.

Schädlich auch für Studierende

Als weitere Gruppe trifft die Mindestlohn-Initiative auch die Studierenden, die sich mit einem Nebenjob das Studium finanzieren wollen. Studenten, die temporär arbeiten, können und sollen nicht gleich viel verdienen, wie die fest angestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Viele Firmen würden bei einer Annahme der Mindestlohn-Initiative keine Jobs mehr für Studierende anbieten, zum direkten Schaden der jungen Generation, die über diesen Weg ihre Ausbildungen mitfinanzieren muss.  Der Mindestlohn führt dazu, dass die Berufseinsteiger und Leute am unteren Ende der Leistungs- und Qualifikationsskala benachteiligt werden. Gewisse Gruppen von Leuten würden gar nicht mehr eingestellt.

Damit entpuppt sich die Initiative als sozialpolitischer Bumerang, weil sie die Arbeitsmarktintegration und den Berufseinstieg erschwert. In der Konsequenz riskieren wir Entlassungen und mehr Arbeitslosigkeit. Die Befürworter erreichen mit ihrer Initiative genau das Gegenteil von dem, was sie anstreben. Die Mindestlohn-Initiative ist deshalb abzulehnen.

Berufs-Nachwuchs im Goldrausch

6 Aug

Corinne Remund, Redaktorin Schweizerische Gewerbezeitung sgz

WORLDSKILLS 2013 – Unsere 39 Kandidatinnen und Kandidaten haben an der Berufs-WM in Leipzig eindrücklich gezeigt, dass sie Weltspitze sind. Das Swiss Team hat sich in der Nationenwertung hinter Südkorea den zweiten Rang erkämpft.

Ein grosser Medaillenregen ergoss sich an den 42. WorldSkills Competitions in Leipzig über das gut vorbereitete Schweizer Team. Neun Gold-, drei Silber-, fünf Bronzemedaillen sowie 18 Diplome: So die Bilanz der helvetischen Edelmetalle der diesjährigen Berufs-Weltmeisterschaften in Deutschland. «Teamarbeit vom Feinsten», harte Arbeit von Kandidaten und Experten sowie grosse Investitionen und Unterstützung auch von Seiten der Berufsverbände haben zu diesem Spitzenplatz geführt.

Grossartiger Empfang
«Wir haben mit diesem Resultat in Leipzig gezeigt, dass wir sowohl gemäss Medaillenspiegel als auch von der durchschnittlichen Punktzahl her mit Abstand die beste europäische Nation sind», freute sich Hans-Ulrich Stöckling, Stiftungsratspräsident von SwissSkills, am feierlichen Empfang der Delegation am Schluefweg in Kloten. «Die Karriere ist nicht eine Frage des Bildungsweges, sondern vorab des Willens, deshalb kommt ihr Erfolg nicht von ungefähr», begrüsste Ständeratspräsident Filippo Lombardi die erfolgreiche Equipe.

WorldSkills 2013 Leipzig: Berufs-Nachwuchs im Goldrausch

WorldSkills 2013 Leipzig: Berufs-Nachwuchs im Goldrausch

Sieg des dualen Systems
Überwältigt vom Goldrausch des Schweizer Teams ist auch Josef Widmer, stellvertretender Direktor des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation und somit quasi der «oberste Lehrmeister» des Landes. Zusammen mit Nationalratspräsidentin Maya Graf nahm er in Leipzig selbst einen Augenschein vor Ort und liess sich von dem grossen Wissen und Können des Schweizer Berufs-Nachwuchses überzeugen. «Ich bin fast ausgeflippt, als ich von unserem Spitzenresultat erfahren habe», so Widmer, der höchst angetan war vom «Spirit in der Mannschaft».  Ähnlich ergangen ist es Maya Graf. Die grüne Politikerin hat die jungen Berufsleute kurzerhand ins Bundeshaus eingeladen. In diesem Zusammenhang hoch gelobt wurde natürlich auch das duale Bildungssystem, das gemäss Widmer und Graf «eine wahre Alternative zu anderen Bildungswegen ist.»

Als Helden gefeiert
Hochzufrieden sind auch die Delegationsleiterin und sgv-Vizedirektorin Christine Davatz sowie der Technische Delegierte Rico Cioccarelli: «Es waren vier unvergessliche Wettkampftage mit einer Super-Organisation und Infrastruktur sowie einem sehr zuvorkommenden Gastgeber.»

Als wahre Helden wurden die erfolgreichen Heimkehrer von ihren Angehörigen, Chefs und Ausbildern sowie Arbeitskollegen und  Verbandsverantwortlichen in Kloten mit Kuhglocken, Jubelschreien, Schweizerfahnen, Transparenten und Blumensträussen frenetisch gefeiert. Die Medaillenträgerinnen und -träger selber konnten ihr Glück zum Teil noch gar nicht richtig fassen.  Doch Freudentränen gehören dazu…

Weiterführende Links

Cherchons vrais «réalisateurs»…

7 Jan

Hans-Ulrich Bigler, directeur de l’Union suisse des arts et métiers usam

Depuis toujours, l’Union suisse des arts et métiers usam, numéro 1 des organisations faîtières de l’économie, déploie des efforts, dans le domaine de la politique de la formation professionnelle, pour renforcer l’attrait de la « maturité professionnelle artisanale » que préparent chaque année quelque 250 jeunes gens parallèlement à leur apprentissage professionnel. Sa conception est semblable à celle de la maturité professionnelle commerciale, sauf qu’elle peut être préparée tout en suivant l’enseignement de la culture générale et des connaissances techniques et qu’elle n’est pas intégrée, comme la maturité professionnelle commerciale, à l’ensemble de l’enseignement scolaire. Donc, si un jeune veut, pendant un apprentissage de trois ou quatre ans, préparer en plus la «maturité professionnelle artisanale», cela entraînera forcément des frais supplémentaires pour son entreprise autant que pour lui-même !

Dans un contexte de « course aux talents », il vaut la peine de consentir une telle dépense. C’est pourquoi l’usam estime tout à fait judicieux de miser sur la « maturité professionnelle artisanale » pour encourager des jeunes gens doués à choisir la voie de l’apprentissage plutôt que de les laisser « filer vers le gymnase ».

Depuis l’adoption, en 2009, de la nouvelle ordonnance sur la maturité professionnelle, l’usam n’a cessé de proclamer qu’il est hors de question de supprimer la «maturité professionnelle artisanale». Lors de la consultation, d’âpres critiques avaient déjà été émises par nos associations professionnelles. On déplorait l’option unilatérale pour la formation commerciale de base de type « classique » et le fait de négliger l’orientation vers une maturité professionnelle résolument axée sur l’esprit d’entreprise et la gestion de PME.

Malgré des interventions répétées et la persévérance de l’usam, nous avons dû prendre notre mal en patience. Rétrospectivement, la raison en est claire: le but de l’OFFT, à l’époque, était toujours de supprimer la « maturité professionnelle artisanale » et de mettre sous toit la nouvelle ordonnance avant la fin 2012.

Toutefois, comme cela ne devait pas prendre un tour trop officiel, une délégation de l’usam fut invitée, fin novembre 2012, à un entretien – pour la forme – avec l’OFFT et la CDIP. Lors de cette entrevue, on invita « généreusement » l’usam à présenter – dans les dix jours, s’il vous plaît ! – des propositions concrètes en vue d’un plan cadre de formation correspondant à nos intérêts. La CDIP nous fit part de son intention de soutenir notre position.

L’OFFT a probablement sous-estimé l’efficacité opérationnelle de l’usam et sa capacité à présenter le dossier dans les temps impartis. À peine quelques jours plus tard, la décision fut prise de ne pas entrer en matière sur nos propositions. L’usam considère comme particulièrement choquant le fait que l’OFFT ait mis en route cette procédure coûteuse alors même qu’il n’y avait, dès le départ, aucune volonté de trouver une solution constructive au problème posé. Il n’est pas non plus concevable que l’OFFT n’ait pas jugé nécessaire de motiver, ne serait-ce que sommairement, la décision de supprimer la maturité artisanale avant que l’usam ne lui ait demandé de le faire.

