Tag Archives: Freihandel

Stolpersteine in Südamerika

12 Aug

Henrique Schneider, Ressortleiter Schweizerischer Gewerbeverband

Nicht nur die Schweiz hat es schwer. Seit Jahren versucht die Schweiz mit lateinamerikanischen Ländern Freihandelsabkommen abzuschliessen. Mit Chile, Peru Mexiko und Kolumbien sowie mit zentralamerikanischen Staaten ist dies bereits gelungen. Doch bei den Verhandlungen mit den Riesen Brasilien und Argentinien (zusammen mit Uruguay und Paraguay im Handelblock „Mercosur“) harzt es. Protektionismus, Bürokratie und politische Intrigen tragen dabei die Schuld. Doch nicht nur die Schweiz beisst im Süden auf Granit: Auch die EU kommt nicht weiter.

Von links: Paraguays Präsident Horacio Cartes, Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff und Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner bringen während des 48sten Gipfels der Staatschefs des 'Gemeinsamen Marktes des Südens' im Itamaraty Palast in Brasilia am 17. Juli 2015 einen Toast aus

Von links: Paraguays Präsident Horacio Cartes, Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff und Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner bringen während des 48sten Gipfels der Staatschefs des ‚Gemeinsamen Marktes des Südens‘ im Itamaraty Palast in Brasilia am 17. Juli 2015 einen Toast aus

Der Juli-Gipfel der der Mercosur Gruppe brachte keinen Fortschritt in den Verhandlungen zu einem Handelsabkommen mit der Europäischen Union. Während die stagnierenden Volkswirtschaften auf beiden Seiten des Atlantiks von solch einem Abkommen profitieren könnten, müssen Brasilien und Argentinien, die ein höchst protektionistisches Regime verfolgt haben, zuerst ihre Differenzen beilegen. Eine neue Regierung in Argentinien könnte diesen Prozess beschleunigen, während die sich vertiefende politische Krise Brasiliens ihn scheitern lassen könnte. Diese Lagebeurteilung gilt sowohl für die Interessen der Schweiz als auch für jene der EU.

Der in der Schweiz exklusiv für die Leserschaft des Gewerbeblogs erscheinende Bericht der GIS gibt einen intimen Einblick in die komplizierte Lage.

LINK (PDF-Datei):

GIS-Bericht „Handelsabkommen zwischen Mercosur und der Europäischen Union – Abschluss in Sicht?“


Logo Geopolitical Information Service GISGeopolitical Information Service AG (GIS) ist ein international aufgestellter Informa­tions­dienstleister, der Interessierten tiefe Einblicke in den Bereichen Geopolitik, Wirtschaft, Verteidigung, Sicherheit und Energie erlaubt. Ein weltweites Team von ausgewiesenen Experten verfasst unabhängige Reports, die die Faktenlage ergänzen, analysieren und Hintergründe liefern. Ferner äussern sich die GIS-Experten in Szenarien zu signifikanten geopolitischen Entwicklungen. Somit bieten die Reports nicht nur ein expertengestütztes „big picture“, sondern auch wertvolle Einschätzungen über künftige Geschehnisse. Damit wird die langfristige Entschei­dungs­findung von Unternehmen auf Basis gesicherter und breiter Informationen unterstützt.

Partnerschaft mit vielen Chancen

15 Mai

Von Hans-Ulrich Bigler, Direktor Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Mehrmals war an dieser Stelle bereits die Rede von den Chancen, die ein Freihandelsabkommen zwischen China und der Schweiz vorallem auch unserer KMU-Wirtschaft eröffnet. Am vergangenen Freitag wurden die langjährigen, anspruchsvollen Verhandlungen auf technischer Ebene erfolgreich abgeschlossen. Der Schweizerische Gewerbeverband sgv erwartet nun als grösster Dachverband der Schweizer Wirtschaft einen schnellen Abschluss und die rasche Unterzeichnung des Freihandelsvertrages bereits im Juli wie vom Bundesrat angekündigt.

Aus unserer Sicht erfolgt dieser Schritt gerade zur rechten Zeit für die Schweizer KMU. China unternimmt verschiedene Anstrengungen, das wirtschaftliche Modell hin zu einer nachhaltigen Konsumökonomie zu entwickeln. Gerade Schweizer Unternehmen – und hier nicht zuletzt auch die KMU – sind in der Herstellung von Konsumgütern in Spitzenqualität und in der Entwicklung nachhaltiger Prozesse führend.

Einmal mehr muss in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen werden, dass im sgv wichtige Exportbranchen organisiert sind. Zu denken ist hier etwa an den Mitgliederstärksten Branchenverband der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie Swissmechanic oder auch an die Kunststoffindustrie – beide sind heute schon rege aktiv im Export. Das gleiche gilt natürlich auch für die Schweizerische Hotellerie als Standort-gebundene Exportindustrie, um nur einige wenige zu nennen.

Proaktiv hat der sgv in den vergangenen Jahren diese Entwicklung auch innerhalb der eigenen Orga-nisation aufgenommen. Folgerichtig beinhaltet die heute vorliegende Ausgabe der Schweizerischen Gewerbezeitung China als Themenschwergewicht. Im Zentrum steht insbesondere die Nutzung unserer Informations-Drehscheibe bzw. Plattform. Mit dem seit Jahren in der Schweiz lebenden, chinesischen Unternehmer, Yuming Yang, pflegt der sgv zudem seit längerem intensive Kontakte und konnte in diverser Hinsicht auch von seinem politischen Netzwerk in China profitieren. Diese Stossrichtung wollen wir in den kommenden Monaten gezielt ausbauen. Die Unternehmerreise nach China vom kommenden Herbst ist dabei nur ein erster konkreter Schritt.

Vom Freihandelsvertrag profitiert umgekehrt aber auch die chinesische Wirtschaft, ist doch die Schweiz das einzige Land in Kontinentaleuropa, das diese enge wirtschaftliche Partnerschaft aufweist. Die Schweiz kann zur chinesischen Plattform in Europa werden, was wiederum allen Partnern zu Gute kommt. Der sgv unterstützt deshalb die Projektarbeiten eines „China Centers“ in der Neuen Börse Zürich. Damit sind alle Voraussetzungen vorhanden, die KMU Wirtschaft der Schweiz mit jenen in China zu verknüpfen und die Zusammenarbeit der beiden Volkswirtschaften zu verstärken.

Der sgv setzt sich ein für massgebliche Erleichterungen im internationalen Handel und befürwortet den Ausbau des Schweizer Netzes an Freihandelsverträgen – insbesondere in den „emerging markets“. Für die Schweizer KMU ist deshalb das Freinhandelsabkommen mit China von zentraler Bedeutung und es gilt, die daraus resultierenden Chancen strategisch zu nutzen.

%d Bloggern gefällt das: