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Chance Wahlen

24 Aug

Hans-Ulrich Bigler, Direktor Schweizerischer  Gewerbeverband sgv

Die Sommerferien sind vorbei, der (politische) Alltag hat uns wieder. Für Hunderte von Kandidatinnen und Kandidaten landauf, landab war die Urlaubszeit eine letzte, willkommene Verschnaufpause. Denn in diesen Tagen beginnt die heisse Phase des Wahlkampfes für National- und Ständerat. Mitte Oktober wird das Bundesparlament in Bern neu bestellt.

Auf den ersten Blick mag man es kaum glauben: Bereits in zwei Monaten sind die eidgenössischen Parlamentswahlen schon wieder Geschichte. Grund genug, um aus Sicht der KMU die «Chance Wahlen» entschlossen anzugehen. Die Botschaft seitens sgv ist einfach: «Es braucht mehr KMU-Vertreter in Bundesbern.»

Die abgedroschene KMU-Leier, mag man an dieser Stelle kritisch einwerfen. Die Wirtschaftszeitung «Bilanz» stellte dazu mit Blick auf die KMU nüchtern fest: «Mittelständische Unternehmen beschäftigen Millionen von Menschen im Land – und begründen damit den Reichtum der Schweiz. Manche verkörpern gar die Weltspitze. KMU, eine Schweizer Erfolgsgeschichte.»

Es braucht mehr KMU-Vertreter in Bundesbern: Darum am 18.10.2015 KMU-geprüft wählen! - www.kmu-wahlkandidaten.ch

Es braucht mehr KMU-Vertreter in Bundesbern: Darum am 18.10.2015 KMU-geprüft wählen! – http://www.kmu-wahlkandidaten.ch

Grund genug für unseren Präsidenten, Nationalrat Jean-François Rime, in den letzten Wochen beharrlich mehr KMU-Politiker für Bundesbern zu fordern. Denn die Fakten sind klar und eindeutig. 99,8 Prozent der Schweizer Unternehmen sind KMU. KMU bieten zwei Drittel  der Arbeitsplätze in der Schweiz an. KMU bilden über 70 Prozent der Lernenden aus. KMU sind das Rückgrat der Schweizer Volkswirtschaft.

KMU-Vertreterinnen und -Vertreter übernehmen Verantwortung in der Gesellschaft. Als Unternehmer, in Vereinen, bei der Feuerwehr, in Kirchgemeinden, im Sozialen… Als bodenständige, verlässliche und gradlinige Persönlichkeiten sind sie tragende Säulen unserer Gesellschaft.

In der nächsten Legislatur stehen wegweisende Dossiers mit weit­reichenden Folgen an. Zu denken ist etwa an die Sicherung unserer Altersvorsorge. Gesunde Finanzierung oder massive Mehrbelastungen unter anderem auch für Unternehmungen? Oder die Energiestrategie, wo neue Subventionen die Kosten in die Höhe treiben. Oder die Unter­nehmens­steuerreform III, die unseren Standort auch international wettbewerbsfähig halten soll. Ebenso betroffen sein werden die KMU aber auch von der Frage, wie die Massen­einwanderungs-Initiative schliesslich umgesetzt wird. Drängende Mobilitätsfragen – neuer Strassenfonds, Milchkuh-Initiative – harren der Lösung. Die Liste liesse sich beliebig verlängern.

Eines ist indessen klar: Unseren Wohlstand, die tiefe Arbeitslosigkeit und unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt verdanken wir massgeblich einer gesunden und starken KMU-Wirtschaft. Der Schweiz geht es gut, wenn es den KMU gut geht. Deshalb gilt es, die «Chance Wahlen» gezielt und entschlossen zu nutzen. Deshalb braucht es mehr echte KMU-Vertreter in der Bundespolitik in Bern. Wählen Sie deshalb am 18. Oktober 2015 echte KMU-Vertreter in den National- und Ständerat. Wählen Sie KMU-geprüft und vom Schweizerischen Gewerbeverband sgv unterstützt. Herzlichen Dank im Namen der KMU-Wirtschaft.

