Tag Archives: Digitalisierung

Digitalisierung – Hype und Trend

6 Aug

Henrique Schneider, stv. Direktor Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Das Wort Hype kommt von Hyperbole, Übertreibung. Trend bezeichnet hingegen eine Entwicklung. Die Digitalisierung ist ein realer Trend. Doch was die Politik und einige Medien damit tun, ist Hype, also pure Über­treibung. Der Digitalisierungstrend findet nämlich schon seit mindestens fünf Jahrzehnten statt.

Man kann beliebig wählen, wann die Digitalisierung angefangen hat: Automatische Dreh- und Fräsmaschinen, Bancomaten, der PC zu Hause, das Internet, usw. – alles das wurde noch im letzten Jahrtausend in die Häuser und Büros gebracht. Es kam weder zu Komforteinbussen noch zu Massenarbeitslosigkeit.

Positiver Trend

Das Gegenteil ist der Fall: Der Trend des Digitalen hat das Leben viel einfacher und in mehreren Aspekten auch noch spannender gemacht. Vor allem haben jene Entwicklungen es erlaubt, dass viel mehr Leute sich technische Güter oder Dienstleistungen gönnen konnten – Boiler, Kühl­schrank, Fernseher, Telefon, Videospiele unter anderem.

Die Politik kann jedoch niemals wissen, welche Bedürfnisse die einzelnen Menschen oder Unternehmen haben und welches der bestmögliche Beitrag der Digitalisierung ist, um diese zu befriedigen. Eine von oben staatlich verordnete Digitalisierung verliert ihre innovative Kraft.

Die Politik kann jedoch niemals wissen, welche Bedürfnisse die einzelnen Menschen oder Unternehmen haben und welches der bestmögliche Beitrag der Digitalisierung ist, um diese zu befriedigen. Eine von oben staatlich verordnete Digitalisierung verliert ihre innovative Kraft.

Auch in der Wirtschaftswelt findet Digitalisierung seit spätestens den 1970er Jahren statt. Und auch hier: statt nur Jobs zu vernichten, wurden per Saldo viele neue Arbeitsplätze geschaffen. Und nein, es sind nicht alle Programmiererinnen geworden. Trotz PC und Internet gibt es Büro­ange­stellte; es gibt sogar mehr noch als es sie früher gab. Nur heute haben sie andere Aufgaben. Und auch Mechanikerinnen gibt es noch. Digitalisierung und Automatisierung haben die Aufgabengebiete geändert, aber nicht die Aufgabe als solche vernichtet.

Die wichtigste Erkenntnis dabei ist: Die Digitalisierung, die im letzten Jahrtausend begann, fand ihren Einzug in das Wirtschafts- und Privatleben ohne staatlichen Plan. Noch pointierter ausgedrückt: Der Trend hat sich nur positiv ausgewirkt, weil er nicht geplant oder gesteuert war. Denn die einzelnen Personen oder Unternehmen haben dann die Möglichkeiten der Digitalisierung aufgenommen, als genügend Geld und Wissen vorhanden und die Zeit gekommen war, um zu investieren.

Falscher Hype

Was heute stattfindet, ist genau das Gegenteil. Die Politik fühlt sich ver­pflichtet, die Digitalisierung wahlweise zu forcieren oder abzumildern. Die Politik kann jedoch niemals wissen, welche Bedürfnisse die einzelnen Menschen oder Unternehmen haben und welches der bestmögliche Beitrag der Digitalisierung ist, um diese zu befriedigen. Wenn die Politik ihre Vorstellungen der Digitalisierung von oben befiehlt, verliert das Digitale seine innovative Kraft.

Es wird unter anderem gesagt, die KMU in der Schweiz hätten keine Digita­li­sierungs­strategie. Das ist doch gut so. Denn eine Firma, die alleine auf Digitalisierung setzt, hat die Rechnung vermutlich ohne Kunden gemacht. Wichtig ist, dass KMU eine allgemeine Unternehmensstrategie haben. Bei der Frage, welche Produkte sie zu welchen Preisen und nach welchen Investitionen anbieten, können sie das Digitale einbeziehen.

Wichtig ist, dass KMU zunehmend digitale Elemente in ihre Geschäfts­modelle aufnehmen. Das kann ruhig in den übrigen Produkt- und Investitionszyklen geschehen. Denn Digitalisierung ist ja als Trend eine Entwicklung. Sie soll kein kurzfristiger Hype sein, denn Übertreibungen verleiten immer zu Falschinvestitionen.

Swisscable lanciert erstmals einen Innovationspreis

25 Aug

Was bedeutet Digitalisierung? Wohin führt sie? Als Wirtschaftsverband der Schweizer Kommunikationsnetze, welche die Grundlage für die Digi­ta­li­sierung bilden, ist Swisscable im Zentrum des Geschehens und geht diesen Fragen nach. Um die Digitalisierung zu fördern, hat Swisscable einen Innovationpreis lanciert.

20150825_swisscable-innovationspreis_w800px

Immer mehr Bereiche unseres Lebens werden durch die Digitalisierung erfasst. Das Internet der Dinge entwickelt sich. Die Art, wie wir mit Wissen umgehen, hat sich gewandelt – dank Online-Enzyklopädien, Suchmaschinen, Online-Atlas, Vergleichs- und Bewertungsportalen usw. sind wir jederzeit und überall im Bild. Aus den Ferien können wir unser Haus steuern – und zu Hause regeln wir die Unterhaltung über alle Zimmer auf Knopfdruck.

Dienste werden genauer und persönlicher

Digitales Fernsehen beispielsweise bietet nicht nur höhere Bild- und Ton­qualität, sondern zusätzlich interaktive Funktionen. Das klassische Pro­gramm­heft tritt in den Hintergrund, die Zuschauerinnen und Zuschauer entscheiden selbst, wann sie was schauen möchten. Aus der Digitalisierung und Vernetzung der Daten ergeben sich zudem folgende Chancen: Vieles funktioniert einheitlicher, damit auch schneller, Dienste werden genauer und persönlicher, die weltweite Auswahl ist umfassender und oft günstiger. Unser Wissen wächst.

Aufruf zur Partizipation am Swisscable Innovationspreis

Um die Digitalisierung weiter zu fördern, hat Swisscable einen Inno­va­tions­preis lanciert. Der Verband zeichnet damit Unternehmen oder Projekte für ihren ausserordentlichen Beitrag zur Digitalisierung aus. Bewertet werden Innovationsgrad, Markttauglichkeit und das Potenzial zur Verhinderung eines digitalen Grabens in der Schweiz. Der Preis ist mit CHF 20‘000 dotiert und wird 2015 erstmals verliehen. Die Eingabefrist läuft bis am 30. September 2015. Bewerbungen um den Preis werden ab sofort unter info@swisscable.ch entgegen genommen. Detailinformationen zum Innovationspreis:

LINKS

%d Bloggern gefällt das: