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Einkaufstourismus nicht subventionieren

4 Mai

Henrique Schneider, Stv. Direktor Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Konsumentinnen und Konsumenten sollen das einkaufen, was, wann und wo sie wollen. Das gehört zu ihrer Freiheit und zum freien Wettbewerb. Doch Auslandseinkäufe muss man nicht gerade subventionieren. Denn diese Subvention wirkt – wie andere auch – wettbewerbs­verzerrend. Wie das?

Wenn eine Schweizerin in der Schweiz einkauft, bezahlt sie die ordentliche Mehrwertsteuer. Wenn ein Deutscher in Deutschland einkauft, bezahlt auch er die ordentliche Mehrwertsteuer. So weit so gut. Aber ein eine Person aus der Schweiz in Deutschland einkauft, erhält diese Person die Steuer in Deutschland zurück und bezahlt keine in der Schweiz. Das heisst, die Schweiz hat eine Steuerbefreiung für Einkaufstourismus. Sie ist eine faktische Subvention.

Konsumentinnen und Konsumenten sollen frei entscheiden können, was, wann und wo sie einkaufen. Es kann jedoch nicht sein, dass die Schweiz mit einer im internationalen Vergleich sehr hoch angesetzten Freigrenze faktisch den Einkaufstourismus mit Steuergeldern subventioniert. Der sgv spricht sich daher für die Motion Hausammann (15.4172) „Den Einkaufstourismus nicht mit Steuergeschenken fördern“ aus.

Konsumentinnen und Konsumenten sollen frei entscheiden können, was, wann und wo sie einkaufen. Es kann jedoch nicht sein, dass die Schweiz mit einer im internationalen Vergleich sehr hoch angesetzten Freigrenze faktisch den Einkaufstourismus mit Steuergeldern subventioniert. Der sgv spricht sich daher für die Motion Hausammann (15.4172) „Den Einkaufstourismus nicht mit Steuergeschenken fördern“ aus.

Die heutige Freigrenze bei der Mehrwertsteuer beträgt 300 Franken. Wer für einen geringeren Betrag jenseits der Grenze einkauft, ist von der Mehrwertsteuer befreit. Wie kann man diese Subventionierung korrigieren?

sgv für Motion Hausammann

Die Motion Hausammann (15.4172) ist ein Mittel. Sie heisst „Den Einkaufstourismus nicht mit Steuergeschenken fördern“ und will die Wert­frei­grenze gemäss Mehrwertsteuer-Gesetzgebung dem durchschnittlichen Mindesteinkaufsbetrag für die Mehrwertsteuerrückerstattung der Nach­bar­länder anpassen.

Diese Motion hat nur eine inländische Komponente und orientiert sich an die Praxis der anderen Länder. Ihre Wertfreigrenze liegt nämlich zwischen 0 und 175 Euro.

Der Bundesrat beantragt, die Motion abzulehnen. Er meint, sie wirke nicht und sei nicht umsetzbar. Der sgv hingegen unterstützt die Motion. Ihre Wirkung ist noch abzuwarten. Aber die Motion an sich korrigiert eine grosse Ungleichbehandlung und minimiert eine de-facto Subvention. Einkaufen soll man frei können – aber ohne Steuergeschenke und Subventionen.

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