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Durchbruch in der Strassenfinanzierung

28 Sep

Dieter Kläy, Ressortleiter sgv

Das Seilziehen zwischen National- und Ständerat um den Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrsfonds (NAF) ist beendet. Die beiden Kammern haben letzte wichtige Differenzen bereinigt. 2017 wird das Volk über den neuen Fonds abstimmen.

Der neue Fonds kommt 2017 zur Abstimmung.

Der neue Fonds kommt 2017 zur Abstimmung.

Der Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrsfonds NAF ist ein Durchbruch in der Strassenfinanzierung. Diese ist künftig nicht mehr abhängig von jährlich im Parlament zu sprechenden Budgets. Die Finan­zierung wir neu über den Strassenfonds nachhaltig und mit mehr Planungs­sicherheit gewährleistet. Gespiesen wird der NAF von der Mineralölsteuer. Während der Nationalrat fix 60% dieser Steuer für den NAF vorsehen wollte, sprach sich der Ständerat für die Variante „maximal“ 60 Prozent aus. Jetzt wurde ein Kompromiss gefunden.

„In der Regel“, statt maximal

Der Nationalrat beschloss, die 60 Prozent fix ins Gesetz zu schreiben. Damit sollte ein Spielraum von bis zu 300 Millionen Franken, der der Planungs­sicherheit abträglich sein würde, verhindert werden. Der Ständerat lenkte ein Stück weit ein und beschloss, statt „maximal“ den Begriff „in der Regel“ zu verwenden. Damit wird bei Gewährleistung der Planungssicher­heit die gewünschte Flexibilität geschaffen. Wie weit der Spielraum genutzt wird, entscheidet das Parlament. Der Nationalrat folgte im Differenzbereinigungsverfahren letztlich dieser Position.

Durchbruch in der Strassenfinanzierung

Insgesamt begrüsst der sgv das Gesamtergebnis. Mit der Schaffung des NAF und einer planbaren und gesicherten Finanzierung von Unterhalt und Ausbau des Nationalstrassennetzes ist ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Strassenfinanzierung erreicht worden. 2017 findet die Volksabstimmung über die Verfassungsänderung statt.

Teure AHV-Initiative für KMU nicht verkraftbar

22 Aug

Hans Jürg Domenig, Geschäftsführer Ansatz Werbung GmbH

Als Inhaber eines Werbetechnik-Betriebs mit 10 Mitarbeitenden in Bad Zurzach bin ich äusserst besorgt über die milliardenteure und verantwortungslose AHV-Initiative. Ob Fahnen, Blachen, Gebäude-beschriftungen, Messestände oder Textilien: abgestimmt auf die Wünsche der Kunden bringen wir Werbung wirkungsvoll praktisch auf jeder Ober­fläche an. Das ist unsere Spezialität.

Unser Unternehmen ist ein klassischer Handwerksbetrieb, bei dem die Lohnkosten mit rund 70 Prozent am Gesamtbudget hoch sind. Mit Sorge schaue ich deshalb auf die gefährliche und schädliche AHV-Initiative. Obwohl die AHV bereits jetzt in finanzieller Schieflage ist und saniert werden muss, fordern die Initianten nochmals einen Leistungsausbau von 10 Prozent.

Bei Handwerks- und Kleinstbetrieben belaufen sich die Lohnkosten in der Regel auf 60 bis 70 Prozent der Gesamtkosten. Die Finanzierung der jährlichen Mehrkosten von über 4 Milliarden Franken der AHV-Initiative über Lohnprozente hätte für diese KMU verheerende Auswirkungen.

Bei Handwerks- und Kleinstbetrieben belaufen sich die Lohnkosten in der Regel auf 60 bis 70 Prozent der Gesamtkosten. Die Finanzierung der jährlichen Mehrkosten von über 4 Milliarden Franken der AHV-Initiative über Lohnprozente hätte für diese KMU verheerende Auswirkungen.

Wie das finanziert werden soll, das interessiert die Herren und Damen der Gewerkschaften offenbar nicht. Denn ansonsten hätten sie festgestellt, dass sich ihre Initiative am Ende gegen die Leute richtet, die sie zu vertreten vorgeben. Für die Finanzierung kommen praktisch nur zusätzliche Lohnprozente in Frage. Bei jährlichen Zusatzkosten von über 4 Milliarden Franken steigen die Zusatzkosten bei den Löhnen in den Unternehmen um über 1 Prozent an.

