Tag Archives: Umweltschutz

Schweizer Wirtschaft ist grün

2 Dez

Henrique Schneider, Ressortleiter Schweizerischer Gewerbeverband Umwelt- & Energiepolitik / Wirtschaftspolitk

Am Donnerstag, dem 3. Dezember 2015 hat der Ständerat eine Chance: Die kleine Kammer kann eine Vorlage voller Regulierungskosten versenken. Gleichzeitig kann sie ökologisch und ökonomisch positiv wirken. Denn die Revision des Umweltschutzgesetzes USG, die derzeit im Parlament zirkuliert, würde die Massnahmen zur Erhöhung der Ressourcen- und Energieeffizienz der Schweizer Wirtschaft hemmen. Zahlreiche Branchen­programme würden durch Regulierung erstickt. Freiwillige Schritte werden überkontrolliert. Dies mit der Konsequenz, dass diese aufgeben würden. Zudem werden Produkte durch neue Importbarrieren teurer. Kein Wunder, dass die Vorlage auf der Kippe steht.

Bereits abgelehnt hat die Vorlage der Nationalrat. Die vorberatende Kommission im Ständerat lehnt sie auch ab. Nun hat es die kleinen Kammer in der Hand, die USG Revision definitiv zu begraben. Wenn der Ständerat nicht eintritt, ist die Vorlage vom Tisch. Wenn er aber eintritt ginge sie zurück an den Nationalrat. Dieser kann erneut ablehnen und dann wäre die Sache erledigt. Die Vorlage bringt nichts als Bürokratie und Mehrkosten.

Als grösster Dachverband der Schweizer Wirtschaft setzt sich der sgv für einen effizienten Umgang mit Ressourcen ein, da dies im ureigenen Interesse der Wirtschaft ist. Die Steigerung der Ressoruceneffizienz muss aber praxisnah und wirtschaftlich erfolgen.

Als grösster Dachverband der Schweizer Wirtschaft setzt sich der sgv für einen effizienten Umgang mit Ressourcen ein, da dies im ureigenen Interesse der Wirtschaft ist. Die Steigerung der Ressoruceneffizienz muss aber praxisnah und wirtschaftlich erfolgen.

Die Schweiz gehört heute zu den ressourceneffizientesten Volkswirt­schaften der Welt. So werden beispielsweise 96 Prozent des Glases oder 92 Prozent der Aluminiumdosen rezykliert. Dank der enorm hohen Wiederverwerndung von Papier ist die Schweiz heute sogar Zellulose-Exporteur. Kurz gesagt: Die Schweizer Wirtschaft ist schon heute grün und sie wird dank den eigenständigen, praxisnahen und günstigen Programmen, die die Branchen selber gestalten, immer grüner. Diese Spitzenposition wird nun leichtfertig riskiert, wenn der Staat alles an sich zieht. Die Revision des USG nimmt der Wirtschaft ihre Freiheit und leistet bürokratischen Lösungen Vorschub. Solche planwirtschaftliche Massnahmen haben noch nie zu brauchbaren Resultaten geführt.

Der sgv als grösster Dachverband der Schweizer Wirtschaft setzt sich für den effizienten Umgang mit Ressourcen ein, weil dies im ureigenen Interesse der Wirtschaft ist. Die Effizienzsteigerung muss aber praxisnah und wirtschaftlich erfolgen. Bürokratische, teure und komplizierte Lösungen lehnt der sgv ab. Zu wünschen bleibt, dass dies auch der Ständerat so macht.

 

China: Wie weiter mit dem Umweltschutz?

24 Sep

Henrique Schneider, Ressortleiter Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Kein Land auf der Erde produziert so viele Treibhausgase wie China. Die Luft in neun von zehn chinesischen Städten ist so verschmutzt, dass man ohne Schutzmaske nicht auf die Strasse gehen sollte. Wenn die Erd­er­wärmung gestoppt werden soll, muss also auch China seinen Beitrag leisten. Dies hat mittlerweile auch die Regierung erkannt und räumt dem Umweltschutz seit letztem Jahr höchste Priorität ein. Als erstes Schwellenland hat sich China verbindliche CO2-Ziele gesetzt. Bis 2030 sollen erneuerbare Energien rund 20 Prozent des Energiemix ausmachen. Wer CO2 reduziert, soll darüber hinaus mit CO2-Papieren belohnt werden. Das war der Stand der Arbeiten noch zu Beginn dieses Jahres. Aber mit den Schwächen in der Industrie scheint der Umweltschutz wieder in den Hintergrund zu treten. Dieser Trend wird durch die sinkenden Energiepreise noch weiter verstärkt.

Mehr als 70 Prozent der Kohleunternehmen Chinas arbeiten mit einem Verlust. Jeder zweite Arbeiter musste Lohnkürzungen oder einen Zahlungsverzug hinnehmen.

Mehr als 70 Prozent der Kohleunternehmen Chinas arbeiten mit einem Verlust. Jeder zweite Arbeiter musste Lohnkürzungen oder einen Zahlungsverzug hinnehmen.

China wird wirtschaftlich gesehen von den weltweit niedrigeren Energie­preisen profitieren. Das Land wurde im Jahr 2010 zum Welt-Spitzen­energie­verbraucher und hat seither die Vereinigten Staaten als grösster Importeur von Erdöl überholt. Die bedeutend günstigeren fossilen Brennstoffe kommen für die Regierung, die ihre Anstrengungen hin zu saubereren Energiequellen und zur Reduzierung der Abhängigkeit von Kohle und Öl verdoppelt hat, jedoch zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Die Marktkräfte und der gestiegene Verbrauch arbeiten gegen diese langfristige Politik. Die Umweltverschmutzung ist ein wachsendes und sensibles politisches Thema in China. Das Ergebnis, was Pekings Vorstoss in Richtung saubererer Energie angeht, wird im gesamten Land dramatische Auswirkungen haben.

