Tag Archives: Konsumenten

Stiftung für Konsumentenschutz drängt Kleinanleger vom Markt

2 Sep

Willy Graf, Präsident Validitas, Fachverband Schweizer Finanzdienstleister

Vor rund anderthalb Jahren hat das Finanzdepartement den ersten Entwurf vom Finanzdienstleistungsgesetz Fidleg präsentiert. Was damals alle Finanzdienstleister erschreckt hat, wurde von der Stiftung für Konsumentenschutz mit Enthusiasmus gutgeheissen.

Worum geht es? Das Finanzdienstleistungsgesetz Fidleg will den Finanzplatz neu aufstellen. Als ob man einen Finanzplatz auf dem Reissbrett planen könnte, macht das Fidleg Vorgaben an alle Finanzdienstleister, ob Vermögensverwalterin, Bank oder andere. Das Ziel ist eine verbesserte Transparenz für die Kunden, dies durch eine markante Verschärfung der Informationspflichten für die Anbieter. Doch bereits heute erfüllen die meisten Finanzdienstleister die gestellten Transparenzanforderungen. Daher ist es notwendig, die konkreten Regelungen genauer anzuschauen und diese darauf zu überprüfen, ob sie notwendig, zielführend und verhältnismässig sind.

Wenn es nach dem Willen des Fidleg und der SKS ginge, müsste jeder Kunde gefragt werden, was ihn qualifiziere, Kunde zu sein. Jede Kundin muss einen Eignungstest machen. Die Kundin muss also zeigen, dass sie geeignet ist, Kundin zu sein. Das ist eine klare Entmündigung. Wenn die Kundin diesen Test besteht, muss ich dann pro Anlageinstrument noch eine Angemessenheitsprüfung machen. Ich muss also bürokratisch überprüfen, ob die Produkte für das Portfolio der Kundin und für ihren Risikotyp passen. Ich betone, dass es eine reine bürokratische Überprüfung ist. Wie sieht das aus? Um etwa CHF 65‘000 in Fonds und Versicherungen anzulegen, muss die Anlegerin 459 Seiten lesen, zur Kenntnis nehmen und verstehen sowie dies mit 33 Unterschriften belegen.

Willy Graf, Präsident Validitas Verband Schweizer Finanzdienstleister, zeigt die verheerenden Konsequenzen des Fidleg für Konsumenten und KMU im Finanzmarkt drastisch auf.

Willy Graf, Präsident Validitas Verband Schweizer Finanzdienstleister, zeigt die verheerenden Konsequenzen des Fidleg für Konsumenten und KMU im Finanzmarkt an der Medienkonferenz vom 28.08.2014 drastisch auf.

Das ist vor allem angesichts der heutigen auf hohem Niveau gelebten Praxis in der Kundenbetreuung ein bürokratischer Irrsinn. Denn heute schon offerieren Finanzdienstleister massgeschneiderte Produkte. Heute schon werden verschiedene Sachen überprüft. Aber nicht bürokratisch und nicht im Klima des Misstrauens. Nach dem Fidleg braucht man diese Unterschriften nur, um im Streitfalle nicht vor Gericht zu verlieren. Heute lotet man die Möglichkeiten zusammen mit den Kunden aus, um gemeinsam einen positiven finanziellen Ertrag zu erzielen.

Die über 400 Seiten und die mehr als 30 Unterschriften sind in der Fidleg-Welt der positive Fall. Was passiert, wenn der Kunde den Eignungstest nicht besteht? Dann wird er aus der Finanzberatung ausgeschlossen. Das heisst: Der mittelständische Kunde darf nicht mehr vom Fachmann beraten werden. Er kann zwar noch „execution only“ Kunde werden, der dem Finanzberater von sich aus einen klaren Anlageauftrag erteilt. Die Bank oder der Finanzdienstleister darf ihn aber in diesem Falle nicht einmal mehr vor einer schlechten Anlage warnen. Ist das nicht bizarr? Genau der Kunde, der wenig über Finanzen weiss, darf nicht beraten, ja nicht einmal gewarnt werden.

Und die Stiftung für Konsumentenschutz setzt sich vehement für dieses Gesetz ein. Das Gesetz verursacht durch diesen administrativen Mehraufwand natürlich deutliche Zusatzkosten. Und es wäre blauäugig davon auszugehen, dass diese Kostenexplosion nicht auf die Konsumentinnen und Konsumenten überwälzt wird.