Handwerkliche Betriebe werden das schlicht nicht stemmen können. Ihr jährlicher Gewinn beträgt heute schon im Durchschnitt nicht mehr als 2 bis 3 Prozent. Wenn dieser Minimalgewinn durch solche Zusatz­kosten weggefressen wird, bleibt den Unternehmen nichts Anderes übrig, als die seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses eingeführten Spar- und Effizienzsteigerungsmassnahmen nochmals zu verstärken und auszu­dehnen.

Konkret werden die KMU die Zusatzkosten beispielsweise mit längeren Arbeitszeiten oder dem Hin-auszögern von Lohnerhöhungen kompensieren müssen. Neben den Unternehmen zahlen damit die Mitarbeitenden für die unsinnigen Vorstellungen der AHVplus-Initianten. Faktisch zahlen sie sogar doppelt, da auch die Arbeitnehmenden mit höheren Lohnabzügen belastet werden. Realitätsfremde Vorschläge wie die AHV-Initiative der Gewerk­schaften sind ein direkter Angriff auf das Erfolgsmodell Schweiz: sie gefährden unsere Wettbewerbsfähigkeit, unseren Wohlstand und schluss­endlich Arbeitsplätze. Dazu sage ich entschieden Nein.

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Keine Reform auf dem Rücken der KMU

27 Mai

Alexa Krattinger, Ressortleiterin Finanz- und Steuerpolitik sgv

Die Vorberatende Kommission des Nationalrats will im Rahmen der Unternehmenssteuerreform III nicht auf eine Anpassung der Teilbesteuerung der Dividenden zurückkommen. Der Schweizerische Gewerbeverband sgv begrüsst diesen Entscheid. Ein solches Manöver ginge direkt zu Lasten der KMU. Für den sgv wäre dies ein Grund, die Unterstützung eines Referendums in Erwägung zu ziehen.

Die vorberatende Kommission des Nationalrats (WAK-N) hat den faulen Kompromissvorschlag der Schwesterkommission aus dem Ständerat abgelehnt. «Parlamentsdienste 3003 Bern»

Die vorberatende Kommission des Nationalrats (WAK-N) hat den faulen Kompromissvorschlag der Schwesterkommission aus dem Ständerat abgelehnt. «Parlamentsdienste 3003 Bern»

Die Unternehmenssteuerreform III soll vor allem die steuerlichen Vorteile der grossen Akteure sicherstellen. Es ist deshalb nicht einzusehen, dass ausgerechnet die KMU durch die neuerliche Besteuerung der Dividenden dafür aufkommen sollen. Das hat die vorberatende Kommission des Nationalrats (WAK-N) erkannt und einen faulen Kompromissvorschlag der Schwesterkommission aus dem Ständerat abgelehnt.

In der Sommersession entscheidet das Plenum darüber. Es müssen Lösungen gefunden werden, um die Differenzen zwischen den beiden Kammern zu bereinigen, ohne die KMU anzugreifen. Eine Anpassung bei der Teilbesteuerung von Dividenden wird der sgv nicht akzeptieren.

 

LINK
www.gewerbezeitung.ch

Chance Wahlen

24 Aug

Hans-Ulrich Bigler, Direktor Schweizerischer  Gewerbeverband sgv

Die Sommerferien sind vorbei, der (politische) Alltag hat uns wieder. Für Hunderte von Kandidatinnen und Kandidaten landauf, landab war die Urlaubszeit eine letzte, willkommene Verschnaufpause. Denn in diesen Tagen beginnt die heisse Phase des Wahlkampfes für National- und Ständerat. Mitte Oktober wird das Bundesparlament in Bern neu bestellt.

Auf den ersten Blick mag man es kaum glauben: Bereits in zwei Monaten sind die eidgenössischen Parlamentswahlen schon wieder Geschichte. Grund genug, um aus Sicht der KMU die «Chance Wahlen» entschlossen anzugehen. Die Botschaft seitens sgv ist einfach: «Es braucht mehr KMU-Vertreter in Bundesbern.»

Die abgedroschene KMU-Leier, mag man an dieser Stelle kritisch einwerfen. Die Wirtschaftszeitung «Bilanz» stellte dazu mit Blick auf die KMU nüchtern fest: «Mittelständische Unternehmen beschäftigen Millionen von Menschen im Land – und begründen damit den Reichtum der Schweiz. Manche verkörpern gar die Weltspitze. KMU, eine Schweizer Erfolgsgeschichte.»

Es braucht mehr KMU-Vertreter in Bundesbern: Darum am 18.10.2015 KMU-geprüft wählen! - www.kmu-wahlkandidaten.ch

Es braucht mehr KMU-Vertreter in Bundesbern: Darum am 18.10.2015 KMU-geprüft wählen! – http://www.kmu-wahlkandidaten.ch

Grund genug für unseren Präsidenten, Nationalrat Jean-François Rime, in den letzten Wochen beharrlich mehr KMU-Politiker für Bundesbern zu fordern. Denn die Fakten sind klar und eindeutig. 99,8 Prozent der Schweizer Unternehmen sind KMU. KMU bieten zwei Drittel  der Arbeitsplätze in der Schweiz an. KMU bilden über 70 Prozent der Lernenden aus. KMU sind das Rückgrat der Schweizer Volkswirtschaft.

KMU-Vertreterinnen und -Vertreter übernehmen Verantwortung in der Gesellschaft. Als Unternehmer, in Vereinen, bei der Feuerwehr, in Kirchgemeinden, im Sozialen… Als bodenständige, verlässliche und gradlinige Persönlichkeiten sind sie tragende Säulen unserer Gesellschaft.

In der nächsten Legislatur stehen wegweisende Dossiers mit weit­reichenden Folgen an. Zu denken ist etwa an die Sicherung unserer Altersvorsorge. Gesunde Finanzierung oder massive Mehrbelastungen unter anderem auch für Unternehmungen? Oder die Energiestrategie, wo neue Subventionen die Kosten in die Höhe treiben. Oder die Unter­nehmens­steuerreform III, die unseren Standort auch international wettbewerbsfähig halten soll. Ebenso betroffen sein werden die KMU aber auch von der Frage, wie die Massen­einwanderungs-Initiative schliesslich umgesetzt wird. Drängende Mobilitätsfragen – neuer Strassenfonds, Milchkuh-Initiative – harren der Lösung. Die Liste liesse sich beliebig verlängern.

Eines ist indessen klar: Unseren Wohlstand, die tiefe Arbeitslosigkeit und unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt verdanken wir massgeblich einer gesunden und starken KMU-Wirtschaft. Der Schweiz geht es gut, wenn es den KMU gut geht. Deshalb gilt es, die «Chance Wahlen» gezielt und entschlossen zu nutzen. Deshalb braucht es mehr echte KMU-Vertreter in der Bundespolitik in Bern. Wählen Sie deshalb am 18. Oktober 2015 echte KMU-Vertreter in den National- und Ständerat. Wählen Sie KMU-geprüft und vom Schweizerischen Gewerbeverband sgv unterstützt. Herzlichen Dank im Namen der KMU-Wirtschaft.

LINK
www.kmu-wahlkandidaten.ch

Die zentrale Rolle der Frauen in den Schweizer KMU

4 Jun

Nationalrat Jean-François Rime, Präsident Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Unternehmerinnen und Frauen in Kaderpositionen spielen in der KMU-Wirtschaft eine viel wichtigere Rolle als in grossen Unternehmen oder in der Verwaltung. Diese Rolle könnte jedoch Schaden nehmen, wenn man den KMU allgemeine, auf Grossunternehmen ausgelegte Regeln auferlegt. Die Diskussion über die Stärkung der Frauen war bisher einzig auf die grossen Unternehmen ausgerichtet und muss dringend in neue Bahnen gelenkt werden.

In den KMU nehmen 35 % der Frauen eine Vorgesetztenfunktion ein. Fast jede zweite Einzelfirma wird von einer Frau geführt. Und mit einem Anteil von 22 % sind Frauen in der KMU-Wirtschaft im Vergleich zum Schnitt über alle Unternehmen (15 %) auch im Verwaltungsrat überdurchschnittlich häufig in Führungspositionen tätig. Diese erfolgreiche Integration der Frauen in die Führungsebene ist sehr wertvoll. Das beweist auch die Tatsache, dass Familienbetriebe mit 58 % Frauenanteil mehrheitlich von Frauen geführt werden.

Unternehmerische Flexibilität: 70% der Frauen in KMU arbeiten Teilzeit – auch in Führungspositionen.

Unternehmerische Flexibilität: 70% der Frauen in KMU arbeiten Teilzeit – auch in Führungspositionen.

Diesen offensichtlichen Unterschieden wird aber in der Hauptdiskussion zum Thema Frauenförderung keinerlei Rechnung getragen. Sie dreht sich ausschliesslich um Quoten und organisatorische Zwangsmassnahmen, die in grossen Unternehmen und in der Verwaltung umgesetzt werden sollen. Die Realität in den KMU wird im besten Fall ausgeblendet. Oft werden jedoch undifferenzierte, auf grosse Organisationen ausgerichtete Ideen verallgemeinernd auch den KMU übergestülpt.

Die Diskussion über die Frauenförderung muss dringend in neue Bahnen gelenkt werden.

Die Frauen profitieren heute von der unternehmerischen Flexibilität in kleinen Firmen und Familienunternehmen. Sie finden dort oft individuelle Lösungen, die ihnen die Möglichkeit bieten, Karriere und Familie unter einen Hut zu bringen. Als Beweis: 70 % der Frauen in KMU arbeiten Teilzeit – auch in Führungspositionen. Der Handlungsspielraum dieser Frauen würde eingeschränkt, wenn die KMU dazu verpflichtet würden, starre Quoten und organisatorische Zwangsmassnahmen anzuwenden.

Wenn man die KMU-Unternehmerinnen wirklich fördern will, müssen vielmehr zuallererst die Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es den selbstständigen Unternehmerinnen, treibenden Kräften in einem Familienunternehmen oder Teilzeit angestellten Kaderfrauen ermöglichen, effizient und ohne unnötige administrative Belastungen arbeiten zu können. Diese Bedingungen sind umso notwendiger, als dass diese Frauen daneben häufig noch zahlreiche Aufgaben in der Familie übernehmen.

Anstatt die Frauen in KMU mit starren Quoten und Vorgaben auszubremsen, verlangt der Schweizerische Gewerbeverband sgv eine bewusste Stärkung der Frauen in der höheren Berufsbildung. Trotz ihrer zentralen Rolle in den KMU verfügen mit 12 % nämlich nur wenige dieser Frauen über einen Bildungsabschluss auf Tertiärstufe und damit über eine ihrer Verantwortung entsprechende Ausbildung. Es ist deshalb dringend notwendig, dass der Bund die höhere Berufsbildung auch für die KMU-Frauen stärkt und finanziell unterstützt. Nur so können die Frauen in den KMU wirklich gefördert werden! Es ist Zeit, die Diskussion über die Frauenförderung, die bisher einzig auf Grossunternehmen ausgerichtet war, in neue Bahnen zu lenken.

Quellen (PDF-Dateien):

Warum die 1:12-Initiative den KMU so massiv schadet

7 Nov

Hans-Ulrich Bigler, Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbands sgv

Die 1:12-Initiative ist ein Papiertiger, der die Wettbewerbsfähigkeit der KMU-Wirtschaft schwächt und zu höheren Steuern und Abgaben führt. Das Ziel der Initiative, die überrissenen Löhne einiger Top-Manager zu beschränken, verfehlt sie klar. Dafür hält sie die KMU von der eigentlichen Arbeit ab und belastet diese mit weiterem bürokratischen Zusatzaufwand.

Gerade in KMU ist es für die Unternehmerinnen und Unternehmer von grösster Bedeutung, dass sie ihre Tätigkeit darauf fokussieren können, mit guten Mitarbeitenden produktiv und innovativ für ihre Kunden arbeiten und Geld verdienen zu können. Der erwirtschaftete Gewinn wird in der Regel in das Unternehmen respektive in die Weiterentwicklung von Produkten und Dienstleistungen reinvestiert. Nur wenn es den Unternehmern gelingt, die Arbeit auf das eigentliche Geschäft auszurichten, kann sich die Firma erfolgreich im Wettbewerb behaupten. Sehr häufig arbeiten die Mitarbeitenden und die Unternehmer aber mehr für den Staat und die Verwaltung als für ihre Kunden. Statt in Produkte und Dienstleistungen stecken sie Zeit und Energie in Formulare, Bescheinigungen, statistische Erhebungen oder Kontrollen, die sie von Gesetzes wegen liefern müssen.

Diese bürokratische Belastung schmälert die Wettbewerbsfähigkeit und wenn ich mich als Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbandes sgv bei unseren Mitgliedern umhöre, ist dies eine der Hauptsorgen unserer KMU-Wirtschaft, die 99,7% aller Schweizer Unternehmen ausmacht, 2/3 aller Arbeitsplätze anbietet und 70% der Lernenden ausbildet.

Zweifelsohne gibt es gewisse Erhebungen und bürokratische Aufwände, die sinnvoll sind und für die sich Zeit und Aufwand rechtfertigen lässt. Es bestehen aber bereits heute sehr viele Vorschriften, die abgeschafft werden müssen. Mit der 1:12-Initiative kommt in diesem Herbst nun eine Vorlage zur Ab-stimmung, die bei einer Annahme für uns KMU-Unternehmen nicht nur viel zusätzlichen nutzlosen Papierkrieg, staatliche Lohnkontrollen und Bürokratieaufwand bedeutet, sondern mit massiven Ausfällen bei den Steuereinnahmen und den Sozialversicherungen von insgesamt bis zu 4 Milliarden Franken grosse Kosten für KMU-Wirtschaft und Mittelstand bringen wird.

Nutzlos gegen Abzocker – schädlich für die hart arbeitende KMU-Wirtschaft

Gepuscht wird die 1:12-Initiative von den Jungsozialisten. Diese behaupten, dass sie damit gegen Abzocker vorgehen wollen. Gegen überhöhte Löhne einzelner Manager wird die löchrige 1:12-Initiative kaum etwas bewirken. In der KMU-Wirtschaft spielt die Höhe der Löhne in den wenigsten Fällen eine Rolle, da die Differenz zwischen dem höchsten und dem tiefsten Lohn im Gewerbe selten 1:12 übersteigt. Vielmehr trifft sie aber die KMU, weil sie ein staatliches Lohndiktat mit einer regelrechten Bürokratiewalze bringen wird.

Ausser Spesen nix gewesen

Diktiert der Staat ein fixes Verhältnis zwischen dem tiefsten und dem höchsten Lohn in einem Unter-nehmen, muss er dieses auch erheben, kontrollieren und durchsetzen. Schon aus Gründen der Rechtssicherheit müssten bei Annahme der Initiative Lohnkontrolleure die Löhne in sämtlichen Schweizer Firmen und damit in jedem KMU-Betrieb kontrollieren und Sanktionen ergreifen, falls die 1 zu 12 Regel nicht eingehalten ist.

Dieser staatliche Kontrollaufwand ist sehr gross, gerade weil die Initiative einfach umgangen werden kann und viele Schlupflöcher offen lässt. Eine einfache Erhebung des höchsten und tiefsten Lohnes alleine wird nie funktionieren. Eine Lohnpolizei muss kontrollieren, wer wirklich am meisten verdient, was sich immer wieder ändern kann. Oft verdient der oberste Chef nicht am meisten, sondern es gibt Spezialisten, die mehr verdienen. Die Lohnkontrolleure müssen feststellen, was der tiefste Lohn ist, ohne dass klar ist, wie mit Lehrlingen, Praktikanten, Verleihpersonal sowie geschützten Arbeitsplätzen umzugehen ist. Die Lohnkontrolleure müssen überprüfen, ob die Bezahlung eines Lohnes auf Arbeits-verhältnissen, Aufträgen oder Verträgen basiert, ohne dass klar ist, welche dieser Rechtsverhältnisse durch die 1:12-Initiative überhaupt abgedeckt sind. Und die Lohnkontrolleure müssen feststellen, ob Löhne an dauerhaft oder temporär angestellte Personen ausbezahlt wurden, ohne dass klar ist, welche vergüteten Tätigkeiten von der Regelung überhaupt betroffen sind.

Die Zeche bezahlen KMU und Mittelstand

Aus Sicht der JUSO ist es vielleicht aufregend und sicher äusserst medienwirksam, wenn man mit einer populistischen Initiative das Abzockerthema bewirtschaften und Einzelbeispiele von überhöhten Managersalären zur eigenen Profilierung hochkochen kann. Die Jungsozialisten und die Gewerkschaften nutzen mit der 1:12-Initiative schamlos und ohne jegliches Verantwortungsbewusstsein diese Neiddebatte aus, um sich selber in den Vordergrund zu stellen. Dass die 1:12-Initiative Ausfälle bei der AHV und Bundessteuer von insgesamt bis zu 4 Milliarden Franken und damit immense Kosten für die Allgemeinheit verursacht, wird einfach ausgeblendet oder in Kauf genommen. Jungsozialisten, SP und Gewerkschaften sind offensichtlich bereit, zur eigenen Profilierung der Allgemeinheit Steuereinnahmen von über einer  Milliarde Franken und der AHV Beiträge von bis zu 2.5 Milliarden Franken zu entziehen.

Dieses Geld wird fehlen und dieselben Kreise, die mit ihrer verantwortungslosen 1:12-Initiative die Steuerausfälle verursachen, werden die letzten sein, die bereit sind, das von ihnen verursachte Desaster mit Kosteneinsparungen bei der öffentlichen Hand auszugleichen. Man muss deshalb nur eins und eins zusammenzählen, um zu sehen, wohin uns dieses sozialistische Rezept der 1:12-Initiative führt. Mittelstand und KMU werden übrig bleiben, um die Löcher in den Finanzhaushalten von Gemeinden, Kantonen und beim Bund zu stopfen. KMU-Unternehmerinnen und Unternehmer und die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes, die für ihren verdienten Lohn hart arbeiten, werden zur Kasse gebeten. Wir alle werden weniger Geld in der Tasche haben, weil wir für die ideologischen Experimente der Jungsozialisten die Zeche zahlen werden.

Der Schaden, den die 1:12-Initiative für KMU und für die gesamte Gesellschaft anrichtet, ist enorm. Deshalb müssen wir diese gefährliche Initiative am 24. November klar ablehnen.

Weitere Informationen zur schädlichen 1:12-Initiative der Jungsozialisten unter:

KMU und Finanzplatz sind stark verknüpft

1 Nov

Hans-Ulrich Bigler, Direktor Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Liquidität ist das Blut in den Adern unserer KMU und entsprechend ist eine reibungslose Versorgung der Wirtschaft mit Krediten durch die Banken essenziell. Als 2008 die Finanzkrise ausbrach, hat der Schweizerische Gewerbeverband sgv auf der politischen Ebene umgehend interveniert und verlangt, dass auf diesen Aspekt ein besonderes Augenmerk gelegt wird. Es darf positiv vermerkt werden, dass trotz immer wieder aufklingender Warnung vor Kreditklemme bis heute kein Anlass zu Korrekturmassnahmen bestand.

Analysiert man die statistischen Bankendaten der jüngeren Vergangenheit, bestätigt sich dieser Befund. Das Zahlenmaterial seit 2010 – unterschieden nach Bankentyp und Unternehmensgrösse innerhalb der KMU – zeigt, dass keine der Letzteren an einer Kreditverknappung leiden. Bemerkenswert ist dabei, dass nur ein Drittel aller KMU auf Bankkredite zurückgreift. Alle anderen finanzieren sich über Dritte oder verfügen über das notwendige Eigenkapital.

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Ebenso ist die Kreditsumme insgesamt ausgeweitet worden. Dabei sind die Hypothekarkredite die wichtigste Quelle für die Mikro- (bis 10 Mitarbeitende) und die Kleinbetriebe (10 bis 50 Mitarbeitende). Anders sieht dies für die Mittelbetriebe aus, die vermehrt auf Geschäftskrediten basieren. Schliesslich folgen alle Bankentypen dem gleichen Vergabemuster, wobei Gross- und Kantonalbanken deutlich mehr ungedeckte Kredite im Vergleich zu kleineren Banken geben.

Insgesamt ergibt sich eine solide Ausgangslage und die Feststellung, dass das Zusammenspiel zwischen Werk- und Finanzplatz aus volkswirtschaftlicher Sicht funktioniert. Gerade die KMU-Wirtschaft muss vor diesem Hintergrund jedes Interesse daran haben, dass der Finanzplatz weiter gestärkt werden kann.

Konkret gilt es insbesondere auf das Freihandelsabkommen Schweiz–China zu verweisen, von dem langfristig wesentliche Impulse auf unsere Wirtschaftsentwicklung zu erwarten sind. Parallel dazu muss deshalb auch alles daran gesetzt werden, dass der Finanzplatz Schweiz zu einem internationalen Hub für den Handel mit der chinesischen Währung Renminbi werden kann. Einerseits eröffnen sich dadurch dem Finanzplatz neue Geschäftsfelder, die ihn stärken und voran bringen. Daneben profitiert ebenso unsere leistungsstarke Exportindustrie, für die sich die Transaktionskosten reduzieren und neue Investitionsanreize eröffnen. Darüber hinaus kann vor allem auch die besondere Position der Schweiz als Handels-Hub innerhalb von Europa herausgestrichen werden. Diese Überlegungen zeigen sowohl die wechselseitige Verknüpfung von KMU und Finanzplatz als auch die Wachstumsimpulse, die von beiden Seiten ausgehen und insgesamt Vorteile ergeben. Die KMU-Wirtschaft hat deshalb jedes Interesse an einem starken Finanzplatz.

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