Certains représentants de l’OFFT se plaisent, lors d’entretiens personnels, à se poser en réalisateurs… Mais dans le cas qui nous occupe, il vaudrait mieux parler d’empêcheurs. Par leur façon de procéder, ces agents de la Confédération n’ont en tout cas pas créé les conditions favorables à une véritable culture du dialogue et à une coopération fructueuse avec leur nouveau partenaire, le Secrétariat d’État à la formation, à la recherche et à l’innovation. Dommage, à vrai dire, lorsque l’on sait que les PME sont la colonne vertébrale de notre économie et à quel point la formation joue un rôle essentiel parmi les ressources dont elles sont tributaires.

Konsequent, hartnäckig und erfolgreich

19 Dez

Von Hans-Ulrich Bigler, Direktor Schweizerischer Gewerbeverband sgv

In seinem Selbstverständnis übernimmt der Schweizerische Gewerbeverband sgv die führende Rolle bei der Formulierung der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für eine wettbewerbsfähige und wachstumsorientierte schweizerische KMU-Wirtschaft. Mit Blick auf das zu Ende gehende Jahr 2012 lassen sich die Aktivitäten des sgv an Hand von drei Highlights mit folgenden Stichworten charakterisieren: konsequent, hartnäckig, erfolgreich.

Der sgv ist konsequent: NEIN zum Raumplanungsbefehl aus Bern am kommenden 3. März 2013!
Erfolgreiches Referendum gegen das missratene Raumplanungsgesetz RPG: Die RPG-Revision will die Bauzonen begrenzen. Nur für den «voraussichtlichen Bedarf für 15 Jahre» darf eingezont werden. Diese künstliche Verknappung des Baulands heizt die Bodenpreise an. Ein Anstieg der Landpreise bedeutet auch höhere Mietkosten. Die Mieten werden weiter massiv steigen. In städtischen Gebieten und Agglomerationen, aber auch in touristischen Gegenden sind viele Wohnungen für Familien und den Mittelstand bereits heute nicht mehr bezahlbar. Diese Entwicklung würde sich mit dem neuen RPG zusätzlich verschärfen.

Der sgv ist hartnäckig: JA zu einer verstärkten finanziellen Unterstützung der Höheren Berufsbildung.
Fast 20 Jahre steht der sgv im Kampf für die Höhere Berufsbildung, d. h. die Berufs- und Höheren Fachprüfungen sowie die Höheren Fachschulen. Aus diesen Absolventen rekrutieren viele KMU in den verschiedensten Branchen die unverzichtbaren Fachkräfte, die sich oftmals zu erfolgreichen Unternehmerinnen und Unternehmern weiterentwickeln.

Dieses Potenzial ist geradezu Voraussetzung, damit die KMU ihre Funktion als Rückgrat der Volkswirtschaft wahrnehmen können. Gerne stimmt auch der Bundesrat in dieses Lied mit ein. Zumindest solange es nichts kostet. Geht es aber um die längst fällige und dringend notwendige Finanzierung insbesondere der Vorbereitungskurse, ist zuständigen Orts Schweigen angesagt. Mit der Absage des Bundesrates an eine organisatorische und verstärkte finanzielle Besserstellung der Höheren Berufsbildung bringt die Exekutive in erster Linie ihren fehlenden Respekt gegenüber diesen Top-Berufsleuten zum Ausdruck.

Dass konsequente Haltung und Hartnäckigkeit schliesslich erfolgreich sind, zeigte sich in der Ablehnung des Präventionsgesetzes durch das Parlament im September. Mit der Ablehnung des Präventionsgesetzes wurden die echt schweizerischen Werte wie Freiheit und Eigenverantwortung sowie das Subsidiaritätsprinzip und der Föderalismus höher gewichtet als Verbote, Einschränkungen und eine Stärkung des Zentralstaates.

Der sgv wird weiterhin wachsam bleiben und Initiativen aus der Feder des Bundesamtes für Gesundheit, immer mehr Lebensbereiche von der Wiege bis zur Bahre staatlich zu regeln, mit Entschiedenheit bekämpfen. Volk und Stände haben mit der deutlichen Ablehnung der Initiative «Schutz vor Passivrauchen» diesbezüglich ein klares Signal gegen die zunehmende staatliche Bevormundung des Volkes und der KMU sowie Eingriffen in die Privatsphäre gesetzt.

Der sgv ist erfolgreich: Die Wahrheit einer Absicht ist die Tat und die KMU-Wirtschaft ist unsere Mission.

Fragen, nichts als Fragen…

4 Dez

Von Hans-Ulrich Bigler, Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbandes sgv

Gerade mal zwei Wochen ist es her, seit ich kritisch auf die verfehlte Thematik der Lehrstellenkonferenz des Bundes hingewiesen habe. Lieber wird über Deindustrialisierung im Lehrlingswesen diskutiert (was versteht man überhaupt darunter?), als sich den wirklich drängenden Problemen zuzuwenden. Dringend ist allerdings die seit zehn Jahren ungelöste Finanzierung der Höheren Berufsbildung HBB.

Mit der Organisation des neuen Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation SBFI hätte sich eine ausgezeichnete Chance geboten, um vergangene Probleme auf die Seite zu legen und auf einer neuen Vertrauensbasis aufzubauen. Der sgv ist dafür unverändert bereit – bekanntlich braucht es aber immer beide Seiten. Ebenso dezidiert verlangt der sgv gleichzeitig die Respektierung der Bedürfnisse unserer Top-Berufsleute aus der Höheren Berufsbildung.

Politisch bedeutet dies zunächst, auch im EVD zur Kenntnis zu nehmen, dass gemäss Definition der Erziehungsdirektorenkonferenz die HBB, d.h. Höhere Fachschulen sowie Berufs- und Höhere Fachprüfungen, zusammen mit Fachhochschulen und Universitäten integral als Tertiärstufe gelten. Sodann sieht unsere Bundesverfassung in Artikel 61a, Absatz 3 vor, dass sich Bund und Kantone bei der Erfüllung ihrer Aufgaben dafür einsetzen, allgemeinbildende und berufsbezogene Bildungswege als gleichwertig zu behandeln.

Da stellt sich doch mit Verlaub die Frage an den Bundesrat, weshalb diese Logik in der Organisation des neuen Bildungsdepartementes nicht übernommen werden soll? Wie will der Bundesrat den Eindruck korrigieren, wonach mit der Untergewichtung der HBB in der Organisation des Bildungsdepartementes unsere Top-Berufsleute im Stich gelassen werden? Und wir sprechen hier immerhin von Abschlüssen wie Marketingleiterin, Wirtschaftsprüfer, Baumeister, Steuerexpertin, Schreinermeister, Treuhänder, etc. etc. – die Liste lässt sich beliebig verlängern.

Laut Aussagen des Bundesrates soll der organisatorische Stellenwert der HBB im neuen Bildungsdepartment noch geklärt werden. Auch mit nur wenig unternehmerischem Denkvermögen ist klar, dass ständige Reorganisationen in einem Betrieb Gift sind und – namentlich nach einer Fusion – zu unnötiger Unruhe unter dem Personal führen. Welche Nachteile sind mit Blick auf das Personal aus einer späteren Reorganisation zu erwarten und welche Kostenfolgen werden dafür veranschlagt?

Eigentlich müsste es zu denken geben, wenn sich der Präsident der Dachgewerkschaft Travailsuisse, Martin Flügel, im «Sonntags-Blick» mit den Worten zitieren lässt, die HBB sei «die entscheidende Karrieremöglichkeit für alle, die eine Lehre machen. Sie bietet den jungen Leuten genauso gute Perspektiven wie ein Studium», um dann mit dem Vorwurf an die Adresse des Bundesrates mit «mangelndem Respekt gegenüber der HBB» fortzufahren. Wenn sich zwei politisch so unterschiedliche Lager wie Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Dachverbände in einer Sache so einig sind, dann sollte die Erkenntnis reifen, dass an dieser Sache wohl etwas dran ist…

Letztlich stellt sich die Frage, ob sich der Bundesrat bewusst ist, dass er mit der krassen Unterbewertung der HBB im neuen Bildungsdepartement langfristig riskiert, einen für die KMU-Wirtschaft unerlässlichen Bildungsweg aufzugeben? Dadurch würde ein wichtiger Standortvorteil unseres Landes verspielt. Das dürfte wohl kaum die Absicht sein, aber für einmal gilt – um es in den Worten des Philosophen Friedrich Hegel auszudrücken: «Die Wahrheit einer Absicht ist die Tat.»

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