Die Mehrkosten schliessen so die kleinen Marktteilnehmer aus. Gleichzeitig bedroht Fidleg hunderte Finanzdienstleister in ihrer Existenz. Sei es durch den oben erwähnten Wegfall der Kunden, sei es weil sie den Kostenanstieg und den Mehraufwand nicht überleben können. Und wieder leiden dadurch vor allem die Konsumentinnen und Konsumenten. Weniger Anbieter, die ihre Kunden kennen, bedeutet weniger Wettbewerb. Weniger Wettbewerb bedeutet mehr Abhängigkeit. Das gilt gerade für die Kleinkunden.

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Die Stiftung für Konsumentenschutz unterstützt ein Gesetz, das

  • Konsumentinnen und Konsumenten entmündigt;
  • Konsumentinnen und Konsumenten systematisch aus dem heutigen Angebot von Finanzdienstleistungen ausschliesst;
  • Für viele Konsumentinnen und Konsumenten eine Beratung verunmöglicht – nicht einmal Warnungen wären zulässig;
  • Die Rendite der Konsumentinnen und Konsumenten durch eine Kostenexplosion markant verkleinert;
  • Den Wettbewerb zu Gunsten der grossen Anbieter verzerrt.

Massiver können Konsumentinnen und Konsumenten kaum geschädigt werden. Und das mit der vollen Unterstützung der Stiftung für Konsumentenschutz.

Weiterführende Informationen:

Kein Steuergeld für linke Polit-Propaganda

15 Jul

Hans-Ulrich Bigler, Direktor Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Nicht objektive Informationsarbeit, sondern für Konsumenten häufig fragwürdige linke Propaganda: Das ist das Ergebnis der Aktivitäten der Stiftung für Konsumentenschutz. Zusammen mit ihren Alliierten kassiert die SKS dafür vom Bund fast eine Million Steuergelder. Dies steht im krassen Widerspruch zum Konsumenteninformationsgesetz. Der Schweizerische Gewerbeverband sgv fordert deshalb, dass den betroffenen Konsumentenorganisationen die Steuergelder entzogen werden, solange sie politischen Aktivismus betreiben.

Von wegen unabhängig…

Eine «unabhängige und kritische Anwältin der Konsumentinnen und Konsumenten» will sie sein, die SKS. Und SKS-Stiftungsratspräsidentin Prisca Birrer-Heimo streicht gerne heraus, dass Sara Stalder, die Geschäftsführerin der SKS, kein politisches Mandat innehaben dürfe. Hebt man aber dieses Deckmäntelchen der «objektiven Konsumentenorganisation» etwas an, wird klar, dass vor allem Politik und weniger objektive Information im Fokus der SKS steht. Auf der Homepage bezeichnet sich die SKS denn auch selbst als «Lobby» und preist ihre «Politik für Konsumenten» an. Und spätestens wenn die SKS Parlamentarierinnen und Parlamentarier auf eine von ihr verfasste politische Charta einschwören will, kommt der Charakter einer politischen Organisation deutlich zum Vorschein.

Die Luzerner SP-Nationalrätin Prisca Birrer-Heimo ist Präsidentin der Stiftung für Konsumentenschutz SKS. Gegen eine Million kassieren SKS und Alliierte jährlich vom Staat – und sollen dafür objektiv über Konsumfragen informieren. Tatsächlich betreibt die SKS mit diesen Steuergeldern knallhartes linkes Lobbying.

Die Luzerner SP-Nationalrätin Prisca Birrer-Heimo ist Präsidentin der Stiftung für Konsumentenschutz SKS. Gegen eine Million kassieren SKS und Alliierte jährlich vom Staat – und sollen dafür objektiv über Konsumfragen informieren. Tatsächlich betreibt die SKS mit diesen Steuergeldern knallhartes linkes Lobbying.

Selbstverständlich ist es legitim, als Lobbyorganisation Einfluss auf den Politbetrieb zu nehmen – solange man sich nicht gleichzeitig für eine Aufgabe bezahlen lässt, die mit dieser politischen Rolle in keiner Weise vereinbar ist. Genau das aber ist bei der SKS der Fall.