Diese Zusammenhänge werden im GIS Report – exklusiv für den Gewerbe Blog – erläutert.

LINK

GIS-Bericht „Chinas Vorstoss in Richtung saubere Energie könnte vom Kurs abkommen“ (PDF-Datei)


Logo Geopolitical Information Service GISGeopolitical Information Service AG (GIS) ist ein international aufgestellter Informa­tions­dienstleister, der Interessierten tiefe Einblicke in den Bereichen Geopolitik, Wirtschaft, Verteidigung, Sicherheit und Energie erlaubt. Ein weltweites Team von ausgewiesenen Experten verfasst unabhängige Reports, die die Faktenlage ergänzen, analysieren und Hintergründe liefern. Ferner äussern sich die GIS-Experten in Szenarien zu signifikanten geopolitischen Entwicklungen. Somit bieten die Reports nicht nur ein expertengestütztes „big picture“, sondern auch wertvolle Einschätzungen über künftige Geschehnisse. Damit wird die langfristige Entschei­dungs­findung von Unternehmen auf Basis gesicherter und breiter Informationen unterstützt.

Schweiz: Die sauberste Wirtschaft der Welt

23 Jan

Henrique Schneider, Ressortleiter Schweizerischer Gewerbeverband sgv

Nirgends wird so viel wiederverwertet (rezykliert), wie in der Schweiz. Keine Wirtschaft der Welt geht sorgfältiger mit den Ressourcen um als die Schweiz. Kein Land ist so innovativ in der Verbindung von Ökologie und Ökonomie wie unser Land. Doch trotz der weltweit führenden Stellung will die Politik noch mehr regulieren. Das ist absurd, schädlich und gefährlich.

Der Leistungsausweis der Schweizer Unternehmen im Umwelt- und Klimaschutz lässt sich sehen. Gemäss Decoupling-Report der UNEP von 2011 gelingt es der Schweiz im internationalen Vergleich am besten, Wohlstand und Umweltschutz in Einklang zu bringen. In allen relevanten Umwelt-Ranglisten belegt die Schweiz ausnahmslos den ersten Platz: WEF 2013/14 (Nr. 1); Weltenergierat 2013 (Nr.1), Environmental Performance Index 2012 (Nr.1).

Das ist alles andere als überraschend. Die Wirtschaft hat grosses Interesse an der Schliessung von Stoffkreisläufen. Sie ist auch interessiert an einer ressourceneffizienten Rohstoffrückgewinnung und einem funktionierenden Recyclingsystem, in dem Rohstoffe nach dem besten Kosten-Nutzen-Verhältnis, energie- und umweltschonend zurückgewonnen und wiederverwertet werden.

Das revidierte Umweltschutzgesetz (USG)  verschiebt in verschiedenen Bereichen die Kompetzenzen zum Bundesrat und entzieht sie so der parlamentarischen Kontrolle. Um dies von Anfang an zu unterbinden gilt für den Nationalrat: Nicht-Eintreten auf das USG!

Das revidierte Umweltschutzgesetz (USG) verschiebt in verschiedenen Bereichen die Kompetzenzen zum Bundesrat und entzieht sie so der parlamentarischen Kontrolle. Um dies von Anfang an zu unterbinden gilt für den Nationalrat: Nicht-Eintreten auf das USG!

Weil aber jede Branche anders mit Rohstoffen und Energie umgehen muss, haben verschiedene Branchen eigene Programme zur Steigerung der Stoffeffizienz entwickelt. Beispiele dafür sind sehr divers: Textilreinigung, Farben- und Lacke, Swissmechanics, Swissplastics, Handel, Lebensmittelgewinnung und –Verarbeitung …

Die Politik will das aber nicht zur Kenntnis nehmen. Sie will riskieren, diese einzigartige Stellung der Schweiz aufzugeben. Mit Zwang, Zusatz­regu­lierungen und Kostensprüngen werden alle Anstrengungen der Wirtschaft zu Nichte gemacht. Die Revision des Umweltschutzgesetzes, das demnächst im Nationalrat beraten wird, ist die Verkörperung dieses Risikos.

Warum? Ganz einfach: Die regulatorische Logik ist statisch. Man meint, mit dem Gesetz seien alle Probleme gelöst. Das Gesetz spornt aber keine Innovationen an. Es setzt auf Berichtli-Schreiben, Kontrollen und Strafen.

Die Logik der Wirtschaft ist eine dynamische: Sie setzt auf einen konti­nu­ier­lichen Prozess. Die Ressourceneffizienz zu steigern ist eine stetige Aufgabe. Da kann man seine Zeit nicht mit Kontrollen und Berichten verbraten, sondern man muss sie produktiv in Forschung und Entwicklung einsetzen. Und weil die Schweizer Wirtschaft es tut, ist die die weltweite Nummer 1 im Umweltschutz.

Diese Stellung darf man nicht riskieren. Deshalb braucht es ein Nicht-Eintreten auf die Revision des Umweltschutzgesetzes.

LINK

Artikel „Die Kompetenzen nicht abgeben“ in Schweizerische Gewerbezeitung sgz 23.01.2015

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