LINK
www.kmu-wahlkandidaten.ch

Zerrbild Multis

2 Jul

Hans-Ulrich Bigler, Direktor Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Vor einigen Tagen machte in der Wirtschaftspresse die Schlagzeile die Runde, wonach die Schweiz nicht als KMU-dominierte Wirtschaft bezeichnet werden könne, wie das gerne getan werde. Die Autoren und Absender – beide mit einem langjährigen Berufshintergrund im Umfeld von Grosskonzernen – veröffentlichten unter dem Titel «Multis: Zerrbild und Wirklichkeit» ein Diskussionspapier, das auf ein erhebliches Gewicht der Multis im volkswirtschaftlichen Gefüge der Schweiz hinweise.

Für den Schweizerischen Gewerbeverband sgv als grösster Dachverband der Schweizer Wirtschaft ist es eine Binsenwahrheit, dass die multinationalen Unternehmen in unserem Land und für unser Land wichtig sind. Warum diese Selbstverständlichkeit ausgerechnet zum heutigen Zeitpunkt diskutiert werden muss, ist deshalb nicht nachvollziehbar; die Autoren schweigen sich dazu aus. Als Interessensorganisation insbesondere der KMU-Wirtschaft sind wir es zudem gewohnt, in unsere Überlegungen ebenso die Ansprüche etwa der Grosskonzerne, der Exportbetriebe oder des Finanzplatzes mit einfliessen zu lassen und aus einer gesamtheitlichen Verantwortung heraus Politik zu machen. Diesen Anspruch lässt das Papier von Avenir Suisse leider vermissen, es fällt vielmehr auf durch unzulässige Schlussfolgerungen und ökonomische Fehlschlüsse.

Gravierender ist hingegen der Eindruck, wonach hier ein Keil zwischen die KMU-Wirtschaft und die Grossbetriebe geschlagen werden soll. Dies bewirkt einen äusserst schalen Nachgeschmack. Angesichts der Vernetzung unserer Wirtschaft und der gegenseitigen Abhängigkeiten von Gross und Klein wäre dies ein verheerendes Unterfangen. Insbesondere auch in einer kleinen Volkswirtschaft, die ihre Erfolge ihrer Offenheit gegenüber dem Ausland und den hohen Exportraten verdankt. Letzteres nicht zuletzt auch deshalb, weil wir über ein hervorragendes duales Bildungssystem verfügen. Ist es Zufall, dass auch diese bildungspolitische Errungenschaft von Avenir Suisse seit Jahren bestritten wird und deren Exponenten alles daranzusetzen scheinen, einen gefährlichen, KMU-schädigenden Systemumbau zu erzwingen?

Die Schweiz darf in aller Bescheidenheit als Erfolgsmodell bezeichnet werden. Vor dem Hintergrund der nach wie vor unbewältigten Finanz- und Schuldenkrise in Europa sind wir hervorragend positioniert. Gemäss dem IMD Lausanne steht unsere Wirtschaft international hinter den USA auf dem zweiten Rang in Bezug auf Wettbewerbsfähigkeit. Das Seco schätzt unser Wirtschaftswachstum für dieses Jahr auf 1,5 Prozent und prognostiziert für nächstes Jahr 2 Prozent. Zudem haben wir Vollbeschäftigung und keine Jugendarbeitslosigkeit – dies im Gegensatz zu europäischen Ländern, wo mehr als die Hälfte der Jugendlichen auf der Strasse steht und dieser unhaltbare Zustand sozialpolitischer Sprengstoff erster Güte ist.

Das Erfolgsmodell macht offenbar übermütig, führt zu sozialistischen Umverteilungsansprüchen der Linken und steht politisch insgesamt auf dem Prüfstand. Mit der bevorstehenden Abstimmung zur 1:12-Initiative, der Mindestlohn-Initiative, der Initiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen, der Abschaffung der Pauschalbesteuerung oder auch der Erbschaftssteuer­-Initiative ist eine ganze Wagenladung an Projekten unterwegs, die unser Erfolgsmodell dramatisch gefährden und teilweise gar irreparabel beschädigen. So gesehen ist der Think Tank Avenir Suisse zum ernsthaften Nachdenken aufgerufen. Gefragt und erwartet sind fundierte Analysen, die nicht Vorurteile und die Hobbys einzelner Autoren bewirtschaften, sondern einen echten Beitrag zur gemeinsamen Weiterentwicklung unseres Erfolgsmodells Schweiz zu leisten vermögen. Die Reihen sind zu schliessen: Seiner jahrzehntelangen Tradition folgend bietet der Schweizerische Gewerbeverband sgv dazu jederzeit Hand.

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