Konsumentenanliegen bleiben auf der Strecke

Häufig werden die Interessen der Konsumentinnen und Konsumenten den politischen Interessen der SKS schamlos untergeordnet. Das dokumentieren zahlreiche Beispiele von links geprägten Forderungen und Eingaben der SKS, die sich auch mit viel Goodwill nicht als Interesse der Konsumenten umdeuten liessen.

«Wer wird von der SKS denn vertreten, wenn sie die Forderung stellt, Konsumentinnen und Konsumenten mit Abgaben auf Plastiksäcken zu belasten, wenn sie im Laden ihre Einkäufe zusammenpacken wollen?»

Viele Konsumenten fühlten sich eher belästigt und desinformiert, wenn ihnen – wie von der SKS gewünscht – ganze Beipackzettel mit den Rohstoffdeklarationen auf Lebensmitteln zugemutet würden. Nach Meinung der SKS aber ist es offenbar im Interesse der Schweizer Konsumentinnen, seitenweise Kleingedrucktes zu lesen und dafür auch noch höhere Preise zu zahlen.

Unnützer, teurer Preisbarometer

Geht es nach der SKS, sollen die Konsumentinnen und Konsumenten mit einer neuen Recyclinggebühr munter weiterzahlen. Als Grosserfolg feiert die SKS auf ihrer Homepage weiter die Revision des Kartellgesetzes, mit der tausende sinnvolle Kooperationen zwischen KMU, von denen insbesondere auch die Konsumentinnen und Konsumenten profitieren, massiv erschwert oder verunmöglicht würden. Lokal verankerte Detaillisten verschwinden, wenn ihnen im Franchise-System Steine in den Weg gelegt werden und sie gegenüber Grossverteilern wie der Migros benachteiligt werden.

Wie wenig die Konsumentinnen und Konsumenten in der Realität von den Projekten der SKS halten, zeigt ihr fundamentales Desinteresse am teuren und unnützen Preisbarometer, der im Internet mehr zum Einkauftourismus anspornt, als brauchbare Informationen zu liefern. Mit mickrigen 300 000 Klicks seit seiner Einführung im Jahr 2012 ist die Konsumentenstimmung für dieses Portal in den Keller abgesackt. Gleichzeitig sind die Kosten pro Klick auf 2.30 Franken gestiegen. Wo private Vergleichsdienste im Internet Profiarbeit leisten verschwenden die SKS und ihre Alliierten 500 000 Franken Steuergelder.

Gleichschaltung der Konsumenten

Dass ein solches Vorgehen der SKS überhaupt möglich ist, entblösst die eklatanten Missstände im Eidgenössischen Büro für Konsumentenfragen, dessen Führung personell und ideologisch mit der SKS verbandelt ist und eifrig Geld in dessen Kassen leitet. So hat das «Büro» kurzerhand den Verteilschlüssel für die Subventionen geändert, nachdem sich mit dem liberalen Konsumentenforum kf eine Konsumentenorganisation erdreistet hat, von der «offiziellen» Linie abzuweichen und andere Konsumentenmeinungen einzubringen. Während die Allianz rund um das SKS munter 80 Prozent der Mittel einsteckt, sollen offenbar andere Stimmen zum Schweigen gebracht werden.

Subventionen sofort einstellen

Der grösste Dachverband der Schweizer Wirtschaft fordert, dass diese Politsubventionierung sofort unterbunden oder mindestens solange sistiert wird, als die Konsumentenorganisationen politischen Aktivismus betreiben. Denn die aktuelle Situation verstosst gegen das Gesetz, das eine «objektive, neutrale Konsumenteninformation» verlangt. Gleichzeitig fordert der sgv eine generelle Überprüfung der Subventionierung im Rahmen des Konsumenteninformationsgesetzes. «Dank des Internets und privaten Anbietern sind die Konsumentinnen und Konsumenten heute besser informiert als je zuvor. Diesen veränderten Umständen muss Rechnung getragen werden. Wir müssen damit aufhören, Steuergelder für Leistungen aufzuwenden, die von unabhängigen privaten Organisationen besser und ohne Belastung der Steuerzahler erbracht werden.

Weiterführende Links:

%d Bloggern gefällt das: