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Das Preisschild der Ausstiegsinitiative – es wird teuer

24 Nov

Jean-François Rime, Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbandes sgv, Unternehmer und Nationalrat SVP FR

Was ist das Preisschild der Atomausstiegsinitiative? Die Initianten schweigen darüber am liebsten. Doch klar ist: Es wird teuer.

Was ist das Preisschild der Atomausstiegsinitiative? Klar ist: Es wird teuer. Der Zwangswechsel in der Produktionstechnologie verteuert den Strom. Die Überforderung des Netzes verteuert den Strom. Und die Knappheitssituation verteuert den Strom.

Was ist das Preisschild der Atomausstiegsinitiative? Klar ist: Es wird teuer. Der Zwangswechsel in der Produktionstechnologie verteuert den Strom. Die Überforderung des Netzes verteuert den Strom. Und die Knappheitssituation verteuert den Strom.

Strompreise sind heute überall in Europa sehr niedrig. So niedrig, dass einzelne Produktionsanlagen Strom unter den Herstellungskosten verkaufen müssen. Der Grund dafür ist die Subventionierung fast aller Energieträger. Aber nur, weil der Strompreis heute tief ist, bedeutet es noch lange nicht, er werde immer tief bleiben. Zum Vergleich: Noch vor fünf Jahren war der Strom vielfach teurer als heute. Und noch im Jahr 2012 ging man davon aus, dass die Energie „ewig“ teuer bleiben werde. Was zeigt dieser Rückblick in die äusserst nahe Vergangenheit? Es zeigt sehr deutlich: Die Preise können sehr schnell wieder steigen und sie werden es auch.

Das Preisgefüge ist sehr abhängig von folgenden Faktoren:

  • Erstens, die Stromproduktionskosten. Die Kernenergie ist in der Produktion heute mit rund 4.5 Rappen pro Kilowattstunde die klar günstigste Energiequelle. Diese wollen wir überstürzt aufgeben und stattdessen in ausländischen Kohlestrom investieren, der heute Gestehungskosten von ca. 10 Rappen pro Kilowattstunde aufweist.
  • Zweitens muss Strom auch transportiert werden. Dafür braucht es Netze – und Stromnetze generieren Kosten. Heute sind diese Kosten technologieneutral, d.h. sie fallen in gleicher Höhe an, egal wie der Strom produziert wird. In Zukunft werden sich diese Kosten markant erhöhen. Denn die Schweiz will mehr dezentrale Stromeinspeisung. Dafür braucht es ein dezentrales Netz. Und dafür braucht es Inves-titionen. Diese Investitionen werden ohnehin in Form von höheren Netzkosten in die Stromrechnung fliessen. Aber in einem langfristigen Investitions- und Abschreibungsplan. Die Ausstiegs-Initianten wollen in einer Hauruck-Übung das Schweizer Netz überlasten. Das führt nicht nur zu Ausfällen und Blackouts, es führt auch zum Kostensprung in den Netzkosten. Was auch immer Teil des langfristigen Plans wäre, müsste auf fünf Jahre zusammengestaucht werden. Hauruck war noch nie eine gute Grundlage für Investitionspläne.
  • Drittens kommt der Faktor Knappheit hinzu. Wenn die Schweiz von heute auf morgen um die 40% ihrer Stromproduktion verliert, muss sie diese Lücke schliessen. Wie würde sie es tun? Naheliegend ist, Dreckstrom aus Deutschland zu beziehen. Doch Strom aus Kohlekraftwerken kostet über 20 Rappen, bis er das Schweizer Netz erreicht. Denn er muss nicht nur produziert, sondern auch transportiert werden und die Grenze passieren. Das sind alles Kostentreiber. Heute könnte man diesen Strom günstiger an der Börse kaufen. Doch wenn der Schweizer Strom knapp wird, werden die deutschen Verkäufer versuchen, diese Knappheit für sich zu nutzen. Das heisst konkret, den „richtigen“ Handelspreis für Strom durch­zusetzen. Und weil die Schweiz in einer Knappheitssituation sein wird, wird sie auch diesen „Schweiz-Zuschlag“ bezahlen.

Es gibt aber noch eine weitere Form von Knappheit. Auch Deutschland wird mittelfristig eine Verkleinerung der Produktion von Strom in Kauf nehmen müssen. Wenn es die EU ernst meint mit ihren Klimagesetzen, ist es nicht mehr möglich Kohlekraftwerke der alten Generation zu betreiben. Im Klartext: Wenn Deutschland einige Kohlekraftwerke schliesst, ist unser nördlicher Nachbar selbst in einer Knappheitssituation. Und das lässt die Strompreise in die Höhe schnellen. Diese Zusammenhänge erklären die Ausstiegs-Chaoten nie.

Das Preisschild der Atomausstiegsinitiative ist damit entlarvt. Im Falle ihrer Annahme wird der Strompreis explodieren. Der Zwangswechsel in der Produktionstechnologie verteuert den Strom. Die Überforderung des Netzes verteuert den Strom. Und die Knappheitssituation verteuert den Strom. Alle diese Faktoren führen mindestens zur Verdoppelung der aktuellen Strompreise. Und mit einer Verdoppelung der Strompreise gehen Betriebe zu, entsteht Arbeitslosigkeit und Familien verlieren noch mehr Kaufkraft. Deswegen muss die überstürzte, überteuerte Atomausstiegsinitiative abgelehnt werden.

LINK
www.ausstiegsinitiative-nein.ch

Sichere und zuverlässige Stromversorgung für das Patientenwohl unabdingbar

10 Okt

Marcel Durst, Geschäftsführer Association Spitex privée Suisse ASPS

Als Vereinigung der privaten Spitex Anbieter in der Schweiz sind wir über die Atomausstiegsinitiative sehr besorgt. Die privaten Spitexanbieter verfolgen mit viel Engagement das Ziel, alten Menschen und Menschen mit Krankheiten und Gebrechen möglichst lange ein würdevolles und umsorgtes Leben zuhause im Kreise ihrer Familien zu ermöglichen. Die gewohnte und vertraute Umgebung, die Nähe zu ihren Liebsten und der tägliche Kontakt mit dem nächsten Umfeld sind für viele Menschen entscheidend – für ihre Lebensqualität ebenso wie für ihr körperliches und seelisches Wohl.

In vielen Fällen können wir alten Menschen diesen Wunsch, möglichst lange zuhause gepflegt zu werden, nur dank modernen technischen Hilfsmitteln erfüllen. Treppenlifte machen es für alte und gehbehinderte Menschen möglich, Treppen zu ihrer Wohnung zu überwinden und sich in ihren eigenen vier Wänden pflegen zu lassen. Gerade viele ältere Menschen sind auf elektronische Notfallsysteme angewiesen, mit denen sie, wenn sie umfallen oder sonst Hilfe brauchen, per Knopfdruck Hilfe holen können. Spezielle Betten, die sich elektronisch heben oder senken lassen, ermöglichen die kostensparende Pflege zuhause und ersparen den Menschen die Einweisung in ein Heim oder ins Spital. Dies sind nur ein paar Beispiele von technischen Hilfsmitteln, auf die wir uns in unserer Arbeit und die Klienten in ihrem Lebensalltag verlassen.

Kein Backup-System für jede Wohnung

Solche Einrichtungen sind in «normalen» Wohnungen eingebaut. Diese Wohnungen verfügen nicht über Notfallsysteme, die einspringen, wenn im normalen Stromnetz ein Problem auftritt und der Strom ausfällt. Es ist ganz einfach nicht möglich, jede Wohnung und jedes Treppenhaus mit einem Backup-System auszurüsten, wie sie in Spitälern oder auch Heimen anzutreffen sind. Ein funktionierendes und stabiles Stromnetz und eine permanente Stromversorgung sind zwingende Grundvoraussetzungen für die moderne Spitex-Pflege zuhause bei den Klienten.

Die privaten Spitexanbieter ermöglichen es alten Menschen, möglichst lange ein würdevolles und umsorgtes Leben zuhause zu führen. Dazu ist eine sichere und zuverlässige Stromversorgung unerlässlich. Ein überhasteter Ausstieg aus der Atomenergie gefährdet die Versorgungssicherheit völlig unnötig zulasten der Menschen, welche auf die Hilfe der Spitex zählen.

Die privaten Spitexanbieter ermöglichen es alten Menschen, möglichst lange ein würdevolles und umsorgtes Leben zuhause zu führen. Dazu ist eine sichere und zuverlässige Stromversorgung unerlässlich. Ein überhasteter Ausstieg aus der Atomenergie gefährdet die Versorgungssicherheit völlig unnötig zulasten der Menschen, welche auf die Hilfe der Spitex zählen.

Genau das aber wird jetzt mit der Atomausstiegsinitiative in Frage gestellt. Innert weniger Jahre sollen 40 Prozent des heute von Kernkraftwerken gelieferten Stroms vom Netz genommen sein. 40 Prozent – also fast die Hälfte! Es wird nicht möglich sein, solche grosse Mengen Strom bis 2029 mit alternativen Energiequellen zu ersetzen. Die neuen Energiequellen stellen höhere Anforderungen an die Stromnetze; sie müssen ausgebaut und verstärkt werden. Dies insbesondere auch deshalb, weil wir vermehrt Strom aus dem Ausland einkaufen müssen. Hierfür ist das Stromnetz in der Schweiz schlicht noch nicht vorbereitet. Stromausfälle aufgrund von Netzinstabilitäten drohen markant zuzunehmen. Es drohen Blackouts und eine Gefährdung der Versorgungssicherheit.

Sicherheit nicht aufs Spiel setzen

Für die Spitex-Anbieter ist es heute zum Glück selbstverständlich, dass wir uns schweizweit auf die Versorgung mit sicherem Strom verlassen können. Unsere Branche rechnet fest mit stetig verfügbarem Strom. Und mit ihr tausende von Patientinnen und Patienten, die dank den heute verlässlich funktionierenden Hilfsmitteln ihre Lebensqualität entscheidend verbessern können.

Es ist entscheidend, dass wir jederzeit und überall in der Schweiz auf ein sicheres zu zuverlässiges Stromnetz zählen können. Ein überhasteter Ausstieg aus der Atomenergie gefährdet diese Sicherheit völlig unnötig. Die Initiative ist eine gefährliche Hauruckübung mit weitreichenden negativen Konsequenzen. Unsere Sicherheit dürfen wir nicht aufs Spiel setzen – gerade weil unsere Patientinnen und Patienten auf ein stabiles Stromnetz angewiesen sind.

LINK
www.ausstiegsinitiative-nein.